Die großen Gewinner des Wochenendes heißen Real Madrid und Bayern München. In England kam Manchester United nicht über ein Unentschieden hinaus, Olympique Lyon patzte bei Olympique Marseille und Inter Mailand wahrte seinen Vorsprung vor dem AS Rom.
Änderungen an der Tabellenspitze gab es dadurch in keiner der fünf großen europäischen Ligen, aber in Frankreich und England rücken die Meisterschaftsaspiranten wieder enger zusammen, und ManU spürt den Atem der Verfolger wieder deutlich im Nacken. Inter konnte seinen Vorsprung verteidigen, Bayern München und Real Madrid ihren sogar noch ausbauen und scheinen für die Meisterschaft gerüstet.
FIFA.com fasst die wichtigsten Ergebnisse und Ereignisse aus Europas Topligen zusammen.
Bundesliga: Schalke 04 schiebt sich auf Platz zwei
Weil der Hamburger SV das Spitzenspiel gegen den
VfB Stuttgart verloren hat, hält wohl niemand mehr Bayern München
auf dem Weg zum 21. Titel auf. Mit einem glänzend aufgelegten
Franck Ribéry holten die Münchener den erwarteten Heimsieg gegen
den VfL Bochum (3:1) und haben jetzt neun Punkte Vorsprung vor dem
neuen Tabellenzweiten FC Schalke 04.
Der Klub aus Gelsenkirchen mühte sich gegen Hansa Rostock zu einem glanzlosen 1:0. Weil der HSV zeitgleich mit 0:1 in Stuttgart verlor, konnte sich Schalke auf Platz zwei schieben. Die Hanseaten verabschieden sich damit wohl endgültig aus dem Titelrennen. Das Podium wieder im Blick hat hingegen der amtierende Meister VfB Stuttgart, und auch Werder Bremen schöpft nach dem 2:1 in Berlin, dem ersten Sieg seit 1. März, wieder Hoffnung.
Die Gewinner im Abstiegskampf heißen Energie Cottbus und Arminia Bielefeld, die sich nach Siegen jetzt wieder über dem Strich befinden, während Hansa Rostock auf einem Abstiegsplatz steht.
Die ersten Vier: Bayern München (57 Punkte),
Schalke 04 (48), Hamburger SV, Werder Bremen (47)
Die letzten Drei: Hansa Rostock (24 Punkte),
Nürnberg (23), MSV Duisburg (22)
Die besten Torschützen: Luca Toni (16 Tore), Mario
Gomez (15), Mladen Petric (13)
Die Zahl des Tages: Hamburg kassierte in Stuttgart
die erste Niederlage seit dem 1. Dezember. Dadurch rutschten die
Nordlichter auf den dritten Tabellenplatz ab - sehr zur Freude der
Schalker.
Premier League: Chelsea setzt sich auf Platz zwei fest
Erst im Winter kam der Brasilianer Alfonso Alves
von Heerenveen nach England, und seit Sonntag kennt ihn die ganze
Premier League. Mit seinen zwei Treffern gegen Manchester United
hat der Mann, der kein Wort Englisch spricht, die schon entschieden
geglaubte Meisterschaft auf der Insel wieder spannend gemacht. Der
Stürmer von Middlesbrough hätte den Tabellenführer um ein Haar
sogar ganz gestürzt, aber dank Wayne Rooney kamen die
Red Devils am Ende doch noch zu einem 2:2. Dennoch ist
Chelsea jetzt wieder auf drei Punkte an
ManU heran gerückt - und nächste Woche kommt Arsenal ins
Old Trafford.
Die Blues von der Stamford Bridge gewannen derweil ungefährdet mit 2:0 bei Manchester City und können sich wieder berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen. Für den Nachbarn und Rivalen Arsenal reißen die schlechten Nachrichten indes seit einem Monat nicht ab. Am Samstag trotze Liverpool den Gunners vor eigenem Publikum ein 1:1 ab und verlor damit weiter an Boden. Sechs Punkte sind es nun schon auf Manchester und drei auf Chelsea. In der UEFA Champions League kommt es unter der Woche zum Rückspiel im rein englischen Duell gegen die Reds und dann wartet die schwere Auswärtsaufgabe im Theatre of Dreams.
