Junge Fussballtalente werden bei den Olympischen Jugendfussball-Turnieren, die Mitte des Jahres in Singapur stattfinden, eine weitere Gelegenheit haben, ihre Fähigkeiten auf der Weltbühne unter Beweis zu stellen. Die erste Auflage des alle vier Jahre veranstalteten Wettbewerbs findet im August statt. Ziel ist es, talentierte junge Sportler aus der ganzen Welt in einer Vielzahl von hochwertigen Wettkämpfen zusammenzubringen.

"Die Olympischen Jugendspiele sind das Flaggschiff der Bestrebungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), junge Menschen ins Boot zu holen", erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge am 21. Februar bei der Bekanntgabe von Singapur als Austragungsort. Auch die russische Hauptstadt Moskau hatte sich um die Austragung beworben. "Bei diesen Spielen geht es nicht nur um den Wettkampf. Sie sollen auch eine Plattform darstellen, über die jungen Leuten die olympischen Werte und der Nutzen des Sports nahegebracht werden können."

Seltene Gelegenheit
Getreu der Vision von Präsident Rogge werden bei den Sommerjugendspielen vermutlich etwa 3.600 der weltbesten Athleten zusammenkommen, darunter auch 216 Fussballer und Fussballerinnen, die in zwei jeweils sechs Mannschaften umfassenden Turnieren gegeneinander antreten werden.

Nachdem Iran bei der Westasienmeisterschaft zwei Mal den zweiten Platz belegt hat, wird das Land nun Gelegenheit bekommen, sich im Fussballturnier der Mädchen auf der Weltbühne zu beweisen. Außer diesem Neuling im Frauenfussball werden die Türkei, Äquatorialguinea, Trinidad und Tobago, Chile und Papua-Neuguinea als Repräsentanten ihrer jeweiligen Konföderationen am Wettbewerb teilnehmen.

Gastgeber Singapur nimmt als AFC-Repräsentant am Turnier der Jungen teil. Die restlichen fünf Startplätze gehen an Simbabwe, Kuba, Bolivien, Vanuatu und Montenegro. Die Konstellationen mögen zwar etwas ungewöhnlich erscheinen, andererseits dürfte die Möglichkeit, neue Nationen in einem Elite-Fussballumfeld zu sehen, in der Öffentlichkeit sicherlich auf breite Zustimmung stoßen, wie das bei den Olympischen Fussballturnieren ja bereits seit jeher der Fall ist.

Ehrgeizige Gastgeber
Obwohl Singapur über eine der erfolgreichsten Fussballmannschaften der ASEAN-Region verfügt, konnte das Land auf der Weltbühne bisher nicht wirklich beeindrucken und hat sich noch nie für eine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ qualifiziert. Auf kontinentaler Ebene haben die Südostasiaten erst ein Mal an der Endrunde teilgenommen: 1984 waren sie als Gastgeber des AFC Asien-Pokals automatisch für den Wettbewerb qualifiziert. Beim Olympischen Jugendfussball-Turnier der Jungen wird das Land nun allerdings die seltene Gelegenheit erhalten, seine Fortschritte in dieser Sportart vor einem Weltpublikum zu demonstrieren.

"Unsere A-Nationalmannschaft hätte fast den Sprung in die letzte Qualifikationsrunde zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ geschafft. Einen Spieltag vor Schluss hofft das Team nun auf die Qualifikation für den AFC Asien-Pokal 2011, der in Katar stattfindet", so Eric Ong, der Sprecher des singapurischen Fussballverbands, gegenüber FIFA.com. "Das ist für unsere Nachwuchsspieler ein großer Ansporn, und sie werden bemüht sein, in diesem neuen Wettbewerb einen bahnbrechenden Erfolg zu feiern."

"Wir haben letztes Jahr im Juli ein Trainingslager in Österreich abgehalten und sind anschließend nach Thailand gereist, um dort Freundschaftsspiele zu bestreiten. Im Vorfeld des Turniers haben wir für dieses Jahr weitere hochklassige Spiele geplant und werden unter anderem gegen einige A-Teams antreten", fährt er fort.

"Wir werden alles daran setzen, die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg zu machen. Gleichzeitig müssen unsere Jungs diese Chance nutzen, um internationale Erfahrung zu sammeln und sich zu präsentieren. Sie sind schließlich unsere Zukunft." Die sechs Mannschaften werden in zwei Gruppen aufgeteilt, die Erst- und Zweitplatzierten jeder Gruppe ziehen ins Halbfinale ein.

Teilnehmende Mannschaften
Jungen:
Singapur, Simbabwe, Kuba, Bolivien, Vanuatu, Montenegro
Mädchen: Iran, Äquatorialguinea, Trinidad und Tobago, Chile, Papua-Neuguinea, Türkei