In der Tat war es ein Wochenende für die Liebhaber dramatischer Last-Minute-Entscheidungen. In Uruguay, Südafrika, Australien, Peru und Honduras gab es eine wahre Torflut in den letzten Minuten der Spiele. Für die einen brachten sie bittere Enttäuschungen, für die anderen neue Hoffnung. In Argentinien endete die Saison in unglaublicher Manier, während Mexiko eines der dramatischsten Play-Off-Finale des Jahres sah. FIFA.com lässt die ganze Action des Wochenendes Revue passieren.

Argentinisches Apertura-Turnier: drei Tabellenführer
Zum ersten Mal in der Geschichte des Apertura-Turniers hat es am Ende drei Spitzenreiter gegeben. Die gemeinsam vor dem letzten Spieltag führenden Teams von Boca Juniors, San Lorenzo und Tigre gewannen allesamt ihre letzten Spiele: Boca ging früh gegen Colon in Führung, rettete am Ende jedoch ein 3:2 über die Zeit, während die beiden Rivalen jeweils 1:0 Siege gegen Argentinos Juniors beziehungsweise Banfield einfuhren. Da in Argentinien - sehr zur Enttäuschung der Fans von San Lorenzo - das Torverhältnis keine Rolle spielt, werden die drei führenden Teams eine Art Mini-Turnier untereinander ausspielen, um den Apertura-Meister zu ermitteln.

Schlagerspiel: River Plates Katastrophensaison schien sich am letzten Spieltag doch noch zum Guten zu wenden, als Verteidiger Eduardo Tuzzio in der 57. Minute für die Führung bei Estudiantes sorgte. Doch Los Pincharratas erzielten dreizehn Minuten vor dem Abpfiff durch den früheren Boca-Spieler Mauro Boselli den Ausgleich, und trotz eines späten Platzverweises gegen Juan Sebastian Veron war River nicht mehr in der Lage, das Siegtor zu erzielen.
Schlagzeile des Tages: Tigre war die Überraschungsmannschaft der Saison, und sicherlich kann auch Martin Morel als Entdeckung dieser Spielzeit bezeichnet werden. Die spät gereifte Nummer zehn traf für El Matador am Sonntag erneut ins Schwarze und sorgte dafür, dass sein Verein in das Dreier-Playoff gelangte.

Uruguayisches Apertura-Turnier: Nacional triumphiert im Montevideo-Derby
Es gibt kein wichtigeres Spiel im uruguayischen Vereinsfussball als das Derby zwischen den Erzrivalen aus Montevideo, Peñarol und Nacional. Dieses Mal behielt Nacional die Oberhand. Ein Strafstoß des erst kürzlich von einem Intermezzo in der chinesischen Liga zurückgekehrten Sergio Blanco sorgte in der 72. Minute für den Sieg von Nacional und die Tabellenführung nach 13 Spieltagen. Danubio liegt einen Zähler hinter dem Spitzenreiter, während zwischen dem Tabellendritten Peñarol und dem Tabellensiebten Liverpool lediglich zwei Punkte liegen.

Schlagerspiel: Tabellenführer Danubio reiste ins Estadio Belvedere, um gegen Liverpool anzutreten. Nach Toren von Eduardo Aranda und Emiliano Alfaro lag man nach einer Stunde bereits mit 0:2 zurück, doch dann zeigte La Franja, dass man nicht durch Zufall so weit oben steht. In der 73. Minute fiel der Anschlusstreffer, bevor Jorge Garcia in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielte.
Schlagzeile des Tages: Während sein Namensvetter Christian Giménez in Japan sein Bestes gibt, wahrte der junge Stürmer von River Plate Henry Gimenez mit zwei Toren beim 3:1-Sieg gegen Bella Vista seine Chancen auf einen weiteren Nationalmannschaftseinsatz.

Südafrikanische Premier Soccer League: Dicht gedrängt
Noch haben viele Teams in Südafrika eine Chance auf den Titel, denn die ersten elf Mannschaften trennen in der Tabelle gerade einmal sechs Zähler. Gavin Hunts SuperSport musste sich mit der geteilten Tabellenführung begnügen. Katlego Mashegos spätes Tor sicherte der Mannschaft in letzter Sekunde ein 1:1-Unentschieden bei den Moroka Swallows. Damit liegt man nun punktgleich an der Spitze mit Ajax Cape Town, das mit 2:1 im Telkom-Cup-Finale gegen die Orlando Pirates die Oberhand behielt. Bidvest Wits hat nach dem 2:1-Auswärtssieg bei Bloemfontein Celtic unter extrem heißen Bedingungen nur noch zwei Punkte Rückstand auf die beiden führenden Teams. Mitch d'Avrays Team schwebt nach der Niederlage in akuter Abstiegsgefahr.

