Der viermalige Afrikameister Kamerun holte beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal Angola 2010 zwar seine ersten Punkte, musste in Lubango allerdings zunächst einen Rückstand gegen Sambia aufholen, bevor am Ende ein 3:2-Erfolg zu Buche stand.
Gabun führt nach dem heutigen torlosen Unentschieden gegen Tunesien mit jetzt vier Punkten auf dem Konto weiterhin die Gruppe D an. Kamerun folgt mit drei Punkten, Tunesien hat zwei Zähler auf dem Konto und Sambia einen. Dabei hatte im Vorfeld des Turniers niemand Gabun als ernsthaften Titelanwärter auf der Rechnung. Doch im ersten Spiel setzten sich die Gabuner überraschend gegen Kamerun durch, und auch am Sonntag blieben sie gegen einen der ewigen Favoriten und Sieger der Auflage von 2004 ungeschlagen.
Kamerun lief gegen Sambia eine ganze Stunde lang einem Rückstand hinterher. Eine Niederlage hätte für den Mitfavoriten das sichere und blamable vorzeitige Ausscheiden bedeutet. Doch nach der überaus dramatischen Schlussphase der Partie konnten die unzähmbaren Löwen aufatmen und sich über einen 3:2-Sieg gegen die starken Sambier freuen.
Ergebnisse
Gabun – Tunesien 0:0
Kamerun – Sambia 3:2 (Geremi, 68., Eto'o, 72., Idrissou, 86.; J. Mulenga 8., C. Katongo (Elfm.) 81.)
Tor des Tages
Kamerun - Sambia 3:2, Mohamadou Idrissou (86.)
Kameruns Stürmer Mohamadou Idrissou nutzte seine Körpergröße beim Siegtreffer optimal aus, indem er die gesamte sambische Abwehr übersprang und einen wuchtigen und platzierten Kopfstoß an Torhüter Kennedy Mweene vorbei in die Maschen setzte. In der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ war Idrissou nicht berücksichtigt worden und seine Nominierung für das Turnier in Angola erfolgte erst spät. Doch er erwies sich als perfekter Joker und sorgte letztlich dafür, dass Kamerun weiter hoffen darf. Nach seiner Einwechslung agierte Kamerun im Angriff deutlich gefährlicher und Sambia geriet in der Defensive zunehmend ins Schwimmen. So konnten die Kameruner die Partie drehen.
Denkwürdige Momente
Im Spiel bleiben
Carlos Idriss Kameni darf sich mit Fug und Recht als einer der besten Torhüter Afrikas bezeichnen. Mit seiner doppelten Rettungstat in der 38. Minute hat er möglicherweise seinem Team den Verbleib im Turnier gerettet. Sambia lag bereits seit geraumer Zeit in Führung, und bei einer Niederlage wäre das Ausscheiden Kameruns sicher gewesen. In dieser Situation zeigte Kameni seine ganze Klasse und parierte zwei Mal auf spektakuläre Weise und verhinderte so einen höheren Rückstand. Zunächst faustete er einen Freistoß von Rainford Kalaba weg, doch der Ball sprang genau vor die Füße von Chris Katongo, der sofort abzog. Doch Kameni war erneut zur Stelle und rettete mit einer Reflexbewegung, mit der er das Leder gerade noch zur Ecke um den Pfosten drehte. Dank dieser Paraden blieb es beim 0:1, so dass die unzähmbaren Löwen im Spiel blieben und letztlich noch den Sieg holen konnten.
Chance verpasst
In der 26. Minute der Partie zwischen Tunesien und Gabun konnte der tunesische Stürmer Armine Chermiti dank seiner Übersicht und seiner Schnelligkeit einen gegnerischen Rückpass abfangen. Torhüter Didier Ovono erkannte die drohende Gefahr und stürmte ihm entgegen, doch Chermiti schaffte es, am Schlussmann vorbei zu kommen. Er hätte lediglich noch einschießen müssen, doch dann stolperte er und die Chance war vergeben. Da dies die größte Chance der Tunesier blieb, verpassten sie erneut ihren ersten Sieg bei diesem Turnier.
Tore, Tore, Tore
Angesichts seines Torriechers ist es kaum überraschend, dass Samuel Eto'o der führende Torjäger in der Geschichte des Afrikanischen Nationen-Pokals ist. Am Sonntag schraubte er seinen eigenen Rekord auf 17 Tore hoch. Dabei war der Treffer absolut typisch für den dreimaligen Fussballer des Jahres in Afrika. In der 72. Minute schlug Somen Tchoyi eine Flanke nach vorn und die sambische Verteidigung reagierte sehr überhastet. Der missglückte Klärungsversuch eröffnete Eto'o eine Chance, die er sich nicht nehmen ließ. Er reagierte schneller als alle Verteidiger und jagte das Leder mit aller Kraft in die Maschen.
Aller schlechten Dinge sind drei
Der Gabuner Eric Mouloungui hatte gleich drei Mal die Chance, seine Mannschaft gegen Tunesien in Führung zu bringen, zwei Mal per Kopfball und ein Mal mit einem Schuss aus der Halbdistanz. Doch er konnte keine dieser Gelegenheiten nutzen sondern setzte den Ball zur Erleichterung der Tunesier in allen drei Fällen knapp am Tor vorbei. Die größte Chance vergab er dabei in der 18. Minute, als er völlig unbedrängt zum Kopfball kam, aber enttäuscht mit ansehen musste, wie der Ball das Ziel verfehlte.
Zahl des Tages
11 – So viele Tore fielen in den letzten beiden Gruppenspielen zwischen Kamerun und Sambia beim Afrikanischen Nationen-Pokal. Vor zwei Jahren in Ghana kassierte Sambia eine deftige 1:5-Niederlage. In der heutigen Partie war das Ergebnis viel knapper.
Zitat
"Wir haben den Charakter eines Löwen gezeigt und bis zum letzten Moment für die drei Punkte gekämpft." Geremi (Verteidiger, Kamerun)
Die nächsten Spiele
Angola – Algerien, 18. Januar, 17:00 Uhr
Mali – Malawi, 18. Januar, 17:00 Uhr
Ihre Meinung zählt!
Wer ist der beste afrikanische Torjäger - Samuel Eto'o oder Didier Drogba? Klicken Sie auf "Kommentar hinzufügen" und lassen Sie die Fussballfans in aller Welt wissen, was Sie denken.
