Jeder Trainer oder Spieler wird bestätigen, dass Verletzungen einfach zum Fussball dazu gehören und leider unvermeidlich sind. Heutzutage können sich Spieler glücklich schätzen, wenn sie es ohne eine Knochenfraktur oder einen Bänderriss durch ihre Karriere geschafft haben. Es gibt aber auch Verletzungen, die ein Berufsfussballer nie erleiden sollte.

Wie wir in der nachfolgenden Aufzählung von Unglücksfällen ersehen, können sie zu jeder Uhrzeit auftreten, tagsüber wie auch nachts, und man kann eigentlich nichts tun, um sie zu vermeiden. Nicht einmal in seinem eigenen Bett darf sich ein Fussballer sicher fühlen, wie Englands U-21-Auswahlspieler Leroy Lita schmerzlich erfahren musste. Der Stürmer von Reading verletzte sich einen Muskel im Bein, als er morgens aufwachte und nichts weiter tat, als sich zu strecken.

Spieler sollten auch vor den Gefahren in Badezimmern auf der Hut sein. Spaniens Torhüter Santiago Canizares verlor seinen Stammplatz im Kader für den FIFA Weltpokal 2002™, als ihm eine Flasche Rasierwasser auf den Boden fiel und ein Glassplitter eine Sehne in seinem großen Zeh fast vollständig durchtrennte. Alan Mullery verpasste die Südamerika-Tour seiner englischen Nationalmannschaft, als er sich beim Zähneputzen einen Rückennerv einklemmte, während Brasiliens Star Ramalho drei Tage das Bett hüten musste, nachdem er ein Zäpfchen gegen eine Zahninfektion versehentlich heruntergeschluckt hatte.

Ein Hund als echte Gefahr?
Man sagt, dass der Hund der beste Freund des Menschen ist. Das trifft nicht immer zu. Nehmen wir nur den walisischen Nationalspieler Darren Barnard als Beispiel, der auf einem "kleinen See" seines Welpen in der Küche ausrutsche, sich das Kreuzband riss und fünf Monate ausfiel. Stoke Citys Mittelfeldspieler Liam Lawrence verletzte sich kürzlich, als er über seinen Hund stolperte, während Carlo Cudicini und Julien Escude beim Spazierengehen mit ihren Hunden Blessuren erlitten. 1969 wurde Friedel Rausch von Schalke 04 vom Schäferhund eines Ordners im Derby gegen Borussia Dortmund in den Allerwertesten gebissen.

Viel schlimmer erging es da Brentfords ehemaligem Torhüter Chic Brodie. Seine Karriere endete abrupt, als er mit einem Hirtenhund kollidierte, der auf den Platz gelaufen war. Brodie zerschmetterte seine Kniescheibe, während der Hund sich den Ball schnappte. "Es mag ein kleiner Hund gewesen sein, aber er war ganz schön hart", erklärte er im Nachhinein.

Vielleicht sollten Fussballer sich generell von Tieren und auch Kindern fernhalten. Irgendwann in den 70ern musste Norwegens Svein Grondalen seinem Nationaltrainer eine Absage erteilen, weil er beim Joggen eine Verletzung erlitten hatte. Er war mit nichts Geringerem als einem Elch kollidiert. Englands Mittelfeldspieler David Batty musste sein Comeback nach einer Achillessehnenverletzung verschieben, als ihn sein kleiner Sohn auf einem Dreirad überfuhr, und Dänemarks Allan Nielsen verpasste mehrere Spiele, nachdem ihm seine Tochter ins Auge gestochen hatte.

Heimarbeit ist nichts für Fussballer...
Ganz wichtig auch: Keine Arbeiten zu Hause verrichten! Arsenals Held Charlie George hat sich nie mehr ganz davon erholt, dass er sich mit einem Rasenmäher den großen Zeh abschnitt. Frankreichs Gregory Coupet fiel zwei Wochen aus, nachdem er sich beim Versuch, zu Hause ein Regal aufzubauen, in zwei Finger geschnitten hatte. Liverpools ehemaliger Ersatztorhüter Michael Stensgaard musste gar seinen Rücktritt vom Profisport erklären, nachdem er sich beim Zusammenklappen eines Bügelbretts schwer an der Schulter verletzte.

