José Mourinho ist nicht länger Trainer des englischen Premier-League-Klubs FC Chelsea. Entsprechende Gerüchte bestätigte der Verein, bei dem auch der deutsche Nationalspieler Michael Ballack unter Vertrag steht, auf seiner Homepage. Weiter hieß es, der Verein und der Cheftrainer würden sich in "gegenseitigem Einverständnis" trennen.
Britischen Medienberichten zufolge hatte Mourinho seinen Abgang
einigen Spielern bereits unmittelbar nach dem 1:1 gegen Rosenborg
Trondheim in der UEFA Champions League am Dienstagabend mitgeteilt.
Während seiner dreijährigen Tätigkeit an der Stamford Bridge gewann
der Portugiese 124 seiner insgesamt 185 Spiele.
Grant als Nachfolger
Nachfolger wird der bisherige Fussball-Direktor der
Blues, Avram Grant, der zu Beginn der Saison gegen den
Willen Mourinhos verpflichtet wurde. "Wir sind froh, dass wir
mit Avram einen sehr erfahrenen Mann haben, der uns sofort helfen
kann", teilte der Klub mit. Grant wird gemeinsam mit dem
bisherigen Co-Trainer Steve Clarke schon am Sonntag im
Schlagerspiel beim Meister Manchester United auf der Chelsea-Bank
sitzen.
Allerdings ist noch unklar, ob das Duo lediglich als Zwischenlösung fungiert oder dauerhaft das Sagen an der Stamford Bridge haben wird. Denn an der Gerüchtebörse wurden zuvor auch der Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der russische Nationalcoach Guus Hiddink und Frankreichs Weltmeisterkapitän Didier Deschamps (zuletzt Trainer von Juventus Turin) gehandelt.
Klub-Erklärung folgt am Nachmittag
Am Donnerstagnachmittag ließ der Klub in einem offenen Brief
dann doch noch eine nähere Erklärung folgen. "Entscheidend ist
die Formulierung, dass wir uns in beiderseitigem Einvernehmen
getrennt haben. José ist nicht zurückgetreten und wir haben ihn
nicht entlassen", hieß es in dem Schreiben. Es sei ein Punkt
erreicht worden, an der die "Beziehung zwischen dem Klub und
José zerrüttet war". In den vergangenen Monaten seien mehrere
Versuche gescheitert, die Unstimmigkeiten zu beheben. Diese
Unstimmigkeiten hätten begonnen, sich auf die Leistung der
Mannschaft auszuwirken, deshalb sei man zu dem Entschluss gekommen,
sich zu trennen.
Offenbar hat die Ungeduld des milliardenschweren russischen Klubeigners Roman Abramowitsch zur Trennung geführt. Der Öl-Unternehmer soll mit den jüngsten Auftritten seines "Spielzeugs" unzufrieden gewesen sein. Zuletzt hatte Abramowitsch der Mannschaft die kalte Schulter gezeigt und demonstrativ wie medienwirksam seine Luxus-Loge an der Stamford Bridge verlassen.
Gerüchte über Ablösung hielten sich hartnäckig
Der Vertrag des exzentrischen Trainers, der seit 2004 an der
Stamford Bridge gearbeitet hatte, lief noch bis 2010. Bereits in
der vergangenen Saison hatte es Gerüchte um eine Ablösung Mourinhos
gegegeben, der sich angeblich mit Klubbesitzer Roman Abramowitsch
überworfen hatte.
In der vergangenen Spielzeit hatte Mourinho mit Chelsea den Titel in der Premier League verpasst und die Meisterschaft dem Erzrivalen Manchester United überlassen müssen. Auch sein Bestreben, in der UEFA Champions League den großen Coup zu landen, war nicht von Erfolg gekrönt. In der vergangenen Saison scheiterte der Traditionsklub im Halbfinale im Elfmeterschießen am englischen Rekordmeister FC Liverpool.