Schlagerspiel: Eine dramatische Partie im Olympia Park Stadium in Rustenburg zwischen den Kaizer Chiefs und Bay United endete 3:3. Der Aufsteiger war früh mit 2:0 in Führung gegangen, bevor Amakhosi durch Treffer von Jose Torrealba und Thabang Rooi zurückschlug. Durch einen brillanten Freistoß von Jermaine Christian ging die Auswärtsmannschaft erneut in Führung, aber mit einem Strafstoß in der 88. Minute retteten die Chiefs endgültig einen Punkt.
Schlagzeile des Tages: Die Free State Stars hatten bislang keine erfolgreiche Saison gespielt, doch am Sonntag gab es wieder einmal Anlass zum Jubeln, als Mittelfeldspieler Duncan Lechesa einen Hattrick erzielte (darunter zwei Elfmetertore) und man sich im Abstiegskampf mit dem 3:2 gegen Thanda Royal Zulu wieder etwas Luft verschaffte.

Australische A-League: Spätes Drama
Während Adelaide United bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft ein Wechselbad der Gefühle durchleben musste, ging der Spielbetrieb in der A-League weiter. Dabei holten Queensland Roar und die Central Coast Mariners Last-Minute-Siege und sind jetzt in Schlagweite des abwesenden Tabellenführers. Nach Wellington Phoenix' enttäuschendem Unentschieden gegen Perth Glory haben beide Teams an Boden verloren, während Titelverteidiger Newcastle erneut eine bittere Niederlage einstecken musste, dieses Mal gegen Queensland. Die Jets liegen nun auf dem letzten Tabellenplatz, sechs Spieltage vor dem Ende mit zehn Punkten Rückstand auf die ersten vier Plätze.

Schlagerspiel: Queenslands magere Heimbilanz schien sich auch gegen Schlusslicht Newcastle nicht zu verbessern, als Joel Griffiths im Suncorp Stadium für die Führung der Gäste sorgte. Aber Mitch Nichols, Australiens U-20-Held, erzielte kurz vor der Halbzeit den Ausgleich, bevor der Niederländer Sergio van Dijk den Ball nach einer schönen Flanke von der linken Seite in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg der Heimmannschaft in die Maschen setzte.
Schlagzeile des Tages: Mile Jedinak, kampstarker Mittelfeldspieler von Central Coast, hatte zuletzt durch starke Leistungen sich eine Berufung in Pim Verbeeks Nationalmannschaftskader für ein Qualifikationsspiel zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft verdient. Am Wochenende schlug er erneut zu und sorgte mit einem verwandelten Strafstoß dafür, dass seine Mariners gegen den FC Sydney gewannen und nun zur Spitzengruppe der besten vier Teams gehören.

In anderen Ligen
Das Ende des mexikanischen Apertura-Turniers war einfach sensationell. Toluca schien nach einem 2:0-Sieg bei Cruz Azul am Freitag den Titel bereits unter Dach und Fach zu haben. Bis zur Halbzeitpause hatten die Diablos Rojos am Sonntag ihren Gegner weiterhin erfolgreich in Schach gehalten. Dann jedoch ging der Gast durch Alejandro Vela und Julio Cesar Dominguez in Führung, so dass beide Teams, nachdem in der Verlängerung keine Tore fielen, ins Elfmeterschießen gingen. Vela entschied dann die Partie zu Ungunsten von Cruz Azul, denn den neunten (!) Elfmeter von Cruz Azul feuerte er in die Arme des argentinischen Torwart-Routiniers Hernan Cristante. Toluca hatte sich damit im Elfmeterschießen mit 7:6 durchgesetzt und wurde Apertura-Meister 2008.

Eine weitere Liga, die ähnlich dramatisch endete, war das Apertura-Turnier in Honduras. Marathon sicherte sich hier den Titel nach einem Freistoß des Nationalspielers Mario Rene Berrios in der 92. Minute. Damit holte Marathon ein 1:1-Unentschieden gegen Real España im Final-Rückspiel und behielt insgesamt mit 2:1 die Oberhand.

In Peru reichte ein 2:2-Unentschieden von San Martin bei Jose Galvez aus, um nicht nur den Clausura-Titel sondern die gesamte Meisterschaft zu gewinnen, während sich Alianza Atletico mit einem beeindruckenden 3:0-Heimsieg gegen Cienciano das letzte Ticket für die Copa Sudamericana sicherte.