Nachdem sich die Kanadier beim kürzlich ausgetragenen CONCACAF Gold Cup 2009 den Sieg in ihrer Vorrundengruppe gesichert hatten, mussten sie sich im Viertelfinale den Honduranern geschlagen geben. Angesichts der großartigen Leistungen zu Beginn des Turniers in den USA war dieses Ausscheiden besonders bitter, doch die Canucks können sich immerhin damit trösten, in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste von allen Mannschaften den größten Sprung nach vorne gemacht zu haben.
Obwohl sie bei diesem alle zwei Jahre stattfindenden Turnier, bei dem der Meister der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone ermittelt wird, in die schwere Gruppe A gelost wurde, präsentierte sich die Mannschaft von Stephen Hart von der ersten Minute an in Hochform. Mit Siegen über Karibikmeister Jamaika und El Salvador sowie mit einem Unentschieden gegen den späteren Halbfinalisten Costa Rica sicherten sich die Nordamerikaner, deren einziger Triumph bei einem CONCACAF-Turnier aus dem Jahre 2000 datiert, den Gruppensieg und verbuchten somit wichtige Punkte für die Weltrangliste.
Im vergangenen Monat, in dem es insgesamt nur wenig Bewegung gab, verzeichnete Kanada den größten Sprung nach vorn und verbesserte sich um nicht weniger als 26 Plätze. Die Kanadier stehen in der Weltrangliste nun auf Platz 66 und sind damit die fünftbeste Mannschaft der CONCACAF-Zone - besser als Jamaika und Trinidad und Tobago. Zwischen den drei führenden Fussballnationen des Kontinentalverbandes - USA, Mexiko und Costa Rica - und Kanada liegt nur noch Honduras.
Topspieler in Lauerstellung
Dieser Sprung nach vorne und die erfrischende Spielweise der Mannschaft beim Turnier in den USA sind mit Sicherheit Balsam auf den Wunden der kanadischen Fussball-Fans. Die Nordamerikaner waren unter ihrem vorherigen Trainer Dale Mitchell in eine Formkrise gestürzt und durch diverse Veränderungen im Verband destabilisiert worden. Das Aus in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ kam bereits vor der letzten Runde.
Bei ihrem Versuch, ihre Ziele neu zu definieren und sich Schritt für Schritt auf die Qualifikation für die FIFA WM 2014 in Brasilien vorzubereiten, können die Kanadier auf einige ihrer aktuellen Leistungsträger zählen. Kapitän Paul Stalteri, der früher bei Tottenham Hotspur aktiv war und nun bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag steht, Mittelfeldstratege Julian De Guzman und Torjäger Ali Gerba, der kurz davor steht, den Torrekord der kanadischen Nationalmannschaft zu brechen, konnten beim CONCACAF Gold Cup ebenso überzeugen wie Atiba Hutchinson und Patrice Bernier. Und auch Dwayne De Rosario ist weiterhin in Lauerstellung. Der wohl talentierteste Spieler des Landes sagte zuletzt für das regionale Großereignis ab, um sich ganz auf seinen Verein konzentrieren zu können.
Die Mannschaft hat allen Grund, auf ihre starke Leistung beim CONCACAF Gold Cup stolz zu sein, auch wenn man nach der Viertelfinal-Niederlage in Philadelphia gegen Honduras - das die Kanadier bereits in der WM-Qualifikation eliminiert hatte - frühzeitig die Heimreise antreten musste. "Für uns waren der Gruppensieg und unsere starken Leistungen keine Überraschung", sagte der gebürtige Kameruner Ali Gerba im Gespräch mit FIFA.com.
Die Kritiker Lügen strafen
"Im Allgemeinen erwartet man nicht sehr viel von Kanada, doch wir haben einige sehr gute Spieler in unseren Reihen. Die Leute haben eine falsche Vorstellung von uns, so als wären wir eine Truppe von Eishockeyspielern. Doch wir haben Spieler aus der ganzen Welt, von denen jeder anders ist und andere Talente hat."
Die Kanadier, die sich seit ihrer ersten Teilnahme an einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft im Jahre 1986 nicht mehr für dieses globale Großereignis qualifizieren konnten, haben zwar noch viel Spielraum nach oben, doch die Verbesserung in der Weltrangliste gibt Spielern und Fans gleichermaßen Anlass zur Hoffnung.
"Wir benötigen mehr Unterstützung durch den Verband und mehr Spiele, um als Mannschaft zusammenzuwachsen", sagte De Rosario, der seine Teilnahme am CONCACAF Gold Cup absagte, um bei seinem Klub Toronto FC zu bleiben. "Sobald uns das gelingt, werden wir unsere wahren Fähigkeiten zeigen können. Wir werden durchaus in der Lage sein, für die eine oder andere Überraschung zu sorgen."
