Nach der Auslosung der Endrunde des Asien-Pokals 2007 in Kuala Lumpur gab es im Lager des Titelverteidigers Japan und bei den als sehr stark eingeschätzten Australiern, die erstmals bei dem Turnier dabei sein werden, viele lächelnde Gesichter zu sehen.

Die Japaner wurden in eine Gruppe mit den beiden westasiatischen Vertretern Katar und Vereinigte Arabische Emirate gelost. Komplettiert wird die Gruppe durch Mitgastgeber Vietnam. Auch die Australier hatten das Losglück auf ihrer Seite und müssen in der Gruppenphase gegen Oman, Irak und Thailand antreten.

Weniger Glück hatte die Republik Korea, deren Mannschaft gegen WM-Teilnehmer Saudiarabien, Indonesien und das stets schwer auszurechnende Team von Bahrain antreten muss. Die VR China, die bei der letzten Auflage des Turniers Zweiter wurde, wird sich anstrengen müssen, um in einer Gruppe mit den starken Iranern sowie Usbekistan und Mitgastgeber Malaysia weiter zu kommen.

Das Turnier läuft vom 7. bis 29. Juli 2007 und wird gemeinsam von Indonesien, Malaysia, Thailand und Vietnam ausgerichtet.

Australien mit guten Erfolgsaussichten
Nach dem Beitritt zur Asiatischen Fussballkonföderation (AFC) ist Australien zwar erstmals bei einen Asien-Pokal dabei, doch die Socceroos wurden ebenso wie die WM-Teilnehmer Japan, Republik Korea und Iran gesetzt, nachdem die AFC entschieden hatte, die Klassifikation der Mannschaften auf Grundlage der Platzierungen in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste vom Oktober vorzunehmen.

Nach ihrem beeindruckenden Auftritt bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ im vergangenen Sommer gehören die Australier eindeutig zum Favoritenkreis. Auch ihre Qualifikationsgruppe gewannen sie deutlich und sicherten sich dabei ihren Startplatz früher als alle anderen Konkurrenten.

Dennoch sollte die Mannschaft von Graham Arnold nicht den Fehler machen, das Team von Oman zu unterschätzen, das bei seinem Debüt beim Asien-Pokal vor zwei Jahren Iran ein 2:2-Unentschieden abrang und gegen Japan nur knapp mit 0:1 unterlag. Auch Irak schnitt beim letzten Mal recht erfolgreich ab und gelangte bis ins Viertelfinale. In der Gruppenphase hatten die Iraker überraschend gegen den Mitfavoriten Saudiarabien gewonnen. Arnold ist dennoch optimistisch, was Australiens Erfolgsaussichten angeht. Schließlich hat seine Mannschaft bereits gegen Irak gespielt und gewonnen.

"Ich bin mit unserer Gruppe recht zufrieden", meinte der Coach nach der Auslosung. "Thailand ist von allen vier Gastgeberländern als 125. am höchsten in der Weltrangliste platziert. Über Oman wissen wir noch nicht allzu viel, aber dafür kennen wir das Team von Irak umso besser. Wir haben vor zwei Jahren mal in Australien gegen Irak gespielt und auch bei den Olympischen Spielen von Athen."

Japan vor Duell mit Katar
Australien zählt zwar zu den Titelaspiranten, doch auch Japan kann nach den Siegen 1992, 2000 und 2004 nur mit dem festen Willen antreten, den Titel zum dritten Mal in Folge zu gewinnen.

Gegen die erfahrenen Japaner dürfte sich Vietnam auch mit Heimvorteil keine ernsthaften Chancen ausrechnen. Schließlich hatten die Japaner im Finale des Turniers 2004 trotz frenetischer Unterstützung des Finalgegners China durch das chinesische Publikum die Ruhe bewahrt und letztlich klar mit 3:1 gewonnen. Indes haben auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar deutlich gemacht, dass sie keineswegs als Punktelieferanten anreisen wollen. Die VAE waren 1996 als Gastgeber schließlich bis ins Finale vorgestoßen, und Katar strotzt nach dem völlig überraschenden Gewinn der Goldmedaille bei den gerade beendeten Asienspielen in Doha vor Selbstvertrauen.

Diese Gegner werden Japan die Titelverteidigung nicht eben leicht machen. Das meinte auch Takeshi Ono, der Technische Direktor des Japanischen Fussballverbandes (JFA), nach der Auslosung: "Wir müssen gegen starke Teams antreten und uns dabei immer nur auf das jeweilige Spiel konzentrieren."

Hoffnung bei Shao
Das Los von China VR befand sich im dritten Topf, und somit war klar, dass die Chinesen es mit starken Gegnern zu tun bekommen würden. Nun geht es für das Team also gegen Malaysia sowie gegen Iran und Usbekistan, zwei sehr unbequeme Gegner.

Gegen Iran hat China bereits eine ganze Reihe teils bitterer Niederlagen einstecken müssen, und so sind die Iraner so etwas wie der Angstgegner der Chinesen. Usbekistan wiederum hofft auf eine Wiederholung des 2:0-Sieges gegen China bei der Endrunde 1996.

Die Chinesen ihrerseits drangen 2004 bis ins Finale vor und verfügen daher ebenfalls über ein gesundes Selbstvertrauen. Das merkt man auch an den Worten von Mittelfeldspieler Shao Jiayi, der in der deutschen Bundesliga für Energie Cottbus spielt: "Iran ist ohne Zweifel der Gruppenfavorit, aber wir haben bereits bewiesen, dass wir es mit ihnen aufnehmen können. Usbekistan hat ein gut organisiertes Team, das einen europäischen Fussball spielt. Wir werden mit unseren schnellen Angriffen und durch frühes Stören Erfolg haben."

Kampf der Titanen
Nachdem Saudiarabien in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ sowohl das Hin- wie auch das Rückspiel gegen die Republik Korea gewonnen hat, gehen die Saudis in Gruppe D mit einem psychischen Vorteil in das erneute Duell mit den Ostasiaten.

In der Qualifikation für diesen Asien-Pokal war Saudiarabien außerordentlich stark. Die ersten fünf Spiele wurden alle gewonnen. Dabei war auch ein 1:0-Sieg gegen Japan, der letztlich für den Gruppensieg sorgte.

Shin Man-Kil vom Südkoreanischen Fussballverband gibt zwar zu, dass die Bilanz gegen Saudiarabien für Korea Republik nichts Gutes verheißt. Doch er stellt auch klar, dass die Mannschaft mit dem festen Willen zu dem Turnier reisen wird, um den Titel mitzuspielen. "Wir haben den Asien-Pokal seit 1960 nicht mehr gewonnen. Der Sieg ist also unser oberstes Ziel", so Shin. "Doch wir stehen in einer schweren Gruppe und haben keine allzu gute Bilanz gegen Saudiarabien. Es wird also eine echte Herausforderung für uns."

Indonesien wird den beiden Favoriten der Gruppe D kaum gefährlich werden können, doch sollte niemand Bahrain unterschätzen, das 2004 immerhin bis ins Halbfinale vorstieß.

Gruppe A
Thailand
Australien
Oman
Irak

Gruppe B
Vietnam
Japan
Katar
Vereinigte Arabische Emirate

Gruppe C
Malaysia
Iran
Usbekistan
China VR

Gruppe D
Indonesien
Korea Republik
Saudiarabien
Bahrain