Die Zielsetzung der Blågult im Jahr 2009 ist klar vorgegeben: Zum dritten Mal in Folge soll die Qualifikation für eine WM-Endrunde geschafft werden. In der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste sind die Schweden bereits auf Erfolgskurs. Im Februar kletterte das Team von Trainer Lars Lagerbäck um sechs Plätze auf Rang 25. Damit haben die Gelb-Blauen den Aufwärtstrend nach der niedrigsten Platzierung im Dezember 2008 (32. Platz) weiter fortgesetzt.

Nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der UEFA EURO 2008 wollen die Schweden auf dem Weg nach Südafrika dabei nichts dem Zufall überlassen. Bereits im Januar standen dafür mit den Duellen gegen die USA (Ranglisten-20.) und Mexiko (24.) die ersten beiden Länderspiele des Jahres auf dem Programm - mit unterschiedlichem Erfolg. Einem 2:3 gegen die U.S.-Amerikaner folgte ein 1:0-Sieg gegen El Tri. Alexander Farnerud erzielte in der 58. Minute das goldene Tor.

Ungeschlagen in der WM-Qualifikation
Nach dem dritten Freundschaftsspiel innerhalb weniger Wochen gegen Österreich starten die Schweden Ende März gegen den Gruppen-Favoriten Portugal in die WM-Qualifikation im Jahr 2009. Zwar belegen die Tre Kronor in der Tabelle der Gruppe 1 derzeit nur den vorletzten Platz, haben allerdings, genau wie Tabellenführer Dänemark (7 Punkte), weniger Spiele absolviert als die Konkurrenz aus Ungarn (7), Albanien (6), Portugal (5) und Malta (1). Mit einem Sieg könnten sich die ungeschlagenen Schweden mit acht Zählern an die Spitze der Tabelle setzen.

Für einen Erfolg in Porto gegen den Vize-Europameister von 2004 gilt es, sich vor allem in Sachen Toreschießen zu verbessern. In zwei WM-Qualifikationsspielen gelang in Albanien (0:0) und gegen Portugal (0:0) kein Treffer, einzig beim 2:1-Erfolg gegen Ungarn konnten Kim Kallstrom und Samuel Holmen den Ball im gegnerischen Gehäuse unterbringen. Da ist es besonders bitter, dass Superstar Zlatan Ibrahimovic gegen die Portugiesen auf Grund einer Sperre nur zuschauen kann.

"Ich liebe diesen Job"
Eine schwere Aufgabe also für den 60-jährigen Trainer Lagerbäck, der bereits seit mehr als einer Dekade am Ruder der Skandinavier steht. Seit 2000 führte er sein Team regelmäßig zu den großen Fussball-Wettbewerben und erreichte 2002 sowie 2006 jeweils das WM-Achtelfinale. Auch bei der EM stehen neben zwei Vorrunden-Teilnahmen (2000 und 2008) auch ein Viertelfinale (2004) zu Buche. Damals verlor man im Elfmeterschießen gegen die Niederlande. "Ich liebe diesen Job, und er macht mir immer noch sehr viel Spaß", sagt Lagerbäck.

Doch das frühe Ausscheiden bei der EM im vergangenen Jahr zwang den zwischenzeitlich in der Kritik stehenden Lagerbäck zum Umdenken. In den vergangenen Jahren hatte er weitgehend auf altbewährte Kräfte vertraut. Zum Start in die WM-Qualifikation bekamen Spieler wie Källström, Sebastian Larsson oder Neulige wie Holmen und Wendt ihre Chance - mit Erfolg. Die neue Landslag ist in der Qualifikation noch unbesiegt.

Eine Mischung aus Jung und Alt führt zum Erfolg
Mit den international erfahrenen Spielern wie Olof Mellberg, Zlatan Ibrahimovic und Andreas Isaksson hat Lagerbäck eine gute Mischung aus Jung und Alt gefunden. Die Qualifikation für die FIFA WM 2010 in Südafrika könnte jetzt aber endgültig seine "letzte Mission" sein. Lagerbäcks Vertrag, der vor der EURO 2008 verlängert wurde, läuft bis nach der WM. Dann wäre Lagerbäck genau 20 Jahre für Schwedens Fussball-Verband (SVFF) tätig, denn bereits 1990 wurde ihm die Mitverantwortung für den Nachwuchs des Landes übertragen, ehe er 1997 vom damaligen Neocoach Tommy Söderberg als Teamchef-Assistent eingesetzt wurde.

"Die Kontinuität ist für Nationalmannschaften genauso wichtig wie für Vereine, wenn nicht noch wichtiger. Wir müssen die Spieler in- und auswendig kennen, und das ist eben erst nach einiger Zeit möglich. Wenn wir zusammenkommen, weiß jeder, was er vom anderen zu erwarten hat", erklärt Lagerbäck sein Erfolgsrezept. Vielleicht schafft der in Katrineholm geborene Schwede nicht nur die Qualifikation für Südafrika, sondern erreicht mit seinem Nationalteam erneut das WM-Achtelfinale - es wäre das dritte in Folge.