Kamerun musste gegen Tunesien zwei Mal eine Aufholjagd starten und sicherte sich schließlich ein 2:2-Unentschieden und den Einzug ins Viertelfinale des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals Angola 2010. Ebenfalls mit von der Partie ist das Überraschungsteam aus Sambia, das den vorherigen Tabellenführer Gabun mit 2:1 besiegte.

Kamerun, Sambia und Gabun hatten an der Tabellenspitze der Gruppe D am Ende allesamt vier Punkte auf dem Konto. Die beiden erstgenannten Teams konnten jedoch mehr Tore erzielen und kamen daher weiter. Tunesien rangiert nach drei Unentschieden in ebenso vielen Spielen mit drei Punkten auf dem letzten Platz.

Sambia ist Tabellenführer, weil das Team im direkten Vergleich mit den anderen beiden Mannschaften mit vier Punkten die meisten Treffer erzielen konnte. Der Außenseiter tritt nun am 25. Januar in Lubango gegen Nigeria an. Kamerun bekommt es am selben Tag in Benguela mit dem amtierenden Afrika-Meister Ägypten zu tun, der das Turnier bereits zwei Mal in Folge für sich entscheiden konnte. Im Finale des Afrikanischen Nationen-Pokals 2008 in Ghana hatten die Ägypter Kamerun mit 1:0 besiegt.

Da in dieser Gruppe noch alles offen war, war allen Mannschaften bewusst, dass ein einziges Tor die Rangfolge wieder durcheinander würfeln könnte. Besonders enttäuscht war am Ende Gabuns Trainer Alain Giresse. Schließlich war seinem Team zum Turnierauftakt noch ein Überraschungssieg gegen den viermaligen Turniersieger Kamerun gelungen.

Ergebnisse
Gabun – Sambia 1:2 (Do Marcolino 83. für Gabun; Kalaba 28., Chamanga 62. für Sambia)
Kamerun – Tunesien 2:2 (Eto’o 46., N'Guemo 64. für Kamerun; Chermiti 1., Chedjou – ET, 63. für Tunesien)

Tor des Tages
Kamerun – Tunesien 0:1, Amine Chermiti (1.)
Nach zwei eher wackligen Auftritten löste Kameruns Trainer Paul Le Guen einige Kontroversen aus, indem er die Mannschaft radikal umstellte. Unter anderem mussten der ehemalige Mannschaftskapitän und Abwehrstratege Rigobert Song sowie Routinier Geremi zu Spielbeginn auf der Bank Platz nehmen. Stellen Sie sich einmal vor, was in dem Franzosen vorgegangen sein muss, als die Tunesier direkt nach dem Anstoß die linke Abwehrseite durchbrachen und den Auftakttreffer erzielten, als manche Zuschauer noch gar nicht auf ihren Plätzen saßen. Nachwuchsstürmer Chermiti profitierte von einer Hereingabe von Khaled Souissi. Er ließ zwei kamerunische Verteidiger stehen und bugsierte das Leder aus etwa acht Metern Torentfernung per Flugkopfball ins lange Eck.

Denkwürdige Momente
Le Guens Auswechslung zahlt sich aus
Nach dem frühen Gegentor schlichen die Kameruner zunächst mit hängenden Köpfen in die Kabine. Nach der Pause kamen sie jedoch mit neuer Energie und einem neuen Spieler wieder zum Vorschein. Pierre Webo, der für Jean Makoun ins Spiel gekommen war, sorgte im zweiten Durchgang schnell für die Wende. Genauso schnell wie Tunesien in der ersten Hälfte getroffen hatte, schlug Kamerun in der zweiten zu. Webo legte auf der rechten Flanke einen sehenswerten Sprint hin und spielte auf Samuel Eto'o, der sich zwischen zwei Abwehrspielern hindurchwühlte und zum Ausgleich ins kurze Eck traf. Nach diesem Treffer hat der Mannschaftskapitän Kameruns nun im Afrikanischen Nationen-Pokal bereits 18 Treffer erzielt. Das ist Rekord. Der von Le Guen neu ins Spiel gebrachte Webo brachte die tunesische Abwehr auch im weiteren Spielverlauf immer wieder ins Schwitzen.

