Algerien und Gastgeber Angola trennten sich in Luanda mit einem torlosen Unentschieden, das beiden Seiten zum Einzug ins Viertelfinale beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2010 reichte.

Die Angolaner schlossen die Gruppe A mit fünf Punkten als Sieger ab. Algerien und Mali haben je vier Zähler auf dem Konto. Dank des 1:0-Sieges gegen Mali vom vorangegangenen Spieltag ziehen die Nordafrikaner in die nächste Runde ein.

Mali erzielte gleich in den ersten drei Minuten zwei Treffer gegen Malawi und brachte den Sieg dann sicher nach Hause. Am Ende stand es 3:1. Malawi hatte das Turnier mit einem völlig überraschenden 3:0-Erfolg gegen WM-Teilnehmer Algerien begonnen und hätte mit einem Unentschieden selbst das Viertelfinale erreichen können.

Algerien trifft in der nächsten Runde auf den Sieger der Gruppe B, aller Voraussicht nach die Elfenbeinküste. Angola kann weiter in der Landeshauptstadt Luanda spielen und bekommt es wahrscheinlich mit dem Sieger der morgigen Partie zwischen Ghana und Burkina Faso zu tun.

Ergebnisse
AngolaAlgerien 0:0
MaliMalawi 3:1 Malawi (Kanoute, 1.; Keita, 3.; Bagayoko, 85.; Russel, 58.)

Tor des Tages
MaliMalawi 2:0, Seydou Keita (3.)
Nach dem Wiederanstoß nach Kanoutes Führungstreffer kam der Ball zu Malis Torhüter, der ihn wieder nach vorn beförderte. Dann verursachte Peter Mponda einen Freistoß in gut 32 Metern Torentfernung. Eigentlich eine recht ungefährliche Distanz, doch nicht, wenn ein Seydou Keita auf dem Feld steht. Der Star vom FC Barcelona jagte den Ball mit einem gewaltigen Schuss an Torhüter Swadick Sanudi vorbei genau in den linken Winkel. So musste der Schlussmann das Leder bereits zum zweiten Mal aus den Maschen holen, noch bevor die meisten Zuschauer überhaupt ihre Sitzplätze eingenommen hatten.

Denkwürdige Momente
Kanoute mit Blitztreffer
Während Malawis Torhüter Sanudi bei dem bereits erwähnten Freistoß von Keita völlig machtlos war, wird er sich mächtig über den noch davor gefallenen Treffer ärgern, der den Fehlstart Malawis in diese Partie einleitete. Schon ein paar Sekunden nach dem Anpfiff wollte der in Südafrika aktive Torhüter den Ball wieder zurück ins Mittelfeld spielen, doch das Leder landete genau bei Kanoute. Der in die Startformation zurückgekehrte Stürmer vom FC Sevilla fackelte nicht lange, sondern zog sofort in Richtung des leeren Tores ab. Sanudis verzweifelter Rettungsversuch kam zu spät. Kurz danach kam es dann noch schlimmer für Malawi.

Carlos mit Blitzreflex
Der erfahrene angolanische Torhüter Carlos zeigte in der 22. Minute der Partie gegen Algerien die beste Parade des Spiels, als Madjid Bougherra nach einem Freistoß von Nadir Belhadj eine Riesenchance hatte. Doch Carlos konnte den Ball mit dem Glück des Tüchtigen und einem starken Reflex mit einem Bein halten und dann unter sich begraben.

Malawi mit starker Moral
Nach der völlig verpatzten Anfangsphase hatte Malawi es in der Partie gegen Mali besonders schwer. Doch nach der Pause ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft, die nach einer Stunde auch mit einem verdienten Tor für ihre Anstrengungen belohnt wurde. Russell Mwafulirwa nutzte die Situation aus, als es Malis Verteidigung nach Peter Mpondas Flanke von links nicht gelang, zu klären. Es kam zu einer unübersichtlichen Situation vor dem Tor von Mali, bei dem Torhüger Mahamadou Sedibe zu Boden ging. Plötzlich hatte Mponda wieder den Ball und spielte zu Mwafulirwa, der sich im Rücken der gegnerischen Verteidiger nach vorn geschlichen hatte. Der schlaksige Stürmer hatte keinerlei Mühe, die Kugel über die Linie ins leere Tor zu schieben und Malawi so noch einmal eine Chance zu geben.

Vom Helden zum Pechvogel
Nachdem Mwafulirwa seine Mannschaft durch das Anschlusstor wieder ins Spiel gebracht hatte, hätte er sich beinahe Heldenstatus erarbeitet. Doch der in Schweden aktive Spieler konnte in der 71. Minute eine Riesenchance zum Ausgleich nicht nutzen. Erneut erfolgte der Angriff über den linken Flügel, dieses Mal über Josephy Kamwendo, der auf den völlig ungedeckten Mwafulirwa direkt vor dem Tor flankte. Doch dessen Kopfball misslang gründlich und der Ball sprang auf den Boden und dann über das Tor hinweg, während Mwafulirwa ihm nur fassungslos hinterher sehen konnte.

Zahl des Tages
13 –
So viele Tore fielen in den drei Gruppenspielen Malis, sieben davon für die Westafrikaner und sechs für ihre Gegner. Acht der 13 Tore fielen bereits im ereignisreichen Eröffnungsspiel gegen Angola, das mit 4:4 endete, nachdem Mali in der Schlussviertelstunde vier Treffer erzielte. Das Turnier wird mit dem Ausscheiden Malis wohl auch etwas an Dramatik verlieren.

Zitate
"Wir sind nicht weitergekommen; das ist sehr enttäuschend. Im zweiten Spiel ist etwas schief gelaufen. Wir waren nicht stark genug und Algerien hat uns besiegt. Wir wussten, dass uns heute selbst ein Sieg möglicherweise nicht reichen würde. Daher haben wir darauf gehofft, dass Angola vor eigenem Publikum gewinnen würde. Ich bin sehr enttäuscht." Frederic Kanoute (Stürmer, Mali), Afrikas Fussballer des Jahres 2007.

"Wir haben unser erstes Ziel erreicht und uns für die nächste Runde qualifiziert. Jetzt werden wir alles daran setzen, noch etwas besser abzuschneiden als jemals zuvor." Manuel Jose (Trainer, Angola), der im Mai des vergangenen Jahres mit der Leitung des Teams betraut wurde. Die Angolaner erreichten ihre bislang beste Platzierung 2008, als sie bis ins Viertelfinale vorstießen, das sie mit 1:2 gegen Ägypten verloren.

Das nächste Spiel
Burkina Faso – Ghana, 19 Januar, 17:00 Uhr

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