Ulli Stielike lässt sein Amt als Fussball-Trainer der Elfenbeinküste aus Sorge um seinen schwer erkrankten Sohn vorerst ruhen. Ob der Europameister von 1980 wieder als Coach der Westafrikaner tätig sein wird, ist fraglich. Stielike kann sich zumindest der vollen Unterstützung von Seiten des ivorischen Verbandes sicher sein.
Stielike wird beim Afrikanischen Nationen-Pokal vom 20. Januar bis zum 10. Februar in Ghana nicht zur Verfügung stehen und von dem Franzosen Gerard Gili vertreten. Dies berichtet die Bild-Zeitung. Zunächst hatte Stielike nur auf die ersten beiden Gruppenspiele der Ivorer verzichten wollen.
Nach Hannover gereist
Stielike ist nach Hannover gereist, wo sein 23 Jahre alter
Sohn auf der Intensivstation der Medizinischen Hochschule liegt.
"Er stand auf der Liste für eine Lungentransplantation und
wartete auf ein Spender-Organ. Am Wochenende kam es zu einem
schweren Kollaps. Ernster kann es nicht sein", sagte der
53-Jährige der Bild-Zeitung.
Ouattara Hegaud, Generalsekretär des ivorischen Verbandes, hob hervor, dass Stielike nur vorübergehend vertreten wird. "Wir warten ab, bis sich die familiäre Situation normalisiert hat", sagte Hegaud der Nachrichtenagentur Reuters: "Wir werden ihn wieder an der Spitze dieses Teams sehen."
Mit sofortiger Wirkung wird das A-Team der Elfenbeinküste um Superstar Didier Drogba vom FC Chelsea von Gili betreut, der bereits mit der Olympia-Auswahl die Qualifikation für Peking geschafft hat. Gili wird die Nationalmannschaft in Kuwait auf den Afrika-Pokal vorbereiten und das Team zu Beginn des Kontinentalcups betreuen. Die Ivorer spielen zum Auftakt am 21. Januar gegen Nigeria und vier Tage später gegen Benin. Letzter Vorrundengegner in der Gruppe B ist am 29. Januar Mali.
Gerard Gili als Vertreter
"Aber alles, was Stielike geplant hat, wird auch so
umgesetzt", betonte Hegaud. Für den Afrika-Cup hat der
ehemalige Junioren-Coach des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) unter
anderem die in Deutschland tätigen Profis Boubacar Sanogo (Werder
Bremen) und Arthur Boka (VfB Stuttgart) sowie aus der 2. Liga
Torhüter Stephane Loboue (SpVgg Greuther Fürth) und Steve Gohouri
(Borussia Mönchengladbach) in den Kader berufen.
Stielike hatte im September 2006 die Nachfolge des Franzosen Henri Michel angetreten. Michel war nach dem Vorrunden-Aus der Elfenbeinküste bei der WM in Deutschland zurückgetreten.
