Jahr für Jahr freut sich ganz Spanien auf den Dreikönigstag. Millionen Kinder auf der gesamten iberischen Halbinsel warten voller Vorfreude auf die Geschenke, die sich für Anfang Januar ankündigen und einen gelungenen Start in das neue Jahr verheißen.

Was könnte es für ein Kind für ein schöneres Geschenk geben, als seine größten Fussballidole einmal hautnah erleben zu dürfen? Dies war der Grundgedanke, der hinter der Idee des FC Barcelona steckte, ein offenes Training zu veranstalten, damit die jungen Fans einige Stunden Seite an Seite mit den Stars des überragenden Tabellenführers der spanischen Primera División verbringen konnten.

Tausende trotzen der Kälte
Keiner hätte wohl damit gerechnet, dass der 7. Januar der kälteste Tag im winterlichen Barcelona werden würde. Wer aber nur den geringsten Zweifel an der Leidenschaft des katalanischen Publikums gehabt hatte, kennt die Fans des FC Barcelona nicht richtig. Trotz der niedrigen Temperaturen standen schon in den frühen Morgenstunden zahlreiche Anhänger vor dem Trainingsgelände Mini Estadi Schlange und warteten auf den großen Moment.

Allmählich füllte sich das Stadionrund, das unmittelbar gegenüber des legendären Nou Camp gelegen ist. Stunden vor Trainingsbeginn waren bereits sämtliche Tribünenplätze belegt. Während man auf den Beginn des Spektakels wartete, brachte ein Animateur die Zuschauer in Stimmung. Zahlreiche Anhänger ließen sich vom Rhythmus der Musik anstecken.

Schließlich betraten die Spieler des FC Barcelona nach und nach den Rasen. Die Freude über den 3:1-Auswärtssieg in der Copa del Rey bei Atlético Madrid war den Spielern noch deutlich anzusehen. Die Kinder freuten sich über das einzigartige Geschenk der Heiligen Drei Könige und riefen lauthals den Namen jedes einzelnen Spielers. Einem Akteur sollte aber ein ganz besonderer Empfang bereitet werden.

Als Lionel Messi den Platz betrat, gab es kein Halten mehr. Die Nummer zehn der Katalanen, die drei Tore in Madrid erzielte, ist zweifelsohne das große Idol des katalanischen Publikums. Die 3.000 Zuschauer im Mini Estadi stimmten immer wieder "Messi, Messi"-Rufe an und der Argentinier antwortete mit einem Lächeln und einem Gruß. Doch vor dem Vergnügen wartete die Arbeit.

Autogramme und strahlende Augen
Eine Stunde lang trainierten die Spieler des FC Barcelona, als ob es sich um eine ganz normale Trainingseinheit handeln würde. Die Akteure, die in Madrid noch auf dem Platz standen, absolvierten eine leichte Laufeinheit, während der Rest der Mannschaft angesichts der bevorstehenden Ligapartie am Wochenende auf dem kleinen Feld trainierte.

Dann schlug die Stunde der Autogrammjäger. Jedes einzelne Kind auf den Tribünen träumte davon, mit einem Autogramm von Messi, Iniesta und Co. nach Hause zu gehen. Die Stars enttäuschten nicht und verbrachten viel Zeit damit, die Autogrammwünsche der jungen Fans zu erfüllen.

Für die Spieler war es ein ganz besonderes Ereignis. Martín Cáceres, der erst diese Saison zu den Katalanen stieß, sprach sicherlich für die gesamte Mannschaft, als er seine Eindrücke schilderte. "Die Fans haben zurzeit richtig Freude an uns und ich finde es eine tolle Idee, dass die Kinder dem Training beiwohnen können. Darüber hinaus haben wir alle vor Publikum eindeutig mehr Spaß. Nach dem Ergebnis bei Atlético ist das unser persönliches Geschenk am Dreikönigstag."

Und wenn schon die Fussballer zufrieden waren, kann man sich die strahlenden Augen der kleinen Fans vorstellen, die ein Autogramm ihrer großen Vorbilder auf einem kleinen Stück Papier erhaschen konnten. "Ich habe ein Autogramm von Iniesta!", sagte immer wieder der elfjährige Andorraner Oriol, der extra für das Training von seinen Eltern nach Barcelona gefahren worden war. "Meine Klassenkameraden werden Augen machen. Das war super!".

Es besteht wohl kein Zweifel daran, dass der Fussball wie keine andere Sportart Leidenschaften weckt. Wieder einmal wurde bewiesen, dass es nicht unbedingt immer Geldgeschenke sein müssen. Auch ein kleiner Ball und die Freude, den größten Sport der Welt noch stärker in die Herzen der Fans zu tragen, können Kinderaugen zum Leuchten bringen.