WM-Teilnehmer Nigeria ist beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2010 in Angola Titelverteidiger Ägypten ins Viertelfinale gefolgt. In der Gruppe C feierten die Super Eagles einen souveränen 3:0-Erfolg, die Pharaonen gaben sich beim 2:0 gegen Benin keine Blöße.

Die Ägypter, die hier für einen neuen Rekord sorgen und den kontinentalen Titel zum dritten Mal in Folge gewinnen möchten, treffen jetzt am 25. Januar in Benguela auf den Zweitplatzierten der Gruppe D. Nigeria muss am selben Tag in Lubango gegen den Gruppensieger antreten. Alle vier Teams in Gruppe D (Gabun, Kamerun, Tunesien und Sambia) können sich noch für das Viertelfinale qualifizieren und sogar noch Gruppensieger werden. Die entscheidenden Spiele stehen am Donnerstag an.

Die Ägypter hatten sich die Tabellenführung in ihrer Gruppe bereits vor der heutigen Partie gesichert und gönnten daher einigen Routiniers eine Pause. Unter ihnen war auch Mohamed Zidan, der sich von einer Grippeinfektion erholt. Trotzdem konnte das Team seine Positivserie beim Nationen-Pokal weiter ausbauen und bringt es mittlerweile auf 15 Spiele ohne Niederlage. Zum letzten Mal unterlagen die Ägypter im Jahr 2004 Algerien mit 1:2.

Benin musste im Mittelfeld ohne Leistungsträger Stephane Sessegnon auskommen, der für diese Partie gesperrt war. Nigeria konnte hingegen wieder auf Stürmer Obafemi Martins zählen. Er wurde im Spiel gegen Mosambik in der 66. Minute eingewechselt und zeigte nach seiner kürzlichen Operation und sechswöchigen Pause keinerlei Schwächen. Ganz im Gegenteil. Er konnte gegen Spielende sogar noch ein Abstaubertor erzielen. Der mosambikanische Torhüter hatte das Leder nach einem Torschuss von John Obi Mikel nur noch wegschlagen, aber nicht mehr unter Kontrolle bringen können. Daraus schlug Martins Kapital.

Für den mosambikanischen Stürmer Manuel Tico Tico Bucuane könnte dies hingegen der letzte Afrikanische Nationen-Pokal sein. Der 36-jährige beste Torschütze aller Zeiten und Rekordnationalspieler der Mosambikaner war bereits bei den letzten beiden Teilnahmen seines Landes an diesem prestigeträchtigen Wettbewerb dabei gewesen (1996 und 1998).

Ergebnisse
Ägypten – Benin 2:0 (El Mohammady 8., Moteab 23.)
Nigeria – Mosambik 3:0 (Odemwingie 45., 47., Martins 86.)

Tor des Tages
Ägypten – Benin 1:0, Ahmed El Mohammady (8.)
Sicherlich könnte man argumentieren, dass El Mohammady viel Glück hatte, als er Benins Schlussmann Djidonou Yoann von der rechten Spielfeldseite mit einem Heber überwand, aber gleichzeitig war dieser Treffer das Ergebnis einer klugen Blitzentscheidung und eines ausgesprochen guten "Timings". Nachdem er an den Ball gekommen war, erfasste Al-Muhammadi mit einem Blick, dass Yoann aus seinem Tor herausgelaufen war. Mit einem präzisen Heber in die linke obere Torecke überwand er den Torhüter der Beniner, der nur noch hilflos zuschauen konnte.

Denkwürdige Momente
Präzise Ägypter treffen erneut
Emad Moteab erzielte seinen zweiten Treffer in diesem Wettbewerb. Er staubte nach einer Glanzparade von Torwart Yoann ab, der zuvor einen präzisen Kopfball von Ahmed Raouf abgewehrt hatte. Die Abwehr Benins konnte ihrem Torhüter nicht schnell genug zu Hilfe eilen. Moteab profitierte von der Situation und beförderte die Kugel eiskalt ins Netz. Nach diesem Treffer gaben sich die Beniner auf, die bis dahin alles gegeben hatten, um noch den Ausgleich zu erzielen.

