Bambang Pamungkas, seinen fast drei Millionen Anhängern auf "Twitter" besser bekannt als "Bepe", ist in Indonesien eine Legende. Seine 37 Tore und 83 Spiele für Indonesien sind nationale Rekorde, und nach wie vor ist er als Spielführer der Nationalmannschaft ein Vorbild für die junge Generation indonesischer Fussballspieler. Dabei sollte es für Bepe, wie er uns erzählt, zunächst gar keine Karriere im Fussball werden.

"Ich hatte eigentlich nie daran gedacht, Fussballspieler zu werden. Mein Traumberuf war Lehrer", erzählte er FIFA.com. "An meinem achten Geburtstag hat mir mein Vater aber dann ein Paar Fussballschuhe geschenkt und von da an war es klar: Ich wollte Fussballspieler werden."

Bereits als Nachwuchsspieler wusste er zu überzeugen. 1999 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag bei Persija Jakarta. Seine erste Saison verlief sensationell, denn Bepe erzielte nicht weniger als 24 Tore in 30 Spielen und wurde Torschützenkönig der ersten Liga des Landes. Er glaubt, dass es eine Mischung aus Entschlossenheit und dem Umstand war, dass ihn niemand kannte, die ihn im ersten Jahr so erfolgreich sein ließ.

"Damals war ich unglaublich motiviert. Ich wollte allen zeigen, dass ich mit den Top-Stürmern in Indonesien mithalten konnte", fuhr er fort. "Und dann waren die Verteidiger noch nicht an meine Spielweise gewöhnt, so dass sie es gegen mich ziemlich schwer hatten."

Bepes Qualitäten als Torjäger weckten auch das Interesse ausländischer Vereine und nach einem Probetraining bei den deutschen Bundesligisten Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln unterzeichnete er einen Vertrag beim niederländischen Drittligisten EHC Norad. Obwohl er nur kurze Zeit in den Niederlanden spielte, möchte der Stürmer diese Erfahrung nicht missen.

"Meine Zeit in den Niederlanden war sicherlich eine der wichtigsten Phasen in meiner Karriere", erzählt er. "Ich habe viel darüber gelernt, was es heißt, wie ein Profi zu leben. Leider war ich damals noch jung, weit weg von meiner Familie und den Freunden und lebte in einer ganz anderen Kultur, so dass ich Heimweh bekam. Dazu kam noch das kalte Wetter, das die Anpassung auch erschwerte. Aber um ehrlich zu sein, hat das, was ich dort gelernt und erlebt habe, meinen Charakter geformt."

Er kehrte nach Indonesien zurück und holte bereits in seiner ersten Saison bei Persija Jakarta den Titel. 2005 erhielt Bepe ein Angebot vom malaysischen Verein Selangor, mit dem er große Erfolge feiern konnte. Bereits in seinem ersten Jahr im malaysischen Fussball holte er mit seinem neuen Klub das Triple.

"Die Saison 2005/06 war meine beste. In meinen 43 Spielen in allen Wettbewerben schaffte ich 41 Tore und holte drei Titel. Und dabei bekam ich keine einzige Gelbe oder Rote Karte und war nie verletzt. Es war ein fantastisches Jahr."

Der Angreifer kehrte 2007 wieder zu Persija zurück, wo er seitdem unter Vertrag steht. 2010 ging er noch einmal nach Neuseeland, zu einem Probetraining bei Wellington Phoenix. Für die Zukunft möchte sich Bepe jedoch alle Optionen offen halten und schließt auch einen Abschied von Jakarta nicht aus.

"Das kalte Wetter in Neuseeland hat mich zögern lassen. Es wäre doch sehr schwierig für mich und meine Familie geworden, dort zu leben. Vielleicht besteht aber noch die Möglichkeit, in Südostasien zu spielen."

Bepe begann seine Karriere in der Nationalmannschaft kurz nach der Unterzeichnung seines ersten Profivertrages bei Persija. Bereits bei seinem Debüt gegen Litauen 1999 war er erfolgreich. Er räumt ein, dass es für ihn als 18-Jährigen schwer war, mit dem Druck umzugehen.

"Es war wirklich schwierig", erzählt er. "Die Leute haben angefangen, mich zu erkennen und über alles zu reden, was ich tat. Das war eine ganz wichtige Phase in meiner Karriere, denn wenn ich nicht gelernt hätte, mich zu kontrollieren, wäre ich wohl überheblich geworden. Ich habe es geschafft, konzentriert zu bleiben, denn ich war mir sicher, dass dies erst der Anfang war und ich noch viel zu erleben hatte."

Obwohl er Rekordnationalspieler ist und auch die meisten Treffer im Nationaldress erzielt hat, möchte der Angreifer unbedingt noch einen Titel mit seinem Land gewinnen.

"Diese Rekorde haben keine Bedeutung ohne einen Titelgewinn, den alle Indonesier feiern könnten", glaubt er. "Ein großer Titel mit Indonesien, das wäre der perfekte Abschluss meiner Karriere. Mein größtes Ziel, bevor ich meinen Abschied verkünde, ist es, einen Titel zu gewinnen."

Nachdem er vor kurzem seinen 32. Geburtstag gefeiert hat, denkt Bepe inzwischen öfter über seine Karriere und seine Vorbildfunktion für die indonesische Jugend nach. Er sagt, dass seine Familie immer einen starken Einfluss auf seine Karriere gehabt hat.

"Beide Eltern haben meinen Charakter als Person bestimmt", sagte er. "Nachdem ich geheiratet habe, wurden meine Frau und meine drei Töchter zu einem ganz wichtigen Teil meines Lebens. Was ich nun tue, das tue ich für sie, für diejenigen, die ich liebe."

Bepe erinnert sich auch an die Spieler, die ihn in seinen ersten Jahren am stärksten beeinflusst haben. "Zu Beginn meiner Karriere war ich ein offensiver Mittelfeldspieler und meiner Ansicht nach war Paul Gascoigne zu jener Zeit ein Genie. Als ich noch ein Teenager war, galt Kurniawan Dwi Julianto als der Superstar in Indonesien und fast alle jungen Menschen, mich eingeschlossen, betrachteten ihn als ihr großes Idol. Als wir im Jahr 2000 gemeinsam in der Nationalmannschaft spielten, ist für mich ein Traum wahr geworden."

In seiner Freizeit widmet sich Bepe seiner eigenen Webseite und verschickt Nachrichten an seine Anhänger bei "Twitter". Doch der Indonesier verbringt auch gerne Zeit in der Küche. "Ich liebe es zu essen", sagt er lächelnd. "Jede Person, die das tut, möchte sicher auch Kochen lernen. Mein Lieblingskoch ist Jamie Oliver. Seine Art zu kochen ist ausdrucksvoll und innovativ."

Die Frage, was er wohl in zehn Jahren machen würde, beantwortet Bepe auf seine Art. "Um ehrlich zu sein", sagt er, "habe ich mir darüber noch gar keine Gedanken gemacht. Vielleicht stehe ich als Trainer an der Seitenlinie und rufe meinen Spielern Anweisungen zu oder ich sitze als Schriftsteller in meinem Zimmer mit einem Laptop und einer Tasse Kaffee. Oder ich stehe in einer Küche, wo ich als Chefkoch Bestellungen abarbeite!"

Bepe hat auch eine Botschaft für die heutige indonesische Jugend: "Hört nie auf, zu träumen. Im Augenblick bin ich es, der für dieses Land spielt. Aber eines Tages kann einer von euch mein Nachfolger werden, und dafür müsst ihr alles geben."