Das enttäuschende Halbfinal-Aus bei der UEFA EURO ist "überzeugend" aufgearbeitet, Joachim Löw richtet den Blick nach vorne: Sechs Wochen nach dem 1:2 gegen Italien geht der Bundestrainer zur Tagesordnung über und nominiert am Donnerstag seinen Kader für das Länderspiel am 15. August (20:45 Uhr) in Frankfurt/Main gegen Argentinien.
Während die Gauchos für das Prestigeduell sogar FIFA Weltfussballer Lionel Messi aufbieten wollen, ist die Besetzung der DFB-Auswahl allerdings noch offen. Von Löw, der wochenlang abgetaucht war, gab es seit der UEFA EURO keine Aussagen zu seinen Plänen, großartige Veränderungen sind aber nicht zu erwarten. Dies deutete DFB-Chef Wolfgang Niersbach nach einer Präsidiumssitzung am Montag mit dem Trainerstab der Nationalmannschaft schon einmal an.
"Wir sind uns mit unseren sportlichen Köpfen absolut einig, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. Die anstehende WM-Qualifikation wird nicht leicht werden, aber wir glauben an das große Potenzial unserer Mannschaft und sind sicher, dass sie auch weiterhin erfolgreich sein wird", sagte Niersbach (61) und lobte Löws "überzeugende EM-Analyse".
Der Bundestrainer hatte schon unmittelbar nach dem EM-k.o. davon gesprochen, "dass wir neue Ansätze und Anreize finden müssen". Grundsätzliche Dinge wolle er aber "nicht infrage stellen". Er werde mit allen Spielern "das Turnier aufarbeiten, es wird aber keine großen personellen Einschnitte geben. Der Kader verfügt über sehr gute Perspektiven".
Aus diesem Kader wird gegen Argentinien definitiv der verletzte Münchener Angreifer Mario Gomez fehlen. Auch eine Nominierung der angeschlagenen Bastian Schweinsteiger und Mario Götze erscheint unwahrscheinlich. Möglicherweise verzichtet Löw (51) auch auf Lukas Podolski. Der England-Legionär vom FC Arsenal stand schon bei der EM in der Kritik und scheint auch jetzt nicht in Form zu sein. "Podolski braucht länger als erwartet", sagte Arsenal-Teammanager Arsène Wenger zuletzt über den Fitnesszustand des Ex-Kölners.
Weiter planen kann Löw mit Torjäger Miroslav Klose. Der 34-Jährige deutete nach der EM schon einige Male an, dass er bis zur FIFA WM 2014 in Brasilien gerne weitermachen möchte. Unter Druck steht indes Torwart Tim Wiese (30), der in Ron-Robert Zieler, Marc-André ter Stegen und Bernd Leno junge Konkurrenten hat.
Zum engeren Kreis von Löw gehören neben den 23 EM-Teilnehmern noch die vor der EM kurzfristig ausgebooteten ter Stegen, Sven Bender und Julian Draxler. Wie es mit dem Stuttgarter Cacau (31) weitergeht, ist offen. Der gebürtige Brasilianer hatte in der vergangenen Saison in Stuttgart seinen Stammplatz verloren.
Klar ist vor dem ersten Auftritt in der neuen Saison nur eins: Alles ist ab sofort einem Ziel untergeordnet - dem WM-Titel. Am 7. September startet die "Mission 2014" mit der Qualifikation, in der Deutschland auf die Faröer, Österreich, Schweden, die Republik Irland und Kasachstan trifft. Die Partie gegen Argentinien ist für Löw die einzige Testmöglichkeit.
Löw: "Keine großen Einschnitte"
(SID) Mittwoch 8. August 2012
