Es ist wahrlich kein Geheimnis: Wer gewinnen will, muss Tore schießen. Und damit so oft wie möglich Tore fallen, sollte man ein paar gute Stürmer in seinem Aufgebot haben. In dieser Sommerpause war es der FC Bayern München, der den Kampf um die besten Angreifer eröffnete, indem man Luca Toni und Franck Ribéry verpflichtete. Kurz danach tat es Juventus Turin den Bayern gleich und sicherte sich die Dienste Vincenzo Iaquintas. In den letzten beiden Wochen hat sich der Trend weiter fortgesetzt, und zahlreiche Klubs haben ihre Anstrengungen auf die Rekrutierung von guten Offensivkräften konzentriert.

In dieser Hinsicht hat der FC Barcelona mit der Verpflichtung des Franzosen Thierry Henry den wohl größten Coup gelandet. Henry, der die Bestmarken des legendären Ian Wright übertraf und der erfolgreichste Torschütze in der Geschichte seines letzten Arbeitgebers FC Arsenal London wurde, verlässt die Gunners nach acht Jahren herausragender Leistungen und loyaler Arbeit. Höhepunkte in dieser Zeit waren zwei Landesmeisterschaften (2002, 2004), drei Pokalsiege (2002, 2003, 2005) sowie eine Champions-League-Finalteilnahme (2006), bei der die Engländer ausgerechnet gegen Barcelona unterlagen. Die Offensivabteilung der Katalanen - zu der darüber hinaus noch Lionel Messi, Samuel Eto'o und Ronaldinho gehören - bereitet den Verteidigern der Liga sicher jetzt schon schlaflose Nächte. "Wenn man die Namen der Spieler dieser Mannschaft sieht, auch meinen, da kann man es schon mit der Angst zu tun bekommen", sagte der Weltmeister von 1998 bei seiner Vorstellung in Barcelona.

Ein anderer herausragender Akteur in seinem Verein geht in die entgegengesetzte Richtung. Fernando Torres, Symbol und Seele von Atletico Madrid, hat sich entschieden, die spanische Hauptstadt zu verlassen und ab der kommenden Saison das rote Trikot des FC Liverpool zu tragen. Trotz seiner erst 24 Jahre hat El Niño bereits fünf Spielzeiten in der ersten spanischen Liga bestritten und in 174 Spielen 75 Tore erzielt. Um diesen Torgaranten zu ersetzen, haben die Colchoneros im Tausch nicht nur den spanischen Nationalspieler Luis Garcia - Champions-League-Sieger 2005 mit den Reds - erhalten, sondern sich zusätzlich die Dienste des Uruguayers Diego Forlan gesichert, Torschützenkönig der spanischen Primera División im Jahr 2005 und Schütze von 19 Toren in der vergangenen Saison.

Bent stößt zur Armada der Spurs
Im Kampf um die Nachfolge Didier Drogbas als bester Torschütze der englischen Premier League hofft der Neuzugang von Tottenham Hotspur, Darren Bent, ein Wörtchen mitreden zu können. Seine 14 Tore in der vergangenen Saison konnten Charlton nicht vor dem Abstieg retten, weshalb der englische Nationalspieler nun bei den Spurs angeheuert hat. An der Whitehart Lane setzt man nun große Hoffnungen auf sein Zusammenspiel mit dem Bulgaren Dimitar Berbatov, dem Iren Robbie Keane und dem Engländer Jermain Defoe.

Der Erzrivale aus Nordlondon hat nach dem Verlust von Thierry Henry mit Eduardo da Silva einen Kroaten brasilianischer Abstammung unter Vertrag genommen. Acht Tore in nur 14 Spielen für die Nationalmannschaft wären Empfehlung genug, doch auch seine Trefferquote für Dinamo Zagreb war in den letzten Jahren beeindruckend: In 104 Spielen erzielte der Angreifer 73 Tore. Möglicherweise hat Arsenal in ihm bereits den Nachfolger für den abgewanderten Franzosen gefunden.

Auch die Blackburn Rovers haben sich schwer ins Zeug gelegt, um sich die Dienste von Nachwuchstalent Maceo Rigters aus Breda zu sichern, Torschützenkönig der letzten U-21-Europameisterschaft aus den Reihen der siegreichen Niederländer. Und noch ein Stürmer der niederländischen Liga verlässt die Eredivisie in Richtung Großbritannien: Der Amerikaner DaMarcus Beasley, frischgebackener Sieger beim CONCACAF Gold Cup, unterschrieb bei den Glasgow Rangers, nachdem er schon in der vergangenen Saison vom PSV Eindhoven an Manchester City ausgeliehen war. Der schottische Nationalspieler Craig Beattie wiederum verlässt den Celtic Park in Glasgow, um sein Glück beim englischen Klub West Bromwich Albion in der zweiten Liga zu versuchen.

