Für Titelverteidiger 1. FC Nürnberg kam das Aus im DFB-Pokal der neuen Saison bereits in der zweiten Runde im Elfmeterschießen bei Zweitligist Carl Zeiss Jena. Im Interview analysiert FCN-Coach Hans Meyer die Situation.
Pokal-K.o. in Runde zwei für den Pokalverteidiger - Wie
groß ist die Enttäuschung?
Man kann nicht jedes Jahr Pokalsieger werden. Und wenn man es
nicht wird, dann ist es eigentlich egal, ob man jetzt ausscheidet,
oder drei Runden später. Aber stell dir vor, du verlierst das
Endspiel. Dann hast du richtig die Brille auf.
Ist die Niederlage nur mit dem fehlenden Glück im
Elfmeterschießen zu erklären?
Der Spielausgang hatte nichts mit Glück zu tun. Wir haben 60
Minuten in Überzahl gespielt und zwei Mal geführt. In der
Verlängerung hatten wir mindestens noch vier Chancen, die wir
schlecht ausgespielt haben. Und wer wie Jena mit zehn Mann in der
Verlängerung ausgleicht, der hat es verdient, weiterzukommen.
Wenn der Pokalverteidiger Nürnberg beim
Zweitliga-Vorletzten verliert, muss man schon von einer faustdicken
Überraschung sprechen...
Wenn die 2. Liga die 1. Liga schlägt, dann ist das doch keine
Überraschung. Wenn du nach Jena fährst, musst du zumindest auch die
Möglichkeit einkalkulieren, dass du verlierst. Was mich viel mehr
ärgert ist, dass wir zwei Mal in Führung lagen und dann solche
Gegentore kassiert haben. Das war die Katastrophe.
Wie beurteilen Sie die Situation vor dem
Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen den deutschen Meister VfB
Stuttgart?
Natürlich ist Stuttgart jetzt psychologisch im Vorteil. Die
haben ihr Pokalspiel wenigstens gewonnen. Aber Einstellung und
Wille meiner Mannschaft stimmen. Das konnte man auch in Jena sehen.
Ich bin sicher, wir werden uns über kurz oder lang in Gegenden
bewegen, wo die Sonne mehr scheint.
Mit Trainer Hans Meyer?
Ich gehe davon aus, dass ich in 14 Tagen noch Trainer bin,
aber wie lange, weiß man im Fussball nie.
In Jena waren Sie zwei Mal und insgesamt mehr als 14 Jahre
Trainer. Die Leute haben Sie heute dafür gefeiert. Wie haben Sie
das empfunden?
Ich kenne mindestens zehn Leute in Jena, die mich hassen wie
die Pest. Also ganz so ist das auch nicht.