Sambia ungemein schnell
In der Partie im Ombaka-Stadion war Sambia vor allem mit schnellen Flankenläufen erfolgreich. Rainford Kalaba, Felix Katongo und James Chamanga brachten die gabunische Abwehr ein ums andere Mal mit ihrer Schnelligkeit in Bedrängnis. Mit dieser Geheimwaffe konnten die Sambier immer wieder Löcher in die Verteidigungslinien Gabuns reißen. Genau das taten Chintu Kampamba und Katongo dann auch nach einer knappen halben Stunde im Zusammenspiel mit dem freistehenden Kalaba. Dieser spielte den herauslaufenden Torhüter Didier Ovono aus und eröffnete den Torreigen.

Schneller Ausgleich
Beim Spielstand von 1:1 machte Kameruns Abwehr noch immer einen ziemlich wackligen Eindruck, und Aurelien Chedjou zahlte in der 63. Minute einen hohen Preis. Ohne Not versuchte der Abwehrspieler den langen Ball von Ben Saada von der Strafraumgrenze aus per Kopf an Torhüter Carlos Kameni zurückzugeben. Allerdings verlief nicht alles nach Plan. Der Ball flog über den machtlosen Kameni hinweg direkt ins eigene Netz. Das war ein schrecklicher Augenblick für Chedjou, der für Rigobert Song in die Startelf gerückt war. Kameruns Reaktion auf den Rückstand folgte jedoch auf dem Fuße. Zum wiederholten Male spielte der eingewechselte Webo die Vorbereiterrolle. Er brachte den Ball unter Kontrolle und bediente Landry N'Guemo, der die Kugel mit einem Gewaltschuss von der Strafraumgrenze ins kurze Eck jagte. Nur sechs Minuten später wurde dann Song eingewechselt, dem es gelang, etwas Ruhe in die Abwehr zu bringen.

Gabun mit späten Chancen
Ein plötzlicher Konzentrationsabfall auf Seiten Sambias brachte am Schluss noch einmal richtig Spannung ins Spiel. In der 83. Minute spielte Daniel Cousin den völlig frei stehenden Fabrice do Marcelino an, der genügend Zeit und Raum hatte, um das Leder im Tor unterzubringen. Plötzlich war für Gabun, das während des gesamten Spielverlaufs im Hintertreffen gewesen war, wieder alles drin. Ein Punkt hätte der Mannschaft bereits ausgereicht, um die Tabellenführung zu behaupten. Die Spieler streiften ihre Müdigkeit ab und gaben noch einmal alles. Am Ende sprangen noch zwei Freistöße heraus, aber keiner konnte Sambias Schlussmann Kennedy Mweene wirklich gefährlich werden.

Zahl des Tages
6 –
Die Anzahl der Viertelfinalisten des Afrikanischen Nationen-Pokals, die vor zwei Jahren in Ghana ebenfalls die Runde der letzten Acht erreichten. Ghana, Nigeria, Kamerun, die Elfenbeinküste, Ägypten und Angola zogen auch 2008 in die nächste Runde ein. Außerdem waren damals noch Tunesien und Guinea mit von der Partie, die dieses Mal durch Sambia und Algerien ersetzt werden.

Zitat
"Wir sind dankbar dafür, dass wir heute etwas erreicht haben. Alle dachten, es sei unmöglich, aber wir haben gerade das Gegenteil bewiesen."
Chris Katongo (Mannschaftskapitän, Sambia)

Die nächsten Spiele
Angola – Ghana (24. Januar, 17:00 Uhr)
Elfenbeinküste – Algerien (24. Januar, 19:30 Uhr)

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