Sie sind neben Korea DVR der Aufsteiger des Monats Juli in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste: Moldawien. 22 Plätze ging es nach oben, und Rang 84 bedeutet zugleich die beste Platzierung dieses Jahres.

Grund für den sommerlichen Aufschwung sind vor allem zwei Testspiele im Juni. Gegen Belarus holte das Team von Trainer Igor Dobrovolski nach einem 0:2-Rückstand noch ein Unentschieden (2:2) und in Georgien reichte es für einen 2:1-Erfolg.

In der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 allerdings haben die Moldawier keine Chance mehr auf das WM-Ticket. Zwei Niederlagen gegen die Schweiz im März/April in diesem Jahr (jeweils 0:2) ließen die Träume auf die erste Teilnahme an einer WM-Endrunde endgültig platzen.

Beim Debüt ohne Punkt
In der Gruppe 2 der Europa-Qualifikation liegt Moldawien mit einem Zähler aus sechs Spielen (2:11 Tore) hinter Griechenland, der Schweiz (beide 13 Punkte), Lettland (10) und Israel (9) abgeschlagen auf dem letzten Rang. Lediglich in Luxemburg (4 Punkte) gelang ein torloses Unentschieden.

Seit 1994 Mitglied der FIFA, nahm Moldawien 1996 zum ersten Mal an der Qualifikation zu einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft teil, ohne jedoch große Erfolge feiern zu können. Mit acht Niederlagen in acht Spielen und nur zwei erzielten Toren landeten sie bei ihrem Debüt auf dem letzten Platz ihrer Qualifikationsgruppe für die WM 1998. Vier Jahre später war die Mannschaft schon etwas erfolgreicher und kam zu drei Unentschieden sowie einem Sieg über Aserbaidschan.

Im Kampf um ein Ticket für eines der großen Turniere steigerten sich die Osteuropäer in der Folgezeit und konnten in der Qualifikation zur UEFA EURO 2004 sogar gegen Österreich und Belarus gewinnen, auch wenn es am Ende nicht für einen Platz bei der EM-Endrunde in Portugal reichte. Auch in der Quali für die FIFA Fussball-WM Deutschland 2006™ belegte die moldawische Auswahl den letzten Tabellenplatz, doch die Ergebnisse in der Qualifikation zur UEFA EURO 2008 ließen die Fachwelt durchaus aufhorchen. So gewann das Team in Bosnien-Herzegowina und Malta und erkämpfte sich im Heimspiel gegen die Türkei ein 1:1-Unentschieden. Dementsprechend hoch waren die Hoffnungen, nun endlich die Teilnahme für Südafrika 2010 zu schaffen.

Stetige Verbesserung der Infrastruktur
Einer der maßgeblich am Aufschwung der Nationalmannschaft beteiligt ist, ist Igor Dobrovolsky. Der 41-Jährige gebürtige Ukrainer und früherer sowjetischer Stürmer, der unter anderem für Olympique Marseille, Atlético Madrid und Sampdoria Genua spielte, sitzt seit zwei Jahren auf der Trainerbank und hofft gemeinsam mit dem Team um Kapitän Serghei Lascencov auf bessere Ergebnisse in der kommenden Qualifikation zur UEFA EURO 2012 in Polen und der Ukraine.

Während Moldawien sportlich noch auf den ganz großen Erfolg wartet, hat sich die Infrastruktur in der jüngsten Vergangenheit maßgeblich verbessert. Mit Unterstützung der FIFA und der UEFA wurden ab 1998 unter anderem ein neuer Verbandssitz, neue Kunstrasenplätze und moderne Trainingszentren errichtet.

FIFA-Präsident zu Gast in Moldawien
Anfang Mai diesen Jahres besuchte eine FIFA-Delegation um Präsident Joseph S. Blatter das neu erbaute Technische Zentrum in Chisinau. "Es ist mir eine große Freude, sechs Jahre nachdem ich den Grundstein für dieses Technische Zentrum gelegt habe, hierher zurückzukehren", so die einleitenden Worte von Joseph. S. Blatter.

"Der moldawische Fussballverband und die FIFA können stolz darauf sein, an solch einem Projekt mitgewirkt zu haben. Als ich vor nunmehr elf Jahren mein Amt als FIFA-Präsident antrat, hatte ich mir unter anderem das Ziel gesetzt, jeden Mitgliedsverband mit einem 'Home of Football' auszustatten. Wenn ich heute sehe, welches Engagement und welche Motivation derartige Projekte auslösen, erfüllt mich das mit Stolz und Freude."

Der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft ist also bereits gelegt. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis sich die junge Mannschaft (Durchschnittsalter: ca. 25 Jahre) erstmals bei einer EM oder WM präsentieren kann - vielleicht ja schon 2012.