Am ersten Spieltag der Qualifikation für die UEFA EURO 2012 wurden alle Favoriten ihrer Rolle gerecht, wenn auch nicht alle dabei glänzten. Einzig Frankreich kassierte eine peinliche 0:1-Heimniederlage gegen Außenseiter Belarus und zeigte damit, dass die seit Südafrika offenkundige Krise noch lange nicht überwunden ist.
Die Finalisten der letzten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ machten da weiter, wo sie zuletzt aufgehört haben. Spanien siegte in Liechtenstein mit 4:0, die Niederlande in San Marino gar mit 5:0. In Torlaune zeigte sich auch England beim 4:0 gegen Bulgarien, während Italien beim 2:1 gegen Estland und Deutschland beim 1:0 gegen Belgien wesentlich mehr Mühe hatten.
Das Spitzenspiel
England – Bulgarien 4:0
Tore: Jermain Defoe (4., 61., 86.), Adam Johnson (83.)
Besonders in der letzten halben Stunde nahm England Bulgarien regelrecht auseinander. Der dreifache Torschütze Jermain Defoe wurde dabei von Wayne Rooney unterstützt, der in der Rolle des Vorbereiters glänzte. Allerdings dauerte es bis nach der Pause, ehe England ballsicher wurde. Vorher gab es ein wahres Fehlpassfestival. Neben dem Sieg konnte England allerdings auch den Durchbruch von Joe Hart von Manchester City feiern. Der Torhüter zeigte mehrere Glanzparaden und verhinderte zwei Mal beinahe sichere Gegentore. Unter Umständen haben die Three Lions endlich den lange gesuchten Nachfolger für David Seaman gefunden.
Die anderen Spiele
In Gruppe A setzte sich die Türkei ungefährdet in Kasachstan durch. Für die ersten beiden Tore sorgen Arda Turan und Hamit Altintop binnen zwei Minuten, als gerade einmal eine halbe Stunde gespielt war. Deutschland konnte sich derweil ohne diverse Stammspieler einmal mehr bei Miroslav Klose bedanken, der beim 1:0 gegen Belgien den Treffer des Abends markierte.
Russland tat in Gruppe B zum Auftakt gegen Andorra (2:0) nicht mehr als nötig. Beide Tore gingen auf das Konto von Pavel Pogrebnyak. Die Republik Irland hingegen war voll gefordert, um aus Armenien mit drei Punkten heimzukehren (1:0). In einer Gruppe, die ausgeglichen zu werden verspricht, musste sich die Slowakei in Geduld üben. Erst in der letzten Minute gelang Filip Holosko der Siegtreffer zum 1:0 gegen Mazedonien.
In Gruppe C brachte sich Italien zunächst in Not. Zur Pause lag die Nazionale gegen Estland durch ein Tor von Sergei Zenjov zurück, der einen Stockfehler von Salvatore Sirigu bestraft hatte. Nach einer Stunde jedoch nutzten die erfahrenen Italiener zwei Eckbälle, um innerhalb von drei Minuten das Spiel zu drehen. Der erste landete direkt auf dem Kopf von Antonio Cassano und den zweiten leitete eben jener Cassano per Hacke zu Leonardo Bonucci weiter, der einen Meter vor der Linie zum 2:1-Endstand einschob. Für den Weltmeister von 2006 war es der erste Sieg des Jahres.
Serbien gab sich unterdessen beim 3:0-Sieg auf den Färöer keine Blöße. Danko Lazovic und Dejan Stankovic sorgten früh für klare Verhältnisse, Nikola Zigic besorgte in der Schlussminute den Endstand. Nordirland entführte derweil durch ein Tor von Corry Evans drei Punkte aus Slowenien und schickt sich an, der Partyschreck der Gruppe zu werden.
Frankreich trifft unterdessen weiterhin einfach das Tor nicht mehr. Zum Auftakt in Gruppe D beherrschten die Bleus von Laurent Blanc eine hausbackene Mannschaft aus Belarus, vergaben dabei jedoch auch beste Chancen. Und wie das oft in solchen Situationen ist: Wer vorne das Tor nicht macht, bekommt hinten eines rein – in diesem Fall durch Sergey Kislyak kurz vor Schluss. Frankreichs Krise verschärft sich durch diese 0:1-Niederlage weiter.
Bosnien-Herzegowina machte in Luxemburg kurzen Prozess und erzielte durch Senijad Ibricic, Miralem Pjanic und Edin Dzeko drei Tore binnen 16 Minuten (3:0). Ein ermutigendes 1:1-Unentschieden schaffte Albanien in Rumänien. Den Ausgleich erzielte Gjergj Muzaka drei Minuten vor dem Abpfiff.
In Gruppe E setzten sich beide Favoriten durch. Gegen Ungarn musste Schweden allerdings bis zur zweiten Hälfte Geduld haben, ehe Pontus Wernbloom, der vielseitige Stürmer von AZ Alkmaar, den Bann brechen konnte (2:0). Die Niederlande ihrerseits machten nicht viel Federlesens mit San Marino (5:0). Drei Tore erzielte der agile Klaas Jan Huntelaar, den Schlusspunkt setzte Rückkehrer Ruud van Nistelrooij. Eine Überraschung gab es in Moldawien, wo der Gastgeber Finnland mit 2:0 bezwang, nachdem die Gäste eine Stunde lang in Unterzahl spielen mussten, weil Sami Hyypia des Feldes verwiesen worden war.
In Gruppe F setzte sich Kroatien ungefährdet mit 3:0 gegen Lettland durch, während Griechenland erst spät zum 1:1-Ausgleich gegen eine überraschend starke Elf aus Georgien kam. Bereits am Donnerstag hatte sich Israel dank dreier Tore von Yossi Benayoun mit 3:1 gegen Malta durchgesetzt.
Ebenfalls keine Blöße gab sich Welt- und Europameister Spanien in Gruppe I beim 4:0 in Liechtenstein, bei dem Fernando Torres zwei Tore schoss.
Das Tor des Tages
Armenien – Republik Irland 0:1, Keith Fahey (76.)
Robbie Keane stoppte einen langen Ball in die Tiefe im Strafraum mit der Brust, drehte sich und legte ab auf Kevin Doyle. Dieser wiederum legte sofort zurück auf den gerade einmal acht Minuten zuvor eingewechselten Keith Fahey, dessen Flachschuss unhaltbar im Tor einschlug.
Der Spieler des Tages
Sergey Kislyak (BLR)
Auch wenn die französische Nationalmannschaft gerade eine Krise nie dagewesenen Ausmaßes durchmacht, hätte doch niemand Belarus im Stade de France große Chancen eingeräumt. Und so spielten die Gäste denn auch auf Sicherheit. Sie waren ganz darauf bedacht, erst einmal hinten den Laden dicht zu machen. Erst eine Viertelstunde vor Schluss wurden sie etwas mutiger – und prompt belohnt: in der 86. Minute fand sich Kislyak unversehens freistehend wieder, nachdem Vyacheslav Gleb in den Rücken der Abwehr geflankt hatte. Es war das Siegtor für die Nummer 78 der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste.
Die Zahl des Tages
43 - So viele Länderspieltore hat Weltmeister David Villa jetzt geschossen. Ein Tor fehlt ihm noch auf Rekordhalter Raúl. Villas Quote indes ist jetzt schon besser als die des Schalker Neuzugangs, denn er benötigte nur 66 Einsätze dafür, während die legendäre Nummer 7 derer 102 brauchte.
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