Ein Torjäger befindet sich grundsätzlich immer in einer Achterbahn der Gefühle. Wenn er trifft, ist er der gefeierte Held. Wenn nicht, macht man ihn zum Sündenbock. Diese Erfahrungen sind auch Mohamed Zidan nicht fremd. Der ägyptische Nationalstürmer in Diensten von Borussia Dortmund hat in seiner Karriere schon so einige Höhen und Tiefen mitgemacht.

Sieben Treffer gelangen dem 27-Jährigen in 29 Bundesliga-Spielen der vergangenen Saison. Allerdings muss man wissen, dass er nur eine einzige dieser Partien über die vollen 90 Minuten bestreiten durfte. Für einen "Joker" ist diese Torquote also gar nicht schlecht. "Ich weiß, was Zidan kann, und ich weiß das nicht nur vom Hörensagen. Ich habe ihn live erlebt. Er ist nicht einmal im Ansatz da, wo er hin kann", sagte BVB-Coach Jürgen Klopp noch im vergangenen Sommer über sein Offensiv-Juwel, nachdem dieses ihm einmal mehr aus dem hohen Norden gefolgt ist.

Klopp ist eine Art Ziehvater des manchmal nicht ganz pflegeleichten Zidan. Schon mehrfach wechselte der Nordafrikaner dorthin, wo der Fan-Liebling der deutschen Trainergilde das Zepter schwang. Gleich zweimal konnte sich der Stürmer bei Werder Bremen nicht durchsetzen, um jeweils beim FSV Mainz 05 unter Klopp wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Zum Beginn der vergangenen Spielzeit zog es ihn dann nach einem ebenfalls eher erfolgslosen Intermezzo beim Hamburger SV im Tausch mit Mladen Petric nach Dortmund, wo der für seine Emotionen bekannte Coach von Thomas Doll übernahm.

Ägyptens Mann für wichtige Tore
Dass Zidan über herausragende Fähigkeiten verfügt, bewies er immer wieder eindrucksvoll im Trikot seines Heimatlandes. Für die erfolgreiche Titelverteidigung der Ägypter beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2008 in Ghana ebnete der Stürmer mit zwei Treffern sowie der Vorlage zum Siegtreffer im Finale gegen Kamerun ein Stück weit den Weg. Und beim jüngst zu Ende gegangenen FIFA Konföderationen-Pokal 2009 in Südafrika brachte er den späteren Turniersieger Brasilien mit zwei Toren bei der knappen 3:4-Niederlage mächtig ins Schwitzen.

"Auf jeden Fall will ich mein eigenes Spiel verbessern und zeigen, dass ich gut genug bin. Ich versuche immer, mir selbst einen Namen zu machen. Es ist wirklich toll, einen ähnlichen Namen zu haben wie er, und ich hoffe, dass ich eines Tages so gut sein werde wie er", sagte Zidan kürzlich zu einem Vergleich mit dem ehemaligen französischen Weltklasse-Spielmacher Zinédine Zidane, dessen Name genauso ausgesprochen wird.

Doch bevor der ägyptische Stürmer, dem oft nachgesagt wird, ein sensibler Ballkünstler zu sein, nach den Sternen greift, will er sich erst einmal bei Borussia Dortmund endgültig durchsetzen: "Ich hatte eine gute Saison, weil ich häufig zum Einsatz gekommen bin. Mein Vertrag ist noch drei Jahre gültig, und ich hoffe, dass ich mir auch auf Vereinsebene einen Namen machen kann."

Ihre Meinung zählt
Ohne Zweifel besitzt Zidan großartige Fähigkeiten. Immer wieder schafft es der Angreifer, sie eindrucksvoll unter Beweis zu stellen. Fakt ist aber auch, dass die Leistungen des Ägypters schwanken. Zwischen den Darbietungen in den Vereinen und in der Nationalmannschaft gab es in der Vergangenheit häufig große Unterschiede - vor allem zu seinen Zeiten in Bremen und Hamburg.

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