Irak gibt unter dem neuen Trainer Bora Milutinovic am Sonntag sein Debüt beim FIFA Konföderationen-Pokal 2009 in Südafrika, nachdem sich das Team in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste um neun Plätze verbessern konnte und nun auf Rang 77 zu finden ist.
Der amtierende Asienmeister bestritt im vergangenen Monat kein Länderspiel, erreichte jedoch nach der Veröffentlichung der Weltrangliste in Kapstadt ein beachtliches 1:1 gegen Polen. Milutinovic und seiner Mannschaft bringt diese Verbesserung in der Weltrangliste bei der Vorbereitung auf das Eröffnungsspiel gegen Gastgeber Südafrika mit Sicherheit einen großen Motivationsschub.
Asiens Höhenflieger
Diese Verbesserung um neun Plätze war der größte Sprung nach vorne, den eine asiatische Mannschaft im Juni verzeichnen konnte. Im Vergleich zur Verbesserung Iraks im Dezember 1996 (um unglaubliche 31 Plätze auf Rang 98) fiel dieser Sprung noch bescheiden aus.
Dieser enorme Sprung konnte vor allem auf die großartigen Leistungen beim damaligen AFC Asien-Pokal in den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückgeführt werden, wo man unter anderem Iran und Thailand ausschaltete und schließlich sogar das Viertelfinale erreichte. Angesichts der Aufbruchstimmung infolge dieser Leistung verzeichnete die Mannschaft aus dem Mittleren Osten in der Weltrangliste einen acht Jahre anhaltenden Aufwärtstrend, der im Oktober 2004 mit dem Erreichen des 39. Platzes seinen Höhepunkt fand.
Selbstvertrauen dank "Mini-WM"-Teilnahme
Drei Jahre später holte die Mannschaft des Trainerphilosophen Jorvan Vieira aus Brasilien beim AFC Asien-Pokal 2007 völlig überraschend den Titel. Die Nationalmannschaft wurde für diesen historischen Triumph gleich doppelt belohnt: Zum einen erhielt man dadurch einen Platz beim FIFA Konföderationen-Pokal 2009, zum anderen verbesserte man sich in der Weltrangliste um 16 Plätze auf Rang 64.
Der Gewinn ihres ersten kontinentalen Titels war für die Iraker, die nun ihre Erfolge in Asien auch auf globaler Ebene wiederholen möchten, ein Motivationsschub zur richtigen Zeit. Ihre Ambitionen wurden jedoch von der großen Enttäuschung überschattet, sich nicht für die letzte Runde der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ qualifiziert zu haben.
Zuversichtlicher Milutinovic
Trotz dieses Rückschlags geht es für die Mannschaft noch um sehr viel, weshalb der bevorstehende Konföderationen-Pokal die ideale Gelegenheit darstellt, sich auf internationaler Ebene zu bewähren. Um den großartigen Erfolg aus dem Jahre 2007 wiederholen zu können, verpflichtete der irakische Verband im vergangenen September erneut den brasilianischen Trainer Vieira, dessen zweite Amtszeit jedoch nur fünf Monate dauerte, ehe er sie in diesem Februar beendete.
Radhi Shenaishil leitete in den darauffolgenden Monaten die Geschicke der Mannschaft, bis schließlich der legendäre Milutinovic das Ruder übernahm. Obwohl Irak in eine Gruppe mit Spanien und Neuseeland (und Gastgeber Südafrika) gelost wurde, ist der 64-Jährige zuversichtlich, dass sein Team einiges erreichen kann.
Realistische Chancen in Südafrika
"Im Sport muss man immer sein Bestes geben, um Großes zu erreichen", sagte der Serbe, der bei WM-Endrunden bereits fünf verschiedene Mannschaften betreut hat. "Spanien ist der große Favorit in unserer Gruppe, doch gegen Südafrika und Neuseeland haben wir eine Chance."
Zu den taktischen Fähigkeiten von Milutinovic kommt hinzu, dass sich Irak in letzter Zeit als eine der unbekannten Größen des asiatischen Fussballs etablieren konnte, die jederzeit für eine Überraschung gut sind. Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit liegt der Verdacht nahe, dass die Mannschaft nicht in Top-Form nach Südafrika kommt, doch die Mischung aus einem erfahrenen Trainer und einer Reihe von aufstrebenden Talenten könnte das Rezept für einen erneuten irakischen Erfolg sein.
