Algerien wird diesen Sommer in Südafrika zum ersten Mal seit 1986 bei einer Endrunde der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft dabei sein, und auch die Teilnahme beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal in Angola war nach einer seit 2004 anhaltenden Durststrecke ein beachtenswerter Erfolg. Seit dem Gewinn des Titels im eigenen Land 1990 erreichten sie mit dem vierten Rang zudem das beste Ergebnis beim kontinentalen Kräftemessen.

Dennoch wird vom ersten großen Turnier 2010 wohl in erster Linie die Unbeständigkeit der Mannschaft in Erinnerung bleiben. So sagte Kapitän Yazid Mansouri im Anschluss an das Spiel um Platz drei: "Wir haben nicht so gut gespielt, wie wir es gerne getan hätten. Wir werden uns verbessern und von den Fehlern, die wir bei diesem Turnier gemacht haben, lernen. Wir müssen sehr hart arbeiten, um insbesondere im Mittelfeld und im Angriff auf die Weltmeisterschaft vorbereitet zu sein. Der Nationen-Pokal war für uns die Gelegenheit, herauszufinden, wo wir uns verbessern müssen."

Die Ergebnisse
Algerien startete in Gruppe A mit einer überraschenden 0:3-Niederlage gegen Malawi in das Turnier. Im Anschluss bewies die Mannschaft indes Disziplin und entschied mit einer konzentrierten Leistung die zweite Partie gegen Mali mit 1:0 für sich, bevor sie im abschließenden Gruppenspiel mit einem 0:0 gegen Gastgeber Angola die nächste Runde erreichte. Im Viertelfinale kamen die Nordafrikaner nach zweimaligem Rückstand zu einem 3:2-Erfolg gegen das favorisierte Team aus der Elfenbeinküste. Im Halbfinale indes ging die Mannschaft sang- und klanglos mit 0:4 gegen Ägypten unter. Gleich drei Akteure wurden in der Begegnung gegen ihre nordafrikanischen Rivalen vom Platz gestellt, die folglich auch bei der abschließenden 0:1-Niederlage gegen Nigeria im Spiel um Platz drei nicht mit von der Partie waren.

Positive Aspekte
Nach dem indiskutablen Auftakt gegen Malawi appellierten die Algerier an ihren Stolz und zeigten ihre wahren Stärken. Beim Sieg gegen Mali stellten sie unter Beweis, dass sie hartnäckig auf Ergebnis spielen können und vor allem in der Defensive kaum zu überwinden sind. Jede Mannschaft, die gegen die taktisch listigen Algerier in Rückstand gerät, steht auf verlorenem Posten. Sie halten geschickt den Ball in den eigenen Reihen, unterbinden früh jeden Angriff auf ihre eigene Hälfte, um dann selbst mit verblüffendem Tempo präzise Konter zu setzen. Ihr Angriff wird vom unermüdlichen Torjäger Abdelkader Ghezzal angeführt, während Nadir Belhadj vom FC Portsmouth auf dem linken Flügel ein ständiger Gefahrenherd ist. Im Tor wiederum bewies Fawzi Chaouchi gegen die vielgerühmte Offensive der Malier, dass er einer der besten Schlussmänner des Kontinents ist.

Gegen die favorisierten Ivorer leisteten sich die Algerier einen nervösen Beginn, der möglicherweise auf ihre mangelnde internationale Erfahrung in den letzten Jahren zurückzuführen ist. Der erfahrene Trainer Rabah Saadane hatte im Vorfeld angekündigt, dass er den Nationen-Pokal nutzen möchte, um sich auf die großen Duelle bei der Weltmeisterschaft vorzubereiten. Mit der erfolgreichen Aufholjagd im Viertelfinale zeigte seine Elf dann auch, wozu sie gegen die besten Mannschaften Afrikas imstande ist, wenn dem Coach die letzte Feinabstimmung gelingt.

Negative Aspekte
Insgesamt ließ Algerien zehn Tore in sechs Partien zu und erzielte selbst nur vier, von denen drei in einem Spiel fielen. Gegen Malawi zeigte sich die Mannschaft besonders wackelig und wurde von einem Team vorgeführt, das erst zum zweiten Mal überhaupt an einem Afrika Cup teilnahm. Gegen die Ägypter, die sie noch in der Playoff-Runde der WM-Qualifikation überwunden hatten, bestanden sie nur eine halbe Stunde lang, dann kam die erste Rote Karte. In der zweiten Halbzeit verloren die Algerier gegen den späteren Afrikameister jegliche Disziplin und Ordnung, was in einem großen Turnier unter permanentem Druck sicherlich keine gute Idee ist.

Die nahe Zukunft
Bevor es zur sehnsüchtig erwarteten Weltmeisterschaft nach Südafrika im Juni geht, bestreitet das Team im März in Algier ein Testspiel gegen Serbien. In Südafrika bekommen es die Algerier in der Gruppe C mit Slowenien, England und den USA zu tun, allesamt erstmalige Duelle in der Geschichte der Nordafrikaner.