Im einzigen Spiel des Tages beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2010 in Angola besiegte Ghana das Team aus Burkina Faso und zog damit ins Viertelfinale ein. Den knappen 1:0-Sieg sicherte André Dede Ayew, der Sohn des legendären ghanaischen Fussballers Abedi Pele, durch seinen Treffer in der 30. Minute.

Die Elfenbeinküste hatte aufgrund des Rückzugs von Togo heute spielfrei. Mit vier Punkten auf dem Konto gewannen die Ivorer die Gruppe B, gefolgt von Ghana mit drei Zählern. Im Viertelfinale treffen die Ghanaer am Sonntag in Luanda auf Gastgeber Angola, der die Gruppe A als Sieger abgeschlossen hatte. Das Team der Elfenbeinküste bestreitet sein nächstes Spiel ebenfalls am Sonntag in Cabinda gegen Algerien.

Togo hatte seine Mannschaft nach einem Anschlag auf den Mannschaftsbus mit mehreren Toten in Cabinda noch vor Beginn des Turniers zurückgezogen.

Ergebnis
Burkina Faso – Ghana 0:1 (A. Ayew, 30.)

Tor des Tages
Burkina Faso – Ghana 0:1, André Dede Ayew (30.)
Erstmals fiel beim Afrikanischen Nationen-Pokal in Angola an einem Spieltag nur ein einziger Treffer. Torschütze war André Dede Ayew, der während der Partie unzählige Male über die linke Außenbahn vorstieß. Beim Tor hatte er allerdings wenig Mühe: Nach einer Flanke von der rechten Seite, die über die Abwehr Burkina Fasos hinweg segelte, stand Ayew an der Grenze des Fünfmeterraums völlig frei. Er nutzte die Chance perfekt, indem er nicht einmal die Füße zu Hilfe nahm, sondern lediglich seinen Kopf in die Flugbahn des Balles hielt und die Kugel so in die Maschen beförderte. Dass Ayew derart sträflich viel Platz hatte, ist umso erstaunlicher, wenn man daran zurückdenkt, wie sicher die Verteidigung Burkina Fasos im Auftaktspiel gegen die Elfenbeinküste in Cabinda gestanden hatte.

Denkwürdige Momente
Dramatik bis zum Ende
Es gab nicht allzu viele gute Torchancen in dieser Partie, doch die Spannung war bis zum Ende kaum zu überbieten. Ghana musste unbedingt gewinnen, während Burkina Faso ein Unentschieden gereicht hätte. In der Schlussphase der Partie stieg die Spannung fast bis ins Unerträgliche. In der dritten Minute der Nachspielzeit blieb den Ghanaern dann fast das Herz stehen: Mahamadou Kere spielte einen Querpass auf Moumouni Dagano, der in den zwölf WM-Qualifikationsspielen nicht weniger als zwölf Treffer für Burkina Faso erzielt hatte. Doch noch bevor Dagano das Leder in Richtung Tor jagen konnte, warf sich Ghanas Torhüter Richard Kingson mutig auf den Ball und rettete damit seinem Team den Sieg.

Schnell wie der Wind
Ghanas Trainer Milovan Rajevac ließ es sich nicht nehmen, nach der Partie den gegnerischen Flügelflitzer Jonathan Pitroipa persönlich zu loben. Pitroipa hatte während des Spiels unermüdlich auf der Außenbahn geackert und ein ums andere Mal für Probleme in der Verteidigung Ghanas gesorgt. Seinen besten Lauf zeigte er bereits in der achten Minute, als er von links unwiderstehlich nach innen zog und seine Gegner hinter sich ließ. Doch es gelang ihm nicht, den Ball an Torhüter Kingson vorbei zu befördern, der im richtigen Moment herauslief.

Rot heißt "Halt!"
In der 66. Minute musste das Team Burkina Fasos einen Tiefschlag einstecken. Mamadou Tall sah nach einem relativ harmlosen Foul an Asamoah Gyan die Gelbe Karte, und weil er bereit zuvor einmal verwarnt worden war, bedeutete dies für ihn den Platzverweis. In Unterzahl konnte Burkina Faso dann nicht mehr den Druck aufrechterhalten und es gelang dem Team nicht mehr, noch den Ausgleich zu erzielen, der das Weiterkommen bedeutet hätte.

Ein Star auf der Tribüne
Während die Ghanaer auf dem Spielfeld den Treffer gegen Burkina Faso feierten, zeigte die Kamera auch den verletzten Michael Essien, der von der Tribüne aus zusehen musste - eine Erinnerung daran, auf wie viele Schlüsselspieler Ghana derzeit verzichten muss. Nicht weniger als sechs Stammspieler fehlen Ghana bei dem Versuch, zum fünften Mal den Titel zu holen, und einige weitere Teammitglieder schlagen sich mit Fitnessproblemen herum. Da Essien auch für den Rest des Turniers ausfällt, muss sich die junge Mannschaft, in der zahlreiche Spieler von der FIFA U-20-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr stehen (unter anderem Torschütze Ayew), weiterhin ohne Veteranen auf der großen Bühne behaupten.

Zahl des Tages
13 - So oft hat Ghana bei den bisherigen 17 Teilnahmen am Afrikanischen Nationen-Pokal die erste Runde überstanden. 1980, 1984 und 1998 hingegen schieden die Ghanaer nach den Gruppenspielen aus, ebenso wie 2006, als sie zwei ihrer drei Spiele verloren und aufgrund der schlechteren Tordifferenz die Segel streichen mussten.

Zitat
"Das war insgesamt gesehen eine recht ausgeglichene Partie. Burkina Faso hat immer wieder angegriffen und war insbesondere bei Standardsituationen sehr gefährlich. In der zweiten Spielhälfte hatten wir Gelegenheiten zu eigenen Angriffen, doch uns fehlte meist die Konzentration im Abschluss."
Milovan Rajevac (Trainer, Ghana)

Die nächsten Spiele
Benin - Ägypten, 20. Januar, 17:00 Uhr
Nigeria – Mosambik 20. Januar, 17:00 Uhr

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