Am Tabellenende können Fulham und wahrscheinlich auch Bolton seit diesem torreichen Wochenende alle Hoffnungen begraben, auch wenn Birmingham und Reading noch nicht vollends gerettet sind.
Die ersten Drei: Manchester United (77 Punkte), FC
Chelsea (74), FC Arsenal (71)
Die letzten Drei: Bolton Wanderers (26 Punkte),
Fulham (24), Derby County (11)
Die besten Torschützen: Cristiano Ronaldo (27
Tore), Fernando Torres (21), Emmanuel Adebayor (19)
Die Zahl des Tages: Ungewöhnlich wackelig
präsentierte sich die Abwehr von Manchester United an diesem
Wochenende. Gerade einmal 15 Gegentore hatte die beste Abwehr der
Premier League bis dato zugelassen. Seit Sonntag sind es zwei
mehr.
Primera División: Real im Glück
Der FC Barcelona hat die Chance verpasst, wieder
auf fünf Punkte an Real Madrid heran zu kommen, das seinerseits mit
dem 1:1 bei Real Mallorca absolut zufrieden sein musste. Die
Katalanen kamen im heimischen Camp Nou nicht über ein schmuckloses
0:0 gegen Getafe hinaus und bleiben damit sieben Punkte hinter dem
ewigen Rivalen aus der iberischen Hauptstadt.
Weil Villarreal gleichzeitig mit 0:2 beim FC Sevilla verlor, war der Spieltag für Real gleich doppelt erfolgreich. Zuvor hatte Villarreal in der Liga vier Siege in Folge eingefahren und war seit Ende Januar unbesiegt geblieben. Das Gelbe U-Boot ist als Tabellenzweiter punktgleich mit Barcelona.
Am Tabellenende schafften zwei Mannschaften wichtige Siege: Deportivo La Coruña gewann beim Tabellenfünften Racing Santander mit 3:1 und Betis Sevilla gegen Mit-Abstiegskandidat Saragossa mit 3:0.
Die ersten Drei: Real Madrid (66 Punkte),
Villarreal (59) FC Barcelona (59)
Die letzten Drei: Real Saragossa (33 Punkte), Real
Murcia (29), Levante (19)
Die besten Torschützen: Luis Fabiano (23 Tore),
Daniel Güiza (17), Raúl (16)
Die Zahl des Tages: 9 - So viele Tore fielen in
der Partie Atletico Madrids gegen UD Almeria. Das argentinische
Wunderkind Sergio Agüero steuerte zwei Treffer zum Schützenfest bei
und schraubte seine Gesamtausbeute damit auf zwölf.
Serie A: Inter gibt sich keine Blöße
Der AS Rom - weiterhin ohne Francesco Totti - hatte
am Samstag vorgelegt und mit 3:2 gegen Genua gewonnen. Aber Inter
Mailand zeigte am Sonntag die richtige Reaktion und zog nach. Vor
allem dank eines Tores des französischen
Nationalmannschaftskapitäns Patrick Vieira konnte sich der Meister
der letzten beiden Jahre mit 2:0 bei Atalanta Bergamo durchsetzen
und an der Tabellenspitze wieder etwas mehr durchatmen. Denn für
die Elf von Roberto Mancini bleibt es damit erst einmal bei vier
Punkten Vorsprung auf den Verfolger aus der Hauptstadt.
Nichts entschieden ist derweil sechs Tage vor Saisonende im Kampf um den vierten Tabellenplatz, der noch zur Qualifikation für die UEFA Champions League berechtigt. Denn wie Inter wahrte auch Florenz seinen Vorsprung von vier Punkten, nachdem der AC Mailand am Samstag mit 3:1 gegen Cagliari gewonnen hatte. Florenz machte beim 2:0 gegen Reggina Calcio seine Hausaufgaben. Aber auch Sampdoria Genua bleibt nach dem Sieg gegen Livorno (2:0) auf Champions-League-Kurs, ebenso Udinese mit dem 1:1 bei Siena. Juventus Turin bleibt derweil trotz der Niederlage in Palermo vorerst Dritter, auch wenn der Vorsprung auf Florenz jetzt auf zwei Punkte geschrumpft ist.
