Mit einem knappen Sieg gegen Syrien sicherte sich Gastgeber Indien am Mittwoch im Ambedkar-Stadion von Neu-Delhi erstmals seit Einführung des Turniers 1982 den Nehru-Cup.
In den ersten beiden Spielen hatte sich die Elf von Bob Houghton, der zuvor schon China und Usbekistan trainiert hatte, gegen Kambodscha und Bangladesch durchgesetzt. Auch wenn Indien danach 3:2 gegen Syrien verlor, so genügte dem Team anschließend ein 3:0-Sieg gegen Kirgisistan für einen Platz im Finale - und dort reichte ein Tor von Naduparambil Pappachan Pradeep aus, um sich bei Syrien für die einzige Niederlage im Turnier zu revanchieren.
Wertvolle Vorbereitung
Dieser große Erfolg kam für Indien genau zum
richtigen Zeitpunkt: Schließlich bestreitet die Mannschaft am 8.
und 28. Oktober ihre ersten Qualifikationsspiele zur FIFA
Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™. Der Gegner in Hin- und
Rückspiel wird Libanon sein.
Schon vor Turnierbeginn hatte Trainer Houghton die syrische Mannschaft als gefährlichen Gegner eingeschätzt. "Syrien ähnelt von der Spielweise her Libanon und konnte im Juni vergangenen Jahres sogar gegen Libanon gewinnen", so der Engländer. "Ich hoffe, dass meine Spieler in diesen Begegnungen wertvolle Erfahrung sammeln."
Leidenschaftlich von den Fans angefeuert, erspielte Indien sich schnell einen Feldvorteil, während Syrien nur schwer ins Spiel fand. Die erste große Chance für die Heimmannschaft gab es nach neun Minuten, als Kapitän Baichung Bhutia einen Konter einleitete und Nanjangud Shivanju Manju freispielte, dessen Flanke genau vor den Füßen von Steve Dias landete. Doch Dias schoss das Leder über den gegnerischen Kasten.
Nach einigen weiteren klaren Chancen, die allesamt vergeben wurden, gingen die Gastgeber kurz vor der Pause doch noch in Führung: Bhutia bediente Pradeep, der mit einem kraftvollen Schuss Syriens Torhüter Musab Balhous keine Chance ließ.
Die Syrer hatten sich noch nicht von diesem Schock erholt, da traf die Mannschaft ein weiterer Rückschlag: Kurz vor der Pause wurde Wael Ayan nach einem Foulspiel vom Platz gestellt. Da das Team aus dem Nahen Osten nach der Pause nur noch zehn Mann auf dem Platz hatte, dominierte Indien von Beginn der zweiten Hälfte an das Geschehen und brachte den Sieg problemlos nach Hause.
"Wir haben uns hart auf das Turnier vorbereitet, und meine Spieler verdienen den Sieg einfach", sagte der begeisterte Trainer, nachdem die Jubelfeiern auf dem Platz vorüber waren. "Wir haben das ganze Turnier über gut gespielt, und die einzelnen Spieler haben hervorragende Leistungen geboten."
Internationale Erfahrung
Neben Indien sammelten auch die anderen vier
Turnierteilnehmer wertvolle internationale Erfahrung im Hinblick
auf die Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika
2010™. Dabei zeigte Syrien, das in der ersten Qualifikationsrunde
auf Afghanistan trifft, warum es von den fünf Mannschaften beim
Nehru-Cup in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste am besten platziert
ist: Das Team sah nach vier Siegen in den ersten vier Spielen,
darunter einem knappen 3:2 gegen Indien, wie der sichere
Turniersieger aus, und es unterlag auch im Finale den Gastgebern
nur mit einem Tor.
Der zentralasiatische Vertreter Kirgisistan dürfte trotz der zwei Niederlagen gegen die späteren Finalisten aus seinen hart erkämpften Siegen gegen Kambodscha und Bangladesch neues Selbstbewusstsein gewonnen haben. Mit diesen Erfolgen im Rücken wird die ehemalige Sowjetrepublik in der ersten Runde gegen das favorisierte Jordanien unbedingt zeigen wollen, dass sie nicht nur als Lückenbüßer an der Qualifikation zur WM in Südafrika teilnimmt.
Auch Kambodscha sammelte bei der knappen 4:3-Niederlage gegen Kirgisistan Erfahrung auf internationalem Niveau - Erfahrung, die dem Team in der Qualifikationsrunde gegen Turkmenistan zugute kommen wird. Und die Elf aus Bangladesch, die während des 13-tägigen Turniers vor allem durch nimmermüden Einsatz beeindruckte, hofft, dass sie in rund fünf Wochen gegen Tadschikistan für eine Überraschung sorgen kann.
Spiele und Ergebnisse:
Erste Runde
Indien - Kambodscha 6:0
Kirgisistan - Kambodscha 4:3
Syrien - Bangladesch 2:0
Indien - Bangladesch 1:0
Syrien - Kirgisistan 4:1
Kambodscha - Bangladesch 1:1
Indien - Syrien 2:3
Kirgisistan - Bangladesch 1:0
Syrien - Kambodscha 5:1
Indien - Kirgisistan 3:0
Finale
Indien - Syrien 1:0