Den Torhütern beim Stadtrivalen Everton ist es nicht viel besser ergangen. Richard Wright fehlte seinem Verein im FA-Cup-Finale, nachdem er sich eine kuriose Verletzung beim Aufwärmen zugezogen hatte. Er ignorierte ein Warnschild, das ihn aufforderte, sich nicht vor dem Tor aufzuhalten, als er nämlich darüber fiel und sich dabei am Sprunggelenk verletzte. Bereits zuvor während seiner Karriere im Goodison Park hatte sich Wright einmal an der Schulter verletzt, als er beim Versuch, seine Koffer zu verstauen, durch den Dachboden gefallen war.

Vielleicht ziehen Torhüter das Pech irgendwie magisch an. Deutschlands Nationaltorhüter Norbert Nigbur beendete praktisch seine Karriere, als es ihm 1980 gelang, seinen Meniskus beim Aufstehen nach einem Restaurantbesuch schwer zu beschädigen. 1975 renkte sich Manchester Uniteds Torhüter Alex Stepney den Unterkiefer aus, als er während eines Spiels gegen Birmingham City seine Verteidiger anschrie.

Noch kurioser geht's nicht!
Dann gibt es Verletzungen, die sind eigentlich zu bizarr, um sie in Worte zu fassen. Milan Rapaic verpasste einmal den Beginn der Saison bei Hajduk Split, weil er sich am Flughafen die Boarding-Karte ins Auge stieß. Lionel Letizi von Paris Saint-Germain klemmte sich beim Scrabble-Spielen einen Nerv ein, als er einen Spielstein vom Boden aufheben wollte, während Sascha Bender vom Zweitligisten Stuttgart Kickers eine Gesichtsverletzung infolge... seiner Blähungen erlitt! Sein Mannschaftskamerad Christian Okpala hatte ihn geschlagen und sein Verhalten gegenüber den Medien wie folgt erklärt: "Er hat mich die ganze Zeit mit seiner Furzerei provoziert."

Spieler sollten auch darauf achten, wie sie Tore feiern. Sowohl Thierry Henry als auch Marco Tardelli verletzten sich durch Eckfahnen, die nach überschwänglichem Torjubel zurückwippten, während Arsenals Ersatzspieler Perry Groves bewusstlos zu Boden ging, als er nach einem Treffer vorschnell von der Ersatzbank aufsprang und sich den Kopf am Dach stieß. Die seltsamste Verletzung beim Torjubel ereignete sich wohl im Dezember 2004, als Servettes Mittelfeldspieler Paulo Diogo nach einem Treffer gegen Schaffhausen auf den Zaun der Spielfeldumrandung sprang, um mit den Fans zu jubeln. Dabei blieb er mit seinem Ehering hängen und riss sich die obere Hälfte seines Fingers ab. Der Schiedsrichter offenbarte wenig Mitgefühl und zeigte ihm die Gelbe Karte wegen übertriebenen Jubels.

Die ehemaligen Mannschaftskameraden bei Real Madrid, David Beckham und Emerson, zogen sich ebenfalls kuriose Verletzungen zu. So musste Beckham über dem Auge mit mehreren Stichen genäht werden, als Sir Alex Ferguson nach dem Sieg gegen den FC Arsenal im FA Cup in Old Trafford 2003 einen Fussballstiefel nach ihm kickte, während Emerson am Tag vor Brasiliens erstem Gruppenspiel gegen die Türkei beim FIFA-Weltpokal Korea/Japan 2002 bei einem Trainingskick beschloss, ins Tor zu gehen. Dort verletzte sich jedoch der Spielführer der Seleção so schwer an der Schulter, dass er für das Turnier ausfiel, das Brasilien allerdings auch ohne ihn gewann.

Doch trotz aller Schicksalsschläge und Pechsträhnen sollten die Fussballer eines nicht vergessen: Wenn man verletzt wird, sollte man sich in die Hände eines Profis begeben. 2003 verletzte sich Darius Vassell bei einer Do-it-yourself-Operation am Fuß. Er hatte eine Blutblase unter dem Nagel seines großen Zehs und benutzte eine Bohrmaschine, um den Nagel aufzubohren und die Flüssigkeit abzulassen. Das Aufbohren derartiger Blasen ist eigentlich ein übliches Verfahren, allerdings nur seitens eines Arztes und wenn es unter sterilen Bedingungen vorgenommen wird. Vassell dagegen machte alles noch viel schlimmer und zog sich eine Infektion des Zehs zu, dessen Nagel anschließend fast komplett entfernt werden musste.

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