Nigeria vergibt Chancen
Die Nigerianer wussten, dass ihnen zum Weiterkommen bereits ein Unentschieden reichte. Daher spielten sie auf Sicherheit. Dennoch gelangen den Westafrikanern drei Treffer und sie vergaben in der ersten Halbzeit auch noch zwei hundertprozentige Chancen. In der 24. Minute sah alles danach aus, als würde Chinedu Obasi Ogbuke das Leder aus kurzer Distanz per Kopf im Tor versenken. Nach einem von John Obi Mikel ausgeführten Freistoß hatte Danny Shittu ihm den Ball per Kopf aufgelegt. Torhüter Kapango schien bereits geschlagen, aber dann ließ der pfeilschnelle Stürmer den Ball genau vor dessen Füßen abtropfen und vergab die Chance. 14 Minuten später sorgte ein Missverständnis in der mosambikanischen Hintermannschaft dafür, dass Yakubu plötzlich völlig frei vor Torwart Kapango stand. Der beim FC Everton unter Vertrag stehende Spieler zögerte allerdings zu lange und ließ sich den Ball am Ende doch noch abnehmen.

Torschuss-Training
Nigeria gab in der Partie gegen Mosambik den Ton an, und die Mosambikaner versuchten sich mit schnellen Kontern, um sich die Chance auf den Einzug in die nächste Runde zu erhalten. Die Strategie wäre beim Spielstand von 0:0 zwei Mal fast aufgegangen. Die erste Gelegenheit ergab sich nach gut einer halben Stunde Spielzeit, als Paito Torhüter Vincent Enyeama nach einem Sprint über die linke Flanke mit einem Schuss aus etwa 25 Metern zu einer Glanzparade zwang. Bei der zweiten Gelegenheit waren die Mosambikaner sogar noch näher am Erfolg. Enyeama konnte den Ball nach Miros angeschnittenem Flachschuss gerade noch an den Außenpfosten lenken. Drei Minuten später trafen die Nigerianer dann ins Schwarze und zeigten einmal mehr, wie schnell so ein Spiel auf den Kopf gestellt werden kann.

Endlich ein Einsatz
Die ägyptische "Nummer zwei" im Tor ist sicher nicht gerade zu beneiden. Schließlich war Essam El-Hadary in den letzten zehn Jahren immer die unumstrittene Nummer eins. Nun bekam der Ersatztorwart Abdul-Wahid Al-Sayed 15 Minuten vor Schluss der Partie gegen Benin am Mittwoch aber endlich seine Chance. Zu diesem Zeitpunkt schien der Sieg bereits in trockenen Tüchern zu sein. Da es unwahrscheinlich ist, dass El-Hadary in naher Zukunft abgelöst wird, hat Al-Sayed diesen seltenen Augenblick sicherlich genossen.

Ein Treffer pro Halbzeit
Peter Odemwingie war im bisherigen Verlauf des Afrikanischen Nationen-Pokals einer der absoluten Leistungsträger Nigerias. Mit seinen beiden Toren in der letzten Minute der ersten und zwei Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit bestätigte er einmal mehr, dass er 2010 zu den wichtigsten Akteuren seines Teams zählt. Beim ersten Treffer kam er außerhalb des mosambikanischen Strafraums an den Ball. Während Verteidiger Campira noch zögerte und abwartete, was er wohl als nächstes tun würde, donnerte Odemwingie den Ball mit einem scharfen Linksschuss neben dem kurzen Pfosten in die Maschen. Beim zweiten Treffer legte er einen schnellen Sprint hin und konnte dann problemlos aus Yakubus Hereingabe Kapital schlagen.

Zahl des Tages
169 – Die Anzahl der Länderspieleinsätze, die der legendäre Ahmed Hassan nach der Partie gegen Benin für sich verbuchen kann. Damit hat er den Rekord des bisherigen ägyptischen Rekord-Nationalspielers Hossam Hassan eingestellt.

Zitat
"Ich freue mich für die Mannschaft. Auf uns lastete ein großer Druck, aber wir haben seit Beginn des Wettbewerbs hart gearbeitet und Fortschritte gemacht."
Peter Odemwingie (zweifacher Torschütze für Nigeria)

Die nächsten Spiele
Gabun – Sambia (21. Januar, 17:00 Uhr)
Kamerun – Tunesien (21. Januar, 17:00 Uhr)

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