Das "Professional Football Players' Observatory" (PFPO) legt seine vierte Jahresstudie zu den fünf europäischen Topligen vor. Diese zeigt, dass immer weniger selbst ausgebildete, dafür immer mehr ausländische Spieler beschäftigt werden. Das PFPO ist aus einer akademischen Partnerschaft zwischen dem Internationalen Zentrum für Sportwissenschaften (CIES, Universität Neuenburg, Schweiz) und dem Zentrum für Sportforschung und -studien (Universität Franche-Comté, Frankreich) entstanden.

Die vierte Jahresstudie zum europäischen Fussballarbeitsmarkt, die heute präsentiert wurde, gibt auf 100 Seiten und anhand zahlreicher Illustrationen Aufschluss über die wichtigsten Trends betreffend Demografie, Ausbildung, internationale Rekrutierung und Mobilität von Fussballern in den fünf Topligen Europas.

Laut der Studie ist der Anteil der selbst ausgebildeten Spieler zum vierten Mal in Folge gesunken. Von 2007/08 auf 2008/09 ging er von 22 auf 21% zurück. Den höchsten Wert weist trotz eines Rückgangs um 5 Prozentpunkte Frankreich auf (30,3 %), den tiefsten Italien (12,8 %). Ebenfalls gesunken ist die Quote der von selbst ausgebildeten Spielern bestrittenen Partien: von 16,5 auf 15,9 %.

Dahingegen ist der Anteil der ausländischen Spieler zum vierten Mal in Folge auf nunmehr 42,6 % gestiegen. An der Spitze liegen weiterhin die englischen Klubs (59,2 %). Erstmals sind auch in Deutschland die ausländischen Spieler in der Überzahl (50,2 %). Bei den fünf bestklassierten Klubs jeder Liga standen im Durchschnitt zu 54,8 % Ausländer auf dem Feld. Den höchsten Wert wies mit 90,0 % der FC Liverpool auf.

Die vierte Jahresstudie kam zudem zum Schluss, dass Erfolg nicht Glückssache ist. Was den Kader anbelangt, sind der Anteil aktiver Nationalspieler unter den elf Spielern mit den meisten Einsätzen, die Anzahl der aus den zehn wichtigsten Rekrutierungsländern verpflichteten Spieler und die Erfahrung der Spieler in den fünf Topligen die wichtigsten Erfolgsfaktoren. Die Dauer, die ein Spieler durchschnittlich bei seinem Klub bleibt, ist ein weiterer wichtiger Leistungsindikator. Je beständiger der Kader ist, desto besser sind die Ergebnisse.

Zum ersten Mal ist in diesem Standardwerk ein ganzes Kapitel den Trainern gewidmet. Die Daten stammen aus einer Datenbank, die anhand verschiedener Quellen (Presse, Jahrbücher, Websites) und umfassender eigener Nachforschungen angelegt wurde. Sie umfasst die Spieler, die in der Saison 2008/09 in den folgenden Ligen gespielt haben: englische Premier League (20 Klubs), französische Ligue 1 (20), spanische Primera División (20), deutsche Bundesliga (18) und italienische Serie A (20).

Die wichtigsten Ergebnisse der diesjährigen Studie können auf www.eurofootplayers.org heruntergeladen werden. Dort haben Sie auch Zugriff auf die angesprochene Datenbank und erhalten so einen Eindruck von der Grundlage dieser umfassenden Studie. Nach einer kostenlosen Registrierung haben Sie zudem die Möglichkeit, einige der Indikatoren nach Saison, Land, Klubniveau, Spielerposition, Alter und Herkunft abzufragen.

Die Studien des Professional Football Players' Observatory werden vom Zentrum für Sportforschung und -studien (Universität Franche-Comté, Frankreich) und dem Internationalen Zentrum für Sportwissenschaften (Universität Neuenburg, Schweiz) durchgeführt. Dieses Jahr war zudem das Institut für Sportwissenschaften (Universität Lausanne, Schweiz) beteiligt.

Die vierte Jahresstudie des PFPO kann beim CIES auf dessen Website (www.cies.ch, unter Publikationen) oder per E-Mail (secretariat.cies@unine.ch) angefordert werden. Studenten und Akademiker erhalten einen Vorzugspreis. Die Autoren der Studie stehen Journalisten für Auskünfte gerne zur Verfügung (E-Mail: eurofootplayers@unine.ch).