Alle 144 Gruppenspiele der diesjährigen UEFA Europa League werden von sechs Spieloffiziellen geleitet. Im Rahmen eines vom IFAB (International Football Association Board) bewilligten Experiments werden dem Schiedsrichter, den beiden Schiedsrichterassistenten und dem vierten Offiziellen auf Torhöhe zwei zusätzliche Schiedsrichterassistenten zur Seite gestellt.

Bei seiner 123. Jahresversammlung am 28. Februar 2009 im nordirischen Newcastle beschloss der IFAB, dem Vertreter der vier britischen Fussballverbände und der FIFA angehören, die bei den Qualifikationsturnieren für die UEFA-U-19-Europameisterschaft 2008 aufgenommenen Tests auf Profiebene fortzuführen. Dies geschieht nun bei der neuen UEFA Europa League, wie im Mai entschieden wurde.

Somit wachen bei diesem Wettbewerb zwei weitere Personen über das Spielgeschehen und stellen sicher, dass die Spielregeln eingehalten werden, indem sie dem Schiedsrichter Vorfälle melden, die sonst unbeachtet blieben, insbesondere in Schlüsselbereichen des Feldes wie dem Strafraum und seiner Umgebung. Die Verantwortung trägt aber weiterhin der Schiedsrichter, der als einziger Spieloffizieller Entscheidungsgewalt besitzt.

Die zusätzlichen Schiedsrichterassistenten stehen den anderen Schiedsrichterassistenten gegenüber auf der anderen Seite des Tores, d. h. auf der linken Seite vom Mittelkreis aus gesehen. Die zusätzlichen Assistenten, die mit dem Schiedsrichter über ein Funksystem verbunden sind, im Gegensatz zu ihren Kollegen aber nicht mit einer Fahne ausgestattet sind, bleiben in der Regel hinter der Torlinie, dürfen aber, wenn sich das Spiel auf die andere Seite verlagert, den Strafraum betreten, um das Geschehen im Blick zu behalten.

Angesichts der Tragweite ihrer Interventionen werden internationale Schiedsrichter der aktuellen FIFA-Liste und nationale Spielleiter der höchsten Spielklasse (unter 45 Jahre am 1. Januar 2009) als zusätzliche Schiedsrichterassistenten fungieren. Wie üblich werden sie dieselbe Staatsangehörigkeit besitzen wie die übrigen vier Mitglieder des Schiedsrichterteams, mit dem sie die UEFA Europa League bestreiten.

Unter der Aufsicht des IFAB als Hüter der Spielregeln wurden diese Woche am UEFA-Sitz in Nyon (Schweiz) die je 48 Schiedsrichter und Schiedsrichterbeobachter geschult, die in der Gruppenphase der UEFA Europa League 2009/10 zum Einsatz gelangen werden. Mit Blick auf die Tests, die mit den ersten Gruppenspielen am 17. September beginnen, erhielten sie von den Schiedsrichterinstrukteuren genaue Anweisungen und Richtlinien.

Technische Experten werden im Auftrag des IFAB die Tests beobachten, um die Wirkung der beiden zusätzlichen Schiedsrichterassistenten auf das Spiel und dessen Kontrolle durch die Offiziellen abschätzen zu können. Die Ergebnisse werden dem IFAB danach zur Begutachtung vorgelegt.

Über den IFAB
Der 1886 gegründete IFAB, dem der englische, schottische, walisische und irische Fussballverband sowie die FIFA angehören, gilt als Hüter der Spielregeln. Jeder der vier britischen Verbände hat eine Stimme, die FIFA als Vertreterin der übrigen 204 Mitgliedsverbände deren vier. Zur Annahme eines Antrags bedarf es einer Dreiviertelmehrheit.
Siehe auch: de.fifa.com/classicfootball/history/law/ifab.html