Die ersten Drei: Inter Mailand (72 Punkte), AS Rom
(68), Juventus Turin (58)
Die letzten Drei: Empoli, Cagliari (29 Punkte),
Reggina (27)
Die besten Torschützen: Marco Borriello (18 Tore),
David Trezeguet (17), Adrian Mutu (16), Zlatan Ibrahimovic, Antonio
di Natale (15)
Die Zahl des Tages: Patrick Vieira hat sich sein
erstes Saisontor offenbar für die besonders wichtigen Partien
aufgespart und fand die Zeit am Sonntag gegen Atalanta gekommen.
Der Franzose war Chef auf dem Platz und Hauptverantwortlicher
dafür, dass Mailand nach drei Spielen ohne Sieg endlich mal wieder
mit drei Punkten in die Kabine gehen konnte.
Ligue 1: Marseille und Nancy lassen nichts anbrennen
Der Lieblingsgegner von Marseille und Mamadou Niang
in dieser Saison heißt definitiv Olympique Lyon. Wie schon im
Hinspiel traf der Stürmer auch beim 3:1 am Sonntag doppelt. Das hat
gleich zweierlei Auswirkungen: Zum einen rückt Bordeaux wieder auf
sechs Punkte an Frankreichs sechsmaligen Serienmeister heran, zum
anderen bleibt Marseille nur drei Punkte hinter Nancy, das knapp
mit 1:0 gegen Paris Saint-Germain gewann.
Im Tabellenkeller wurden die Karten derweil völlig neu gemischt. Der Kampf um den Klassenerhalt dürfte bis zum letzten Spieltag andauern. Die Verlierer des 32. Spieltags neben Paris Saint-Germain waren RC Lens und Toulouse, die ihre Heimspiele gegen Metz (1:1) und Lorient (0:0) nicht gewinnen konnten. RC Strasbourg, das unter der Woche in der Hauptstadt verloren hatte, zog auch im eigenen Stadion gegen AS Monaco den Kürzeren (0:2), was für Monaco gleichzeitig den ersten Sieg seit dem 23. Januar bedeutete.
Die ersten Drei: Olympique Lyon (67 Punkte),
Girondins Bordeaux (61), Nancy (55)
Die letzten Fünf: RC Lens, FC Toulouse, Paris
Saint-Germain, RC Straßburg (alle 35 Punkte), FC Metz (18)
Die besten Torschützen: Karim Benzema (17 Tore),
Mamadou Niang (15), Fernando Cavenaghi, Tulio De Melo, Djbril Cissé
(je 12)
Die Zahl des Tages: Das Dutzend ist voll - durch
den Erfolg gegen Paris am Sonntagabend kommt AS Nancy jetzt auf
zwölf Siege in 15 Heimpartien. Das ist umso bemerkenswerter, als
Paris Saint-Germain seit 1986 nicht mehr in Nancy verloren
hatte.
Weitere Ligen: Dritter Meistertitel in Folge für
Porto
Der FC Porto hat am Samstag seine 23 Meisterschaft in
Portugal und die dritte in Folge perfekt gemacht. Leidtragender am
25. Spieltag war dabei Estrela Amadora, das mit 0:6 unter die Räder
kam. Porto hat damit jetzt 18 Punkte Vorsprung auf Vitoria
Guimarães und kann somit fünf Spieltage vor Schluss auch
rechnerisch nicht mehr eingeholt werden.
Geschichte geschrieben hat derweil Klaas Jan Huntelaar in den Niederlanden mit seinen drei Toren für Ajax gegen De Graafschap. Im Exklusiv-Interview mit FIFA.com hatte uns Huntelaar im September noch anvertraut, dass er gern die magische Marke von 35 Toren in der Eredivisie knacken würde. Am Wochenende kam er immerhin schon mal auf seine Saisontreffer 30, 31 und 32. Genützt hat Ajax die Galavorstellung des Stürmers indes wenig, weil der PSV Eindhoven ebenfalls gewann und damit weiterhin fünf Punkte Vorsprung hat.
