Es war ein historischer Moment für den Fussball in der Golfregion, als der omanische Kapitän Mohamed Rabia am Samstag im Sultan Qaboos Sports Complex von Muscat zum Elfmeterpunkt schritt und den Ball eiskalt am saudiarabischen Torhüter Waleed Abdullah vorbei in die Maschen setzte.
Diese letzte Aktion im Finale des Golf Cup 2009 sicherte den Gastgebern einen 6:5-Sieg im Elfmeterschießen, die unter dem französischen Trainer Claude Le Roy zum ersten Mal dieses Turnier für sich entscheiden konnten.
Freude bei Le Roy
Der 70-jährige Trainer war ebenso begeistert über den ersten großen internationalen Erfolg seiner Schützlinge wie die Zuschauermenge auf den Tribünen und die Bevölkerung in den Straßen von Muscat. Nur sechs Monate nach seiner Amtsübernahme hat der weitgereiste Trainer damit einen noch nie da gewesenen erfolgt mit Oman errungen.
"Vor einem halben Jahr habe ich die Stelle hier mit dem festen Vorsatz angetreten, mit Oman Titel zu gewinnen", so Le Roy, der das Amt im vergangenen Juli übernommen hatte, nachdem Oman in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ ausgeschieden war. "Heute hat die Mannschaft dem Land Anlass zu großem Stolz gegeben. Das war ein großartiger Moment für das ganze omanische Volk."
Oman ist für den Trainerfuchs bereits die 13. Stelle und gleichzeitig die sechste Nationalmannschaft, die er in seiner bemerkenswerten, bereits 30 Jahre dauernden Karriere betreut.
1998 hatte Le Roy einen ersten internationalen Erfolg gefeiert, als er Kamerun beim Afrikanischen Nationen-Pokal auf das Siegerpodest führte. Doch der jetzige Erfolg schmeckt ganz besonders süß, da Oman als Außenseiter seinen ihren ersten Triumph auf eigenem Boden erringen konnte. Bereits in der Gruppenphase hatte Oman die Erwartungen mit einem Sieg gegen Asienmeister Irak weit übertroffen. Der Triumph im Finale gegen die regionale Fussballmacht Saudiarabien krönte den überragenden Turnierauftritt der Gastgeber.
"Am Anfang war es recht schwierig, doch wir haben weiter hart gearbeitet und die Mannschaft hat den Titel eindeutig verdient", so die Einschätzung des Trainers.
Zwei Stars schreiben Geschichte
Vor diesem erstmaligen Erfolg hatte Oman zwei Mal den Titelgewinn beim Golf Cup knapp verpasst: 2004 in Katar und 2007 in den Vereinigten Arabischen Emiraten schaffte die Mannschaft jeweils den Einzug ins Finale. Doch beide Male mussten die Omaner sich dem jeweiligen Gastgeber geschlagen geben. 2004 gelangt Katar ein denkbar knapper Sieg im Elfmeterschießen, und drei Jahre später sorgte ein Treffer von Mittelfeldgenie Ismail Matar in der Schlussphase dafür, dass die Omaner sich erneut mit dem zweiten Platz zufrieden geben mussten.
Schlüsselfiguren bei dem nun errungenen Erfolg waren der äußerst torgefährliche Mittelfeldspieler Hassan Rabia und der überaus talentierte Torhüter Ali Al Habsi. Rabia erwies sich während des Turniers als stärkste Neuentdeckung Omans. Der 24-Jährige hatte zwar schon unter dem vorherigen Trainer Milan Macaba in der Nationalmannschaft debütiert, doch unter Le Roy konnte er sich erheblich weiter entwickeln und sich einen Platz in der Anfangsformation sichern.
Rabia sollte das in ihn gesetzte Vertrauen nicht enttäuschen. Nachdem er beim torlosen Auftakt-Unentschieden gegen Kuwait noch ohne Erfolg geblieben war, zeigte sich Rabia im darauf folgenden Spiel gegen Irak wie ausgewechselt und trug nicht weniger als drei Treffer zum unvergesslichen 4:0-Triumph gegen den amtierenden Asienmeister bei. Mit dem einzigen Treffer im Halbfinale gegen Katar wurde er zum erfolgreichsten Torschützen des Turniers.
Während Rabia sich vor dem gegnerischen Tor profilierte, zeigt Al Habsi zwischen den Pfosten ebenfalls hervorragende Leistungen und überstand das gesamte Turnier ohne einen einzigen Gegentreffer. Seinen besten Auftritt zeigte der 28-Jährige, der bereits in der vierten Saison beim englischen Premier-League-Klub Bolton Wanderers spielt, im Halbfinale gegen Katar. Nachdem Rabia bereits früh für die Führung Omans gesorgt hatte, zeigte Al Habsi eine ganze Reihe starker Paraden und sicherte damit den Sieg seiner Mannschaft und sich selbst gleichzeitig die Auszeichnung als bester Torhüter des Gulf Cup.
Oman hat zwar die letzte Runde der asiatischen Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ nicht erreicht, doch mit einem derart erfahrenen Trainer wie Le Roy am Ruder und mit Akteuren wie Al Habsi und Rabia in ihren Reihen hat die Mannschaft vom Persischen Golf gezeigt, dass sie bereit ist, den Herausforderungen der Zukunft selbstbewusst zu begegnen.
