Kamerun hat in der jüngsten FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste einen Riesensatz nach oben gemacht. Diese Renaissance hat das Team ihrem neuen Trainer Paul Le Guen zu verdanken.

Als der französische Übungsleiter im Juli unter Vertrag genommen wurde, lagen die Unzähmbaren Löwen noch auf dem letzten Platz ihrer Gruppe. Die Reise zum letzten Qualifikationsspiel in Marokko im kommenden Monat hingegen tritt die Mannschaft in dem Bewusstsein an, dass ihr ein Sieg die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ sichert. Sollte Kamerun am 14. November tatsächlich als Sieger vom Platz gehen, wäre es für das Land die sechste WM-Teilnahme und damit afrikanischer Rekord. Nach der Auftaktniederlage gegen Togo und dem darauf folgenden Unentschieden vor eigenem Publikum gegen Marokko in der Anfangsphase der finalen Qualifikationsrunde hätte das kaum noch jemand für möglich gehalten.

Die Ankunft von Le Guen brachte frischen Wind in Kameruns Nationalmannschaft, und der Franzose führte ein bis dahin noch nicht gesehenes Maß an Professionalität ein, wie die Spieler versichern. Der ehemalige Trainer von Olympique Lyon, den Glasgow Rangers und Paris Saint-Germain scheute sich auch nicht, mutige Entscheidungen zu treffen, wie etwa die, Spielerlegende Rigobert Song als Kapitän abzulösen. Auch außerhalb des Spielfeldes führte Le Guen neue Regeln ein und bestand beispielsweise auf einem angemessenen Mitarbeiterstab sowie auf Business-Class-Reisen für seine Mannschaft, während er gleichzeitig hart gegen die Partyatmosphäre durchgriff, die lange Zeit die Treffen der Nationalmannschaft charakterisierte.

In einem ersten Testspiel im August startete Le Guen mit einem Sieg gegen Österreich in sein afrikanisches Abenteuer. Nun stand der Ernstfall der WM-Qualifikation bevor, und Kamerun feierte auf Anhieb zwei Erfolge gegen den Nachbarn Gabun. Zunächst gewann das Team das Nachholspiel vom Juni in Libreville, vier Tage später setzte es sich zur Freude der heimischen Fans auch im Rückspiel in Yaounde durch.

Diese zwei Siege in Folge katapultierten Kamerun vom letzten auf den ersten Platz in ihrer Gruppe, mit einem Punkt Vorsprung vor dem bisherigen Spitzenreiter Gabun. Diese knappe Führung in der Gruppe A verteidigte die Mannschaft am vorletzten Spieltag mit einem 3:0-Heimerfolg gegen Togo, wodurch der Teilnehmer an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 endgültig aus dem Rennen ist.

Diesen Ergebnissen in der Qualifikation - neben einem 0:0 in einem Testspiel gegen Angola am 14. Oktober in Portugal - ist es zu verdanken, dass die Unzähmbaren Löwen in der jüngsten Ausgabe der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste einen Satz von 15 Plätzen nach oben gemacht haben. Kamerun liegt nun auf dem 14. Rang und damit nur drei Plätze schlechter gegenüber der höchsten Platzierung, die das Land jemals erreicht hat, dem elften Rang vor drei Jahren. Dadurch ist das Team in der aktuellen Weltrangliste außerdem der bestplatzierte Vertreter des afrikanischen Kontinents.

Die Spieler und Verantwortlichen Kameruns werden wissen, dass im Falle eines Sieges gegen Marokko nächsten Monat ein Startplatz bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft sicher ist.