Bayern München gelingt großer Coup
Auch in Deutschland hat die Stürmer das Reisefieber gepackt. Hauptakteur auf dem Transfermarkt der Bundesliga sind die Bayern, die offenbar entschieden haben, ihre Angriffsabteilung komplett umzustellen. Nach Claudio Pizarro (FC Chelsea), Hassan Salihamidzic (Juventus) und Ali Karimi (Katar Sports Club) muss nun auch der Niederländer Roy Makaay seine Koffer packen. Zehn Jahre, nachdem er die Eredivisie verlassen hat, kehrt der niederländische Torjäger in seine Heimat zurück, um im Trikot von Feyenoord Rotterdam seinen Torinstinkt unter Beweis zu stellen.

Sein Nachfolger bei den Bayern ist kein Geringerer als der Torschützenkönig der vergangenen FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™, Miroslav Klose. Nach wochenlangen Verhandlungen von Werder Bremen losgeeist, hat der Angreifer nicht lange gebraucht, um seinen neuen Arbeitgeber zu erfreuen. Gleich in seinem ersten Einsatz in einem Freundschaftsspiel gegen São Paulo wenige Tage nach seinem Wechsel hat sich Klose bereits in die Torschützenliste eingetragen. Mit Spannung wird bei den Bayern nun sein Zusammenspiel mit Lukas Podolski erwartet, mit dem er in der Nationalmannschaft bereits prächtig harmonierte.

Ein weiterer deutscher Stürmer, der einen Tapetenwechsel benötigt, ist Benjamin Lauth, der den Hamburger SV verlässt. Lauth, der die letzten sechs Monate an den VfB Stuttgart ausgeliehen war, wechselt nun zu Hannover 96. Auch Borussia Dortmund ist auf dem Transfermarkt aktiv geworden und hat den zum NAC Breda abgewanderten Ghanaer Matthew Amoah durch den erfahrenen Argentinier Diego Klimowicz ersetzt, der für den VfL Wolfsburg in 160 Spielen 62 Mal traf.

Quagliarella landet in Udine
In Italien war der Honduraner David Suazo Thema Nummer eins der Sportgazetten in der Sommerpause. Zunächst als Neuzugang bei Inter Mailand angekündigt, entschied sich der ehemalige Stürmer aus Cagliari dann für den AC Mailand, um dann erneut seine Meinung zu ändern. Nun wird er die Saison 2007/08 aber doch bei den Nerazzurri bestreiten.

Auch beim neuen italienischen Nationalspieler Fabio Quagliarella gab es bezüglich seiner beruflichen Zukunft gewisse Unstimmigkeiten. Vertraglich sowohl an Udinese Calcio wie auch an Sampdoria Genua gebunden und von Manchester United heiß umworben, hat sich der Stürmer der Squadra Azzurra letztlich entschieden, seine Karriere beim Klub aus dem Friaul fortzusetzen. Dort wird der für seine spektakulären Treffer bekannte Quagliarella versuchen, den Abschied von Iaquinta in Richtung Juventus Turin vergessen zu machen. Seinen Platz bei Genua nimmt Andrea Caracciolo aus Palermo ein, während Mauro Esposito (58 Treffer in 198 Spielen der Serie A) Cagliari in Richtung AS Rom verlässt.

Die großen Klubs auf Stürmersuche
In Portugal sind es traditionell die drei großen Vereine, die Bewegung in den Transfermarkt bringen. Für den ersten Paukenschlag sorgte Benfica Lissabon mit der Verpflichtung des Paraguayers Oscar Cardozo. Der nunmehr Ex-Spieler der Newell's Old Boys durchlebt gerade einen traumhaften Sommer, denn aktuell brilliert er für die Nationalmannschaft Paraguays bei der Copa América 2007 in Venezuela. Lokalrivale Sporting Lissabon wiederum hat seinen direkten Konkurrenten einen alten Bekannten weggeschnappt. Der Brasilianer Derlei wird in der kommenden Saison das gestreifte Trikot der Leões tragen, nachdem er zwischen 2002 und 2005 bei Porto und Anfang 2007 für Benfica gespielt hatte. Der aktuelle portugiesische Meister aus Porto verpflichtete den Brasilianer Edgar (Beira Mar), den Uruguayer Luis Aguiar (Liverpool Montevideo) und den Argentinier Mario Ariel Bolatti (Belgrano).

Doch die Stürmer sind nicht die einzigen Hauptdarsteller auf dem weltweiten Transfermarkt. Zu den Sensationen der letzten Wochen gehört der Wechsel des französischen Vizeweltmeisters Eric Abidal von Olympique Lyon zum FC Barcelona. Er wird den Niederländer Giovanni van Bronckhorst ersetzen, der in seine Heimat zu Feyenoord zurückkehrt. Auch die Wechsel weiterer namhafter Verteidiger - Bayer Leverkusens Juan geht zum AS Rom, der Kameruner Geremi wechselt von Chelsea nach Newcastle - sorgten für Schlagzeilen.

Im Weltfussball kommt also keine Langeweile auf, und bis zur Schließung des Transfermarkts am 31. August wird noch so manch spektakulärer Wechsel zu vermelden sein. Damit Sie weiterhin nichts davon verpassen: Bleiben Sie dran bei FIFA.com!