Es ist vielleicht nichts Besonderes, wenn Brüder zusammen leben oder arbeiten, aber Geschwisterpaare auf dem Fussballplatz sind schon eher ungewöhnlich. Wenn dann sogar drei Brüder auf höchstem Niveau spielen, dann hat das Seltenheitswert.
Englische Fussballfans erinnern sich sicher noch an Bobby und Jack Charlton, die bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1966 im Weltmeister-Team standen. Die Niederlande können mit Frank und Ronald de Boer sowie mit Ronald und Erwin Koeman aufwarten. Dänemark hatte eine brillante Mannschaft, als Michael und Brian Laudrup sich in Bestform präsentierten, während die Pinto-Brüder erheblich zum Erfolg der portugiesischen Auswahl beitrugen.
Allerdings gibt es nicht viele Brüder-Trios, die ihren Familiennamen zu einem Synonym für hochklassigen Fussball gemacht haben. Werfen Sie mit FIFA.com einen Blick auf solche Dreiergruppen.
Asiatische Trios
Der bevölkerungsreichste Kontinent der Welt erregte kürzlich reichlich Aufmerksamkeit mit zwei Bruder-Trios, die in der AFC Champions League Wellen schlugen.
In der dritten Runde des prestigeträchtigen Wettbewerbs reisten am 8. April drei Brüder namens Tadjiyev aus Usbekistan nach Iran. Dort traten sie mit Pakhtakor zu einem Auswärtsspiel bei Saba Battery an. Während Komoliddin auf der Bank Platz nehmen musste, liefen seine beiden Brüder auf und leisteten einen entscheidenden Beitrag zu einem wichtigen Sieg.
In einer seltenen konzertierten Familienaktion eröffnete der älteste Bruder Zaynitdin den Torreigen, und Farhod besiegelte später den 2:0-Erfolg. Die Tadjiyev-Brüder spielen auch allesamt für die Nationalmannschaft ihres Landes, wobei Farhod, der jüngste von ihnen, nach seinem Hattrick bei Usbekistans 4:0-Sieg im WM-Qualifikationsspiel gegen Katar vielleicht der bekannteste von allen ist.
Noch spektakulärere Szenen gab es dieses Jahr in der AFC Champions League, als drei australische Brüder namens Griffiths sich in gegnerischen Mannschaften gegenüberstanden. Anlass war das Heimspiel von Guoan Peking gegen die Newcastle Jets, das die Heimmannschaft mit 2:0 für sich entschied. Australische Fans haben sicher mit gemischten Gefühlen verfolgt, wie Joel und Ryan zu Pekings Sieg beitrugen. Der bei Newcastle unter Vertrag stehende Adam wird hingegen darauf hoffen, sich im Rückspiel bei seinen Brüdern revanchieren zu können.
Das Ganze wurde noch spektakulärer, weil der von Newcastle an Peking ausgeliehene Joel den spielentscheidenden Treffer vorbereitete und Ryan das erste Tor erzielte. Genau wie die Tadjiyev-Brüder sind auch die Griffiths allesamt schon in der Nationalmannschaft ihres Landes zum Einsatz gekommen.
Die Pioniere unter den Geschwistern
Eines der ältesten Beispiele für erfolgreiche Geschwister im Fussball waren die irischen Gebrüder Gordon, die zum Ausklang des 19. Jahrhunderts im internationalen Fussball aktiv waren. Tommy, der Älteste, bestritt sein letztes Länderspiel 1895 gegen England. Sein Bruder Hugh feierte sein internationales Debüt in derselben Partie. Willie, der jüngste Bruder, wurde kurze Zeit später ebenfalls in die Nationalmannschaft berufen.
In den 80er Jahren spielten in der deutschen Bundesliga drei Täuber-Brüder in Spitzenklubs wie Schalke 04 und Nürnberg. Jürgen, seines Zeichens Verteidiger und der älteste der drei, trat zuerst auf den Plan, gefolgt von Klaus (Stürmer) und Stephan (kreativer Mittelfeldspieler).
In Argentinien gab es eine ganze Reihe erfolgreicher Trios aus einer Familie, allen voran die Maradona-Brüder. Während man Diego als einen der weltbesten Fussballer aller Zeiten niemandem mehr vorstellen muss, waren auch seine jüngeren Brüder Hugo und Raul im Fussball erfolgreich, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Ersterer gewann 1985 bei der U-16-Südamerikameisterschaft mit Argentinien die Goldmedaille, während Letzterer 1986 bei den Boca Juniors aktiv war und anschließend bei einer Reihe amerikanischer Klubs unter Vertrag stand.
Die Bwalya-Brüder aus Sambia traten beim Afrikanischen Nationen-Pokal 1994 geschlossen im Finale an. Kalusha, Joel und Johnson vertraten ihre Familie im Endspiel des prestigeträchtigen Turniers, mussten allerdings eine 1:2-Niederlage gegen Nigeria hinnehmen.
In Frankreich könnte die Familie Mandanda dem Ganzen die Krone aufsetzen. Sie hat bereits zwei internationale Torhüter hervorgebracht und zwei jüngere Brüder sind ebenfalls auf dem besten Wege. Steve, der Älteste, ist gleichzeitig der bekannteste von ihnen. Er hat sich bei Olympique Marseille einen Stammplatz im Tor gesichert und war auch bereits bei einigen Gelegenheiten in der französischen Nationalmannschaft vertreten.
Der 18-jährige Parfait, der früher bei Girondins Bordeaux unter Vertrag stand, ist derzeit beim Drittligaklub Beauvais anzutreffen und hat bereits in der Nationalmannschaft der DR Kongo gespielt. Der gerade einmal 15-jährige Riffi hat seine Torhüterqualitäten bereits in der Junioren-Mannschaft von Caen sowie in der französischen Nationalauswahl seiner Altersklasse gezeigt. Und selbst der erst neunjährige Ever hat schon die Torwarthandschuhe übergestreift. Er spielt für den Pariser Klub Lusitanos Saint-Maur.
