Groß waren die Ambitionen in Namibia, als dem Nachbarland Südafrika die Ausrichtung der FIFA WM 2010™ zugesprochen wurde. Doch die Namibier landeten in ihrer Qualifikationsgruppe auf dem letzten Platz und schieden damit sang- und klanglos aus dem Rennen um die Teilnahme aus. Es war ein schwerer Rückschlag für die ambitionierte Mannschaft, die in der Vergangenheit die Erwartungen zum Teil weit übertreffen konnte, insbesondere durch das zweimalige Erreichen des Endspiels beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal.

Namibia hat zwar eine sehr große Fläche, ist jedoch nur spärlich besiedelt. Die erzielten Erfolge sind für ein Land mit solch geringen Ressourcen umso bemerkenswerter. In Zukunft will man sich indes dauerhaft unter den afrikanischen Spitzenteams etablieren und regelmäßig bei allen kontinentalen Turnieren dabei sein.

Entsprechend ist das nächste Ziel die Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2012, der gemeinsam von Äquatorial-Guinea und Gabun ausgerichtet wird. Doch die Qualifikationsspiele für dieses Turnier beginnen erst in einem Jahr. Damit liegen zwischen dem Ausscheiden aus der WM-Qualifikation für Südafrika 2010 und dem Beginn der Qualifikation für die Afrika-Meisterschaft 2012 volle 24 Monate ohne Pflichtspiel.

Pläne für eine erfolgreiche Zukunft
Die Namibier sind entschlossen, die Zeit produktiv zu nutzen, um eine Mannschaft zu formen, die konkurrenzfähig ist. Dazu hat man den bislang recht unbekannten Trainer Tom Saintfiet aus Belgien engagiert, der aus den neun Spielen seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr eine überaus ordentliche Bilanz von vier Siegen, vier Unentschieden und einer einzigen Niederlage vorweisen kann.

Das letzte Spiel endete mit einem klaren 4:0-Erfolg gegen die DR Kongo, der mit dazu beitrug, dass Namibia in der jüngsten Ausgabe der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste einen Sprung um zwölf Plätze nach vorn machte. Das Land rangiert jetzt ganz knapp hinter den Top 100 und hat sich weit von seiner bislang schlechtesten Platzierung entfernt, nämlich Rang 167, den man noch vor gut drei Jahren belegte.

"Eine Verbesserung in der Weltrangliste und der Vorstoß in die Top 100 ist ein kurzfristiges Ziel", sagte Saintfiet gegenüber FIFA.com. "Das langfristige Ziel ist es, für den nächsten Qualifikationswettbewerb bereit zu sein. Bei der Endrunde des nächsten Afrikanischen Nationen-Pokals müssen wir zum Teilnehmerfeld gehören", gibt der Belgier das Ziel vor. Saintfiet hat das letzte Jahr genutzt, um sich einen Überblick über die im Land verfügbaren Talente zu verschaffen.

"Ich habe eine Art Fahrplan ausgearbeitet, der zum Teil auf dem basiert, was Guus Hiddink vor der WM 2002 mit den Koreanern gemacht hat. Sie haben damals sehr viele Freundschaftsspiele bestritten, um sich auf das Turnier vorzubereiten. In den letzten Spielen und Trainingslagern habe ich nicht weniger als 65 Spieler getestet und außerdem habe ich mir so viele Spiele in der namibischen Premier League und in anderen Spielklassen angesehen, wie ich konnte. Jetzt habe ich die Zeit, mit den Spielern zu arbeiten und ihnen meine taktischen Vorstellungen beizubringen. Zu Beginn der Qualifikationsspiele werde ich einen Kader von 25 Spielern ausgewählt haben, die in jeder Situation wissen, was zu tun ist. Es kommt nicht oft vor, dass ein Trainer einen Vierjahresvertrag erhält und damit die Gelegenheit hat, eine Mannschaft über einen solch langen Zeitraum aufzubauen."