Argentinien und Brasilien nutzten die beiden für Länderspiele frei gehaltenen Termine des internationalen Spielkalenders, um ihre Nationalteams nach dem eher enttäuschenden Abschneiden bei der Copa América 2011 wieder auf Kurs zu bringen.

Während sich andere Nationen wie die beiden Gastgeber der UEFA EURO 2012, Polen und die Ukraine, noch in einer Konsolidierungsphase befinden, haben die Nationalmannschaften von Paraguay und der USA seit kurzem einen neuen Trainer.

FIFA.com analysiert die Ergebnisse der jüngsten Freundschaftsspiele dieser Teams vor dem Hintergrund der demnächst beginnenden Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™.

Die Favoriten
Um dem neuen argentinischen Nationaltrainer Alejandro Sabella sein Debüt zu erleichtern, begab sich Argentinien auf einen Kurztrip nach Asien, um dort zwei Testspiele zu bestreiten. Herausgekommen sind zwei Siege sowie jede Menge aufschlussreicher Erkenntnisse. In der Partie gegen Venezuela (1:0) in Kalkutta, die vor einer unglaublichen Zuschauerkulisse über die Bühne ging, setzte Sabella auf Lionel Messi als Spielmacher, dem er zudem ab sofort auch die Kapitänsbinde anvertraut. Ähnlich wie beim FC Barcelona mit Xavi und Andrés Iniesta erprobte der Trainer dabei eine Variante, bei der er zunächst Lucho González, später dann Javier Pastore als zweiten Spielmacher neben Messi agieren ließ. Zumindest im Fall des Neuzugangs von Paris Saint-Germain ging Sabellas Rechnung voll auf. Messi blieb zwar erneut ohne Torerfolg, erwies sich jedoch besonders in punkto Ballkontrolle und Ballverteilung als wichtiger Schlüsselspieler seiner Mannschaft. Überhaupt erweckte er endlich den Eindruck, bald auch im argentinischen Nationaltrikot zu treffen. Bestätigen konnte Messi diese Tendenz bereits drei Tage später in Bangladesch, als er beim 3:1 gegen Nigeria zwei Tore vorbereitete und bei einer Aktion à la Diego Maradona die gesamte nigerianische Abwehr in Aufruhr versetzte.

Bei Brasilien kehrte Ronaldinho, der sich derzeit bei Flamengo Rio de Janeiro in Bestform präsentiert, nach längerer Abwesenheit in die Nationalmannschaft zurück, die sich ihrerseits immer noch auf der Suche nach ihrem Rhythmus und ihrer Effizienz zu befinden scheint. Mit Ronaldinho kam zumindest wieder etwas Farbe ins Spiel der Seleção. Im Testspiel gegen das häufig aggressiv zu Werke gehende Ghana – die Afrikaner mussten eine volle Stunde lang in Unterzahl spielen – zählte Ronaldinho zu den wenigen Brasilianern, die dem Spiel ihrer Mannschaft entscheidende Impulse verleihen konnten. Mit fortschreitender Spieldauer schrumpfte sein Anteil am Spielaufbau jedoch zusehends. Die Brasilianer dominierten zwar insgesamt die Partie, mussten sich am Ende aber mit einem einzigen Treffer durch Leandro Damiao begnügen, der nach schöner Vorlage von Fernandinho zum 1:0 einschoss.

Mit dem Ziel, ihre derzeitigen Anlaufprobleme in den Griff zu bekommen, treffen die beiden südamerikanischen Giganten Argentinien und Brasilien am 14. September in Córdoba und danach am 28. September in Belem aufeinander.

Die Überraschungen
Francisco Arce, der den Argentinier Gerardo Martino als paraguayischer Nationaltrainer ablöste, gelang mit Paraguay ein Einstand nach Maß. Denn unter seiner Leitung landeten die Guaraníes sowohl gegen Panama (2:0) wie auch gegen Honduras (3:0) zwei souveräne Siege. Erklärtes Ziel des 40-jährigen Trainers und Ex-Nationalspielers (61 Länderspieleinsätze) ist seine dritte Teilnahme an einer WM-Endrunde – dieses Mal allerdings als Trainer, nachdem er bei den Turnierauflagen 1998 und 2002 als Spieler mit von der Partie war.

Für eine angenehme Überraschung sorgte auch Ecuador, das bei der Copa América 2011 schon nach der Vorrunde ausgeschieden war. Dank zweier überzeugender Siege über Jamaika (5:2, Doppelpack von Torjäger Christian Benítez) und Costa Rica (4:0) fanden die Ecuadorianer wieder in die Erfolgsspur zurück und erzielten mit neun Toren in den beiden Begegnungen eine beeindruckende Trefferquote.

Die Enttäuschungen
Wenige Monate vor der UEFA EURO 2012 ist die Ukraine noch immer auf der Suche nach dem richtigen Konzept. Zuletzt kassierte die Mannschaft von Trainer Oleg Blokhin drei Niederlagen in Folge, davon zwei vor heimischer Kulisse gegen Schweden (0:1) und Uruguay (2:3) sowie eine 0:4-Pleite gegen die Tschechische Republik in Prag.

Polen als zweites EM-Gastgeberland gelingt es derzeit ebenso wenig, erfolgreich zu spielen. Nachdem die Polen in Warschau gegen Mexiko nicht über ein Remis (1:1) hinausgekommen waren, mussten sie sich auch im gestrigen Freundschaftsspiel gegen die DFB-Auswahl, die mit einer auf vielen Positionen veränderten Mannschaft nach Danzig gereist war, mit einem Unentschieden (2:2) zufrieden geben. Beide Teams erzielten dabei erst kurz vor Schluss ihren jeweils zweiten Treffer.

Viel Arbeit steht auch Jürgen Klinsmann bevor, der am 29. Juli 2011 sein neues Amt als Nationalcoach der USA angetreten hat. Seither mussten sich die U.S.-Amerikaner gegen Belgien ebenso wie gegen Costa Rica mit 0:1 geschlagen geben.

Spieler in Topform
Seit seiner Rückkehr nach Barcelona erzielt Cesc Fàbregas einen Treffer nach dem anderen. Zuletzt glänzte er im Trikot der Roja, nachdem diese im Testspiel gegen Chile zur Halbzeitpause bereits mit 0:2 ins Hintertreffen geraten war. Nachdem der stets zuverlässige Iniesta für den Anschlusstreffer gesorgt hatte, kam nach rund einer Stunde Spielzeit Fàbregas ins Spiel und steuerte erneut zwei Tore bei – eins davon per Elfmeter, den er unmittelbar vor Schluss verwandelte.