Die Fussballwelt trauert um Robert Enke. Der Torhüter der deutschen Nationalmannschaft wurde am Dienstagabend nahe seines Wohnortes Neustadt am Rübenberge in Niedersachsen von einem Zug überrollt. Das gab die Polizei wenige Stunden nach dem tragischen Tod des 32-Jährigen bekannt.
Die Nachricht löste im In- und Ausland tiefe Betroffenheit aus. "Die internationale Fussballfamilie hat die äußerst traurige Nachricht über den Hinschied von Robert Enke erhalten. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei der Frau und der Familie von Robert Enke, und wir wünschen ihnen die Kraft, den Schmerz ertragen zu vermögen", ließ FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, der derzeit auf offizieller Reise in Mexiko weilt, verlauten.
Auch die deutsche Nationalmannschaft, die sich derzeit auf das Länderspiel am Samstag gegen Chile in Köln vorbereitet, zeigte sich tief betroffen. "Wir sind fassungslos und voller Trauer. Unser ganzes Mitgefühl gilt der Frau von Robert Enke und seiner Familie. Robert Enke war ein wunderbarer Mensch, der auch harte Schicksalsschläge verdauen musste", so DFB-Präsident Theo Zwanziger. Oliver Bierhoff, Manager der Nationalmannschaft, ergänzte: "Wir sind alle geschockt, uns fehlen die Worte." Das DFB-Team sagte neben dem für heute Morgen geplanten Training auch alle zugesagten Interviewtermine ab.
"Ich bin unendlich traurig. Wenn man eine solche Nachricht bekommt, werden alle anderen Probleme ganz klein", rang auch Deutschlands Fussball-Legende Franz Beckenbauer um die passenden Worte. Vor der Geschäftsstelle von Enkes aktuellem Verein, Bundesligist Hannover 96, versammelten sich noch am Dienstagabend etwa 300 Fans, Spieler und Weggefährten. Sie zündeten Kerzen an und legten Blumen nieder. Aus Teelichtern wurde eine 96 geformt.
Enke bestritt in seiner Karriere insgesamt acht Länderspiele, fünf davon in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™. Neben Stationen in der Bundesliga bei Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach wagte der Schlussmann 1999 den Sprung ins Ausland, wo er unter anderem für Benfica Lissabon, den FC Barcelona, Fenerbahçe Istanbul und CD Teneriffa auflief.
Barça gedachte Enke vor dem Pokalspiel gegen den Drittligisten Cultural Leonesa am Dienstagabend im Stadion Nou Camp mit einer Schweigeminute. Im Hintergrund wurde klassische Musik eingespielt, die Spieler senkten die Köpfe und liefen mit Trauerflor auf.
Christian Wulff, Ministerpräsident von Niedersachsen, ließ geschockt verlauten: "Deutschland verliert einen Ausnahmesportler und einen sensiblen Menschen, der für viele ein Vorbild war. Wir trauern um ihn."
