Die Spieler der USA müssen sich nach ihrer Rückkehr aus Südafrika rasch vom Jetlag erholen, denn vom 3. bis zum 26. Juli richten sie den CONCACAF Gold Cup 2009 aus. Kaum haben sie das Flugzeug verlassen, nachdem sie in Johannesburg die Welt mit dem zweiten Platz beim FIFA Konföderationen-Pokal 2009 überraschten, müssen sie sich neu formieren, um das Projekt des dritten kontinentalen Titelgewinns in Folge anzugehen. Dabei bekommen sie es mit alten Bekannten wie dem Erzrivalen Mexiko, dem derzeit stark aufspielenden Team von Costa Rica, mit Honduras sowie mit einigen weiteren vermeintlich kleinen Teams zu tun, die jedoch immer für eine Überraschung gut sind.

U.S.-Trainer Bob Bradley lobte die Leistungen seiner Spieler in Südafrika und meinte gegenüber FIFA.com, dass sie "vielen Leuten die Augen geöffnet und sehr viel für den Fussball in den USA erreicht hätten." Nun sieht sich der große Taktiker mit einer weiteren Herausforderung konfrontiert: Er muss dafür sorgen, dass die Stars & Stripes weiterhin die Hausmacht in der CONCACAF-Zone bleiben. Ursprünglich wollte Bradley mit Charlie Davies, Freddy Adu, Heath Pearce und Luis Robles nur vier Akteure seines "Confed Cup"-Kaders mitnehmen, doch am Donnerstag gab er nun bekannt, dass er eine besondere CONCACAF-Regel in Anspruch nehmen werde, wonach er insgesamt 30 Spieler nominieren darf. 

In letzter Sekunde kamen deshalb die beiden Stürmer Conor Casey und Jozy Altidore sowie die Mittelfeldspieler Ricardo Clark, Benny Feilhaber und Sascha Kljestan, Verteidiger Jonathan Bornstein und Keeper Brad Guzan noch hinzu. Allerdings werden nicht alle diese sieben Spieler, die in Südafrika dabei waren, auch bei jedem Spiel einsetzbar sein.

Das Bradley-Ensemble tritt am 4. Juli - dem Unabhängigkeitstag der USA - zunächst gegen Grenada an, das kleinste Land, das jemals an diesem kontinentalen Großereignis teilgenommen hat. Das Team der Spice Boyz wird von Tommy Taylor betreut und verfügt in erster Linie über Amateure sowie einige wenige in den USA aktive Profis wie Shalrie Joseph und Byron Bubb. Die anderen Teams der Gruppe B sind Haiti und Honduras.

Titel als unmissverständliches Ziel
Trotz der großen Erwartungen zu Hause in Honduras wird Catracho-Trainer Reynaldo Rueda auf den schnellen David Suazo, Mittelfeldregisseur Amado Guevara, Torjäger Carlos Pavon und das Duo Wilson Palacios und Maynor Figueroa aus der englischen Premier League verzichten müssen.

Das mittelamerikanische Top-Team Costa Rica rechnet sich in Gruppe A dieses Mal gute Chancen aus. Rodrigo Kentons junges Team dominiert gegenwärtig die letzte Qualifikationsrunde für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™, in der man mit zwei Punkten Vorsprung die Tabelle anführt. Zuletzt bezwang man ein in Bestbesetzung angetretenes U.S.-Team in San José mit 3:1 und sorgte damit für einiges Aufsehen.

"Wir reisen zum Gold Cup, um den Titel zu holen. Ich halte das für ein durchaus realistisches Ziel", erklärte der Trainer kürzlich gegenüber FIFA.com. Obwohl er auf einige Stammkräfte verzichten muss, kann Kenton doch eine ganze Reihe von Spielern aus der ersten Mannschaft bringen, angeführt vom Routinier Walter Centeno und dem jungen Kreativspieler Celso Borges.

Auch Mexiko mit harter Konkurrenz
Ebenfalls in Gruppe A stehen El Salvador, Kanada und Karibik-Meister Jamaika. Obwohl die Kanadier den Wettbewerb im Jahr 2000 gewannen, traut man dem Team aus El Salvador und den Reggae Boyz mehr zu. Carlos de los Cobos' Schützlinge haben immer noch eine Chance auf die Qualifikation für Südafrika 2010, und die Jamaikaner sind gerade dabei, eine hoffnungsvolle junge Mannschaft mit Spielern von der Insel aufzubauen.

Mexiko entsendet - wie Gastgeber USA - eine eher unerfahrene Mannschaft zum Turnier. Ohne Rafael Marquez, Pavel Pardo und Andres Guardado setzt Trainer Javier Aguirre auf junge Spieler wie Giovanni Dos Santos und Carlos Vela. Ebenfalls im Team stehen Jonny Magallon, Omar Bravo und Memo Ochoa. Mexiko hat den Titel zuletzt 2003 gewonnen und wird alles daran setzen, seine schwächer werdende Reputation als regionale Großmacht wieder aufzufrischen. Die Mexikaner, die bislang immer zumindest das Viertelfinale erreicht haben, müssen gegen die französische Karibikinsel Guadeloupe, die beim letzten Turnier 2007 sensationell das Halbfinale erreichte, sowie gegen den mittelamerikanischen Außenseiter Nicaragua und Panama, den Zweitplatzierten von 2005, antreten.

Die Spiele um den diesjährigen Gold Cup, die zehnte Auflage seit Umbenennung der ehemaligen CONCACAF-Meisterschaft, werden im Juli in 13 U.S.-Städten ausgetragen. Die beiden ersten Teams aus jeder Gruppe sowie die beiden besten Drittplatzierten gelangen ins Viertelfinale. Das Endspiel findet am 26. Juli in New York statt.

Gruppe A
Kanada
Costa Rica
El Salvador
Jamaika

Gruppe B
Grenada
Haiti
Honduras
USA

Gruppe C
Guadeloupe
Mexiko
Nicaragua
Panama