Selbst Außenseiterteams wie Jemen können von Zeit zu Zeit Erfolge feiern. Nachdem Jemen Anfang des Jahres zum Auftakt der Qualifikation für den AFC Asien-Pokal 2011 nur knapp mit 1:2 gegen Japan verloren hatte, schlug die Mannschaft vom Golf von Aden nur eine Woche später mit einem 1:0-Heimsieg gegen Hongkong zurück und blieb damit auf Kurs.

Der knappe Sieg ist zwar nicht unbedingt einer der wichtigsten Erfolge, die Jemen auf der internationalen Bühne vorweisen kann, doch als Folge davon machte die Nationalmannschaft des Landes in der Februar-Ausgabe der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste einen Sprung um sieben Plätze nach vorn, auf Rang 146. Es war der erste Sieg Jemens seit acht Länderspielen in den vergangenen neun Monaten, und er lässt hoffen, dass das neue Jahr für Jemen noch weitere Erfolge bringt.

Noch ein weiter Weg zur besten Platzierung
Von allen westasiatischen Ländern ist Jemen in der Weltrangliste am schlechtesten platziert. Die Mannschaft gilt bei regionalen und kontinentalen Wettbewerben traditionell als Außenseiter. Das schlechte Abschneiden beim kürzlich ausgetragenen Golf Cup, bei dem Jemen drei Niederlagen in drei Spielen kassierte, macht die große Kluft deutlich, die zwischen Jemen und den etablierten Fussballmächten der Region besteht.

Trotz diesem Außenseiterstatus hat Jemen immer wieder versucht, sich zu verbessern und die etablierten Teams herauszufordern. Tatsächlich gelangen der Mannschaft in der Vergangenheit immer wieder Überraschungserfolge. Dies war erstmals so in der asiatischen Qualifikation für die WM-Endrunde 1994 in den USA, als Jemen gegen Irak, China VR, Jordanien und Pakistan antreten musste.

Die Qualifikation dauerte nur einen Monat, doch in dieser kurzen Zeit gelangen Jemen drei Siege, einer davon ein sensationeller 1:0-Erfolg gegen China VR. Zwar schied Jemen als drittplatziertes Team aus, doch der Lohn für die starken Ergebnisse war ein Riesensprung um 25 Plätze nach vorn in der Weltrangliste: Im August 1993 fand Jemen sich auf dem 90. Platz wieder, der besten Platzierung aller Zeiten.

Ein Schub für die Moral
16 Jahre später versucht die Mannschaft unter Trainer Sami Al Nash, sich erstmals seit der Teilnahme Südjemens am AFC Asien-Pokal im Jahre 1976 wieder für dieses Turnier zu qualifizieren. Dabei zeigte die Mannschaft, dass sie auch gegen die besten Teams des Kontinents nicht chancenlos ist, als sie im Auftaktspiel in Japan nur knapp ein Unentschieden verpasste. Japan war bereits früh durch Shinji Okazaki in Führung gegangen, doch die Jemeniten schlugen zurück und kamen zwei Minuten nach der Pause durch Zaher Farid zum Ausgleich. Der dreimalige Asien-Meister, der in der Weltrangliste 109 Plätze vor Jemen rangiert, hatte in der verbleibenden Zeit seine liebe Mühe und konnte eine große Blamage nur durch das späte Siegtor von Tatsuya Tanaka vermeiden.

Im heimischen Ali Mohsen Al-Muraisi-Stadion wollten es die Schützlinge von Al Nash im zweiten Qualifikationsspiel gegen Hongkong besser machen und unbedingt einen Sieg einfahren. Nachdem sie zunächst eine Reihe guter Torgelegenheiten ausgelassen hatten, erzielte Akram Al Selwi sieben Minuten nach der Pause den einzigen Treffer der Partie und sicherte damit den Gastgebern verdiente drei Punkte. Für Trainer Al Nash ist der Sieg auch ein Schub für die Moral. Dieser dürfte insbesondere für die zwei Spiele gegen Bahrain im November 2009 dringend nötig sein. Bahrain ist nach Siegen gegen Hongkong und Japan derzeit Tabellenführer.

"Ich bin sehr zufrieden mit unserem ersten Sieg in der Qualifikation, denn er wird bei den Spielern für ein verstärktes Selbstbewusstsein sorgen", so der Trainer. "Ich verspreche, dass wir auch weiterhin solch gute Leistungen bringen werden und uns in die richtige Richtung entwickeln."

Angesichts der jüngsten beeindruckenden Leistungen sind selbst die pessimistischsten Fans überzeugt, dass ihre Mannschaft in der kontinentalen Qualifikation durchaus für Aufsehen sorgen kann. Ein Platz bei der Endrunde mag zwar außer Reichweite scheinen, doch Al Nash und seine Schützlinge haben gezeigt, dass kein Gegner sie unterschätzen sollte.