Das Ende der Karriere eines Profisportlers wird oft mit einem Kapitel verglichen, das abgeschlossen wird. Doch immer wieder gibt es Fussballer, die in den Geschichtsbüchern des schönsten aller Spiele weit mehr als einen kleinen Abschnitt einnehmen. FIFA.com lässt die Karrieren einiger großer Fussballspieler Revue passieren, die in diesem Jahr ihre aktive Laufbahn beendet und unauslöschliche Spuren hinterlassen haben.

In wenigen Wochen fällt der Startschuss zur FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2009 in Ägypten. All die jungen Talente, die in Nordafrika miteinander konkurrieren werden, waren noch nicht einmal geboren, als Paolo Maldini sein erstes Spiel in der italienischen Serie A bestritt. Der beim AC Mailand ausgebildete Italiener debütierte in der Saison 1984/85 für die Rossoneri und blieb den Farben seines Vereins 24 Spielzeiten lang treu. Nur für das Blau des italienischen Nationaltrikots machte Maldini Ausnahmen.

In diesem knappen Vierteljahrhundert hat der Sohn von Cesare Maldini, ebenfalls eine Mailänder Ikone, eine beeindruckende Sammlung an Titeln angehäuft: FIFA Weltmeister, fünfmaliger UEFA Champions-League-Sieger sowie siebenmaliger italienischer Meister. Für Adriano Galliani, Vizepräsident des AC Mailand, gibt es für diese Langlebigkeit nur eine einzige und schlichte Erklärung: "Wenn Paolo immer noch in der Startelf steht, heißt das, dass er immer noch der beste auf seiner Position ist", erklärte er am 31. Mai im Vorfeld des letzten Spiels des Nationalverteidigers gegen den AC Florenz. Es wird nun schwer fallen, sich an das Fehlen der großen Nummer drei des AC Mailand zu gewöhnen, denn Paolo Maldini ist nach der vergangenen Saison offiziell zurückgetreten.

Der italienische Calcio war zuletzt Heimat gleich mehrerer großer Fussballer, die in diesem Jahr ihren Rückzug aus dem Profigeschäft bekannt gegeben haben, allen voran Luis Figo. Der FIFA Weltfussballer des Jahres 2001 und seine millimetergenauen Flanken werden von den Fussballfans auf der ganzen Welt vermisst werden. Der Portugiese wurde vier Mal spanischer Meister (1998, 1999 mit Barcelona; 2001, 2003 mit Real Madrid) und mit Inter Mailand auch vier Mal italienischer Meister. Zudem ist er mit 127 Länderspieleinsätzen portugiesischer Rekordnationalspieler. Figo dürfte mit Sicherheit nicht das Gefühl haben, seine Karriere sei unvollendet gewesen. Doch auf einen Erfolg ist er ganz besonders stolz: Seine schönste Trophäe sei, dass er "niemals auch nur ein einziges Problem mit einem Mannschaftskameraden gehabt" habe, erklärte der legendäre Mittelfeldspieler. Probleme bereitete er stets nur seinen Gegnern, die von nun an von dieser Last befreit sein werden.

Ein weiterer FIFA Weltfussballer des Jahres, ebenfalls Mittelfeldspieler in der italienischen Liga, tat es dem berühmten Portugiesen gleich: Pavel Nedvěd sagte mit 36 Jahren endgültig Ciao. Der Tscheche mit der blonden Mähne führte Lazio Rom im Jahre 2000 zum Meistertitel, bevor er 2002 sowie 2003 im Trikot von Juve zwei weitere Scudetti eroberte. "Ich liebe es immer noch, zu spielen, aber aufgrund meiner körperlichen und mentalen Verfassung bin ich zu der Einsicht gelangt, dass die Zeit gekommen ist, meinen Platz für Jüngere freizumachen", räumte er am 25. Februar 2009 im Anschluss an die Niederlage gegen den FC Chelsea in der UEFA Champions League ein. Ebenfalls bei Juventus Turin debütierte vor knapp 15 Jahren ein weiterer junger Mittelfeldakteur, der sich in Italien einen Namen machen sollte. Der damals 19-jährige Juan Pablo Sorín hatte sich einen Stammplatz beim italienischen Rekordmeister erkämpft. Wie Nedvěd sollte Juanpi in der Folge überall dort, wo er spielte, als begabter Mittelfeldregisseur mit langer Mähne in Erinnerung bleiben - in Argentinien und Brasilien, in Italien, Spanien, Frankreich sowie Deutschland.

Bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ führte Sorin die Albiceleste als Kapitän bis ins Viertelfinale, wo Argentinien gegen den Gastgeber unterlag. In dieser deutschen Nationalmannschaft war ein gewisser Bernd Schneider auf der rechten Angriffsseite gesetzt. Der weiße Brasilianer bestritt damals sein letztes großes Turnier. Die Teilnahme an der UEFA EURO 2008 verhinderte ein Bandscheibenvorfall, weitere Verletzungen an Wade und Rücken führten schließlich zu der Entscheidung, nach jahrelangem treuen Dienst auch in seinem Klub Bayer Leverkusen endgültig mit dem Profifussball Schluss zu machen. Ein großer Titel indes war Bernd Schneider, der sowohl in der UEFA Champions League wie auch bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2002™ jeweils im Finale stand, nicht mehr vergönnt.

Sein ehemaliger Nationalmannschaftskollege Michael Tarnat hatte in dieser Hinsicht etwas mehr Glück. Mit dem FC Bayern München wurde der kompromisslose Verteidiger mit dem harten Schuss vier Mal deutscher Meister (1999, 2000, 2001, 2003) sowie UEFA Champions-League-Sieger (2001). Der zuletzt bei Hannover 96 aktive Linksverteidiger beendete nun im Alter von 39 Jahren endgültig seine Profikarriere. Ein weiteres Idol des bayrischen Rekordmeisters, der Franzose Willy Sagnol, wurde von seinen Fans in der Allianz Arena gebührend gefeiert, als er im Februar 2009 seinen Rückzug aus dem aktiven Sport bekannt gab. Der Manager der Münchener, Uli Hoeneß, hatte sicher nicht Unrecht, als er sagte: "Es wird sehr schwierig sein, erneut einen Spieler wie Willy zu finden."

Nach 17 Jahren auf den Fussballfeldern Europas quittierte auch der Russe Alexei Smertin endgültig seinen Dienst. Nach seinen Anfangsjahren in Russland spielte Smertin von 2000 bis 2003 für Girondins Bordeaux, bevor er mit dem FC Chelsea in der englischen Premier League seinen größten Erfolg feierte und 2005 englischer Meister wurde. Der Ukrainer Serghiy Rebrov hatte in England zwar weniger Glück, bei Dynamo Kiev indes, für das er neun nationale Meisterschaften errang und in der UEFA Champions League 2000 Torschützenkönig wurde, prägte er eindeutig eine Ära. Die jahrelange Beziehung zum ukrainischen Traditionsklub wird er nun als Trainer im Nachwuchsbereich fortführen.

Tore schießen war auch die Spezialität von Steve Savidan. Zum Leidwesen der französischen Ligue 1 beschloss Savigol, dass es damit nun ein Ende haben wird. Der späte, kometenhafte Aufstieg eines Mannes, der eine Zeitlang als Müllmann seine Brötchen verdiente, wird in die Geschichte des französischen Fussballs eingehen. Der ehemalige Akteur von SM Caen gab seinen Abschied vom aktiven Profisport bekannt, nachdem er als 30-Jähriger zum ersten und auch letzten Mal in die Nationalmannschaft berufen wurde.

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Der Schwede Henrik Larsson, der Däne Martin Laursen, der Tscheche Tomas Galasek oder der Italiener Vincenzo Montella sind weitere große Namen des Weltfussballs, die man vermissen wird. Welcher dieser vielen Stars wird Ihnen am meisten fehlen?