In Marokko reichte Olympique Khouribga der große Vorsprung trotz einer nervösen Endphase zum Gewinn der ersten Meisterschaft der Klubgeschichte, während in Tunesien Etoile Sahel die erstaunliche Serie von sieben Vizemeisterschaften hintereinander beendete und endlich den heiß ersehnten Meisterpokal gewann.
Al Ahly, Sieger der afrikanischen Champions League, gewann locker die Meisterschaft in Ägypten, wobei die Bilanz durch zwei Niederlagen in den letzten beiden Spielen etwas verschlechterte. Bereits im Februar war die Rekordserie von über zwei Spielzeiten ohne Niederlage zu Ende gegangen.
Lesen Sie hier auf FIFA.com einen Überblick über die Meisterschaften, die kürzlich entschieden wurden...
ÄGYPTEN: Al Ahlys Niederlagen gegen Zamalek im
Kairoer Derby und anschließend gegen Ismaily im letzten Spiel der
Saison Ende Mai waren erst die zweite und dritte Niederlage in den
letzten drei Jahren in Ägyptens Erster Liga. Doch die Niederlagen
ereigneten sich erst lange nachdem sich das Team von Manuel Jose
die Meisterschaft gesichert und der portugiesische Coach sechs
Schlüsselspieler bereits in den Urlaub geschickt hatte.
Der afrikanischen Champions-League-Sieger dominierte nach
Belieben. Die einzigen Schönheitsfehler waren eine Niederlage im
Januar, als Ismaily ihre Serie von zweieinhalb ungeschlagenen
Jahren in der heimischen Liga mit einem überraschenden
3:0-Auswärtssieg beendete, sowie zwei Niederlagen am Ende der
Meisterschaft.
Al Ahly beendete die Saison mit fünf Punkten Vorsprung vor
Zamalek, das wiederum Ismaily in den letzten Wochen knapp abfangen
und sich die Vizemeisterschaft sowie Ägyptens zweiten Startplatz
für die nächste Champions-League-Saison sichern konnte.
Der ägyptische Meister feiert dieses Jahr sein 100. Jubiläum
und hat seinem eigenwilligen Coach, der sich am Anfang der Saison
großen Ärger einhandelte, als er aus Protest gegen eine
Schiedsrichterentscheidung sein Hemd auszog, einen neuen
Zweijahresvertrag angeboten.
GHANA: Die Hearts of Oak aus Accra eroberten den Meistertitel aus den Händen ihres Erzrivalen Asante Kotoko zurück, denen in den letzten Runden der Meisterschaft die Luft ausging und die als Drittplatzierte auch die Qualifikation für die Afrikanische Champions League verpassten. Am Ende kamen die Hearts auf 58 Punkte, fünf mehr als Ashanti Gold. Durch den inzwischen 19. Titel fehlt den Hearts in der ewigen Bestenliste nur noch eine Meisterschaft, um mit Kotoko gleichzuziehen, was ihre Dominanz in Ghanas Liga im Verlauf der letzten zehn Jahre unterstreicht.
LIBYEN: Für Al Ittihad aus Tripolis ging ein traumhaftes Jahr zu Ende, in dem man den dritten Meistertitel in Folge feiern und erstmalig in die Gruppenphase der Afrikanischen Champions League vorstoßen konnte. Ittihad verlor im Verlauf der Saison lediglich ein Spiel und gewann die Erste Division Libyens mit sechs Punkten Vorsprung vor dem Erzrivalen Al Ahli Tripolis.
MAROKKO: In Marokkos Meisterschaft gab es einen erstmaligen Titelgewinner in Gestalt des Provinzklub Olympique Khouribga, der die meiste Zeit der Saison mit großem Abstand in Führung lag. Als allerdings die lange Serie ohne Niederlage riss, zeigte Khourigba Nerven und musste noch zittern, bevor man den Titel sicher hatte. Zwar lag das Team am Ende immer noch sieben Punkte vor den Zweitplatzierten Royal Armed Forces, doch im Verlauf der Meisterschaft hatte die Führung eine Zeitlang sogar im zweistelligen Bereich gelegen. Khourigba, das in einer Phosphate produzierenden Region des Landes liegt, wurde 1922 gegründet und wird von dem früheren Nationalspieler Mohamed Madih betreut. Die Meisterschaft ist nach dem Pokalerfolg im vergangenen Jahr erst ihr zweiter Titel überhaupt. Royal Armed Forces musste sich erneut mit dem zweiten Platz begnügen, und auch den eroberten sie erst am letzten Tag der Meisterschaft, als der direkte Rivale Moghreb Tetouan auswärts nicht über ein 3:3 hinauskam und in der spannenden Schlussphase zwei wichtige Punkte einbüßte. Die Soldaten können somit im nächsten Jahr erneut in der Afrikanischen Champions League mitmischen, in der sie sich in diesem Jahr für die Runde der letzten Acht qualifiziert haben.
SÜDAFRIKA: Die Mamelodi Sundowns gewannen zwischen Januar und April elf Spiele in Folge und haben die südafrikanische Premier League mit zehn Punkten Vorsprung für sich entschieden. Zweiter wurde die Überraschungsmannschaft der Silver Stars, die noch zur Weihnachtspause in Führung lag. Für die Sundowns war es der zweite nationale Titel in Folge, zusätzlich wurde ihr 33-jähriger Mittelfeldregisseur Godfrey Sapula, der in diesem Jahr eine herausragende Meisterschaft spielte, zum Fussballer des Jahres gekrönt. In der ersten Saisonhälfte wechselten sich gleich mehrere Mannschaften mit der Tabellenführung ab und zwischen dem ersten und zehnten Platz lagen teilweise nur fünf Punkte Unterschied. Doch dann machten die Sundowns Ernst und der Klub des kauflustigen Bergbaumagnats Patrice Motsepe setzte sich an die Spitze und enteilte der Konkurrenz. Coach Gordon Igesund, der die Mannschaft im Oktober übernommen hatte, hat damit als erster Trainer vier Premier-League-Titel innerhalb der letzten zehn Jahre gewonnen, erstaunlich dabei, dass er dies jeweils mit verschiedenen Klubs erreichte.
TUNESIEN: Etoile Sahel sicherte sich die Meisterschaft am vorletzten Spieltag und beendete eine lang andauernde Serie als ewiger Zweiter. Fast die ganze Saison über lag das Team in der Tabelle hinter Club Africain, doch am Ende konnte man den Rivalen aus Tunis überholen und wurde mit vier Punkten Vorsprung Meister. Club Africain musste sich mit dem zweiten Platz begnügen, den sie sich nur knapp aufgrund der um zwei Treffer besseren Tordifferenz vor Titelverteidiger Esperance sichern konnten. Die Anhänger Etoile Sahels in ihrer Heimatstadt Sousse bejubelten den Meistertitel ausgiebig, die Feierlichkeiten wurden allerdings durch den plötzlichen Abgang von Coach Faouzi Benzerti getrübt. Als Grund für seine Demission gab er mangelnde Unterstützung von Seiten der Klubführung an.
