In ihrer jüngsten Partie, dem Viertelfinale des CONCACAF Gold Cup 2009 im eigenen Land, benötigte die USA gegen das aggressive Panama Entschlossenheit und Erfahrung. Sie fand beides in Form des 31-jährigen Stürmers Brian Ching.

Obwohl die Ehre des entscheidenden Treffers in der Verlängerung an den jungen Kenny Cooper ging, war es der gebürtige Hawaiianer, der auf dem Platz allgegenwärtig war, mit seiner Kopfballstärke dominierte, die schmutzige Arbeit verrichtete und für Lücken sorgte.

"Diese Abwehrspieler Panamas waren groß und stark, und ich musste mir das ganze Spiel lang jeden Zentimeter erkämpfen", sagte der großgewachsene Ching im Gespräch mit FIFA.com nach dem 2:1-Sieg der U.S.-Boys nach Verlängerung in Philadelphia, der sie ins Halbfinale gegen Honduras brachte. "Ich wurde oft gefoult und hätte besser spielen können, aber wir haben gewonnen - und nur das zählt!"

"Wir sind gut zusammengewachsen"
In einem Team von jungen Talenten wie Stuart Holden und Robbie Rogers, die sich bei diesem Turnier einen Namen machen wollen, repräsentiert Ching die personifizierte Erfahrung. Er ist der Mann, auf den Trainer Bob Bradley immer zurückgreifen kann, wenn die Kapitänsbinde zu vergeben ist.

Ching übernahm die Kapitänsbinde in der zweiten Halbzeit, als Jimmy Conrad wegen einer Kopfverletzung ausgewechselt wurde. "Einige der Jungs im Team absolvieren nun ihre ersten Länderspiele", so Ching, der in 40 internationalen Einsätzen zehn Tore erzielte. "Aber wir sind gut zusammengewachsen und haben uns hier von Spiel zu Spiel immer besser verstanden. Für eine junge Mannschaft, die schnell zusammengewürfelt wurde, ist das nicht leicht."

Ching, der an der berühmten Nordküste in Hale'iwa geboren wurde und der einzige Hawaiianer ist, der je in die U.S.-Nationalmannschaft berufen wurde, zeichnet zu einem großen Teil für die Fähigkeit des Teams verantwortlich, sich in eine kämpferische Einheit zu verwandeln. Sie wurden Erste in ihrer Gruppe und gewannen die letzten zwei Spiele trotz anfänglichen Rückstands.

Verantwortung für junge Spieler übernehmen
"Teil meines Jobs ist es, den Jungs mit gutem Beispiel voranzugehen, auf dem Platz wie auch außerhalb", sagte Ching, ein Spitzenspieler und zweifacher Meister in der MLS mit Houston Dynamo. "Ich bin schon lange genug im Geschäft, um zu wissen, was die Trainer wollen, und ich kann meinen Arm um die Schultern der jüngeren Spieler legen und sie aufmuntern, wenn sie es brauchen. Ich kann ihnen aber auch sagen, wenn sie etwas besser machen können."

Obwohl er häufiges Mitglied der A-Nationalmannschaft der USA ist, gehörte Ching nicht zu der Auswahl, die im vergangenen Monat die Welt verblüffte und das Endspiel des FIFA Konföderationen-Pokals 2009 in Südafrika erreichte. Trotzdem versteht er, dass der Gold Cup für die USA eine weitere Stufe des Fortschritts auf der Weltbühne ist.

"Was die Jungs drüben in Afrika geleistet haben, war erstaunlich und sorgte für jede Menge Wirbel hier in den USA, in den Medien und im Fernsehen", sagte der im Teamhotel in Chicago weilende Ching, der bei dem alle zwei Jahre stattfindenden Turnier bisher ein Tor verbuchen konnte. "Jetzt müssen wir unseren Beitrag leisten, um sicherzustellen, dass dieser Sport und die Nationalmannschaft im Rampenlicht bleiben, indem wir das Endspiel erreichen und hoffentlich gewinnen."

"Eine große Herausforderung"
Ching war Mitglied der U.S.-Mannschaft, die beim letzten Turnier 2007 das Endspiel erreichte. Dieses Team enthielt die größten Namen des U.S.-amerikanischen Fussballs, wie etwa die nun abwesenden Landon Donovan, Tim Howard, Oguchi Onyewu und Clint Dempsey. "Klar ist es etwas komisch, sich umzusehen und jemand völlig anderen im gleichen Trikot vorzufinden", lachte er und merkte an, dass er der einzige Spieler der siegreichen Mannschaft von 2007 ist, der erneut dabei ist. "Aber es ist auch schön zu sehen, wie diese neue Generation sich durchsetzt und diese neue Mentalität, diesen Eifer und Enthusiasmus mit sich bringt."

Zwischen Ching, dem viertältesten Spieler im Team, und seiner zweiten regionalen Finalteilnahme in Folge steht lediglich noch der unangenehme Gegner Honduras. Die Catrachos, die von den USA in der ersten Runde mit 2:0 bezwungen wurden, sind eine körperlich äußerst starke Mannschaft.

Dem kampferprobten Hawaiianer steht am 23. Juli somit eine weitere schwere Aufgabe bevor. "Dieses Match wird ganz anders sein als die erste Begegnung", versicherte Ching. "Honduras wird von Beginn an aggressiv und mit viel Körpereinsatz spielen, das wird eine große Herausforderung. Vor allem, wenn sie die Zuschauer hinter sich haben wie im ersten Spiel", folgerte er. "Doch unser Team hat in den letzten beiden Spielen jeweils einen Rückstand wettgemacht, wir haben also gezeigt, dass wir entschlossen genug sind, unsere Arbeit zu vollenden."