Bayern München hat zum Wiesn-Auftakt groß aufgetrumpft und die Tabellenführung in der Bundesliga erfolgreich verteidigt: Im Schlagerspiel des vierten Spieltags gewann der deutsche Rekordmeister bei Verfolger und UEFA Champions League-Starter Schalke 04 verdient mit 2:0.
Die lange Erfolgsserie von Borussia Dortmund ging derweil ausgerechnet in Hamburg zu Ende. Der Double-Gewinner verlor mit 2:3 beim Hamburger SV und verließ nach 31 Spielen ohne Niederlage den Rasen als Verlierer. Den Bundesliga-Rekord hält saisonübergreifend der HSV mit 36 Spielen ohne Niederlage in den Spielzeiten 1982/83 und 1984/85.
Im Schlagerspiel auf Schalke neutralisierten sich die Gastgeber und die Bayern in der ersten Halbzeit. "Beide Mannschaften haben sich nicht aus der Reserve locken lassen. Ich glaube, wer das erste Tor schießt, hat den Vorteil", sagte Bundestrainer Joachim Löw in der Halbzeitpause. Genauso kam es: Die Nationalspieler Toni Kroos (55.) und Thomas Müller (58.) sorgten per Doppelschlag für die Entscheidung zugunsten des Spitzenreiters.
Die Bayern weisen mit vier Siegen aus vier Spielen zwölf Punkte auf und rangieren aufgrund der besseren Tordifferenz vor dem zählergleichen Aufsteiger Eintracht Frankfurt, der schon Freitag 2:1 beim 1. FC Nürnberg gewann und seine unglaubliche Erfolgsserie fortsetzte.
Der zuletzt krisengeschüttelte HSV war durch einen Kopfball des Südkoreaners Heung-Min Son (2.) frühzeitig in Führung gegangen. Die Vorarbeit leistete Rafael van der Vaart. In der 46. Minute glich der Doublegewinner aber durch Ivan Perisic aus. Der kroatische Nationalspieler war 22 Sekunden nach Wiederbeginn erfolgreich. Es folgte ein offener Schlagabtausch.
Ivo Ilicevic (55.) traf zum 2:1 für die Norddeutschen, Torwart Roman Weidenfeller machte dabei eine unglückliche Figur. Erneut Son (59.) erhöhte auf 3:1, doch Perisic (60.) machte schon im Gegenzug ebenfalls mit seinem zweiten Treffer das Spiel wieder spannend. Die letzte Niederlage hatte Dortmund am 18. September 2011 beim 1:2 in Hannover kassiert. Der Rückstand des BVB auf die Bayern beträgt damit schon fünf Punkte.
Die Überraschungsmannschaft bleibt aber weiterhin Eintracht Frankfurt. Am Freitag gewannen die Hessen das Verfolgerduell in Nürnberg. "Es hat sich eine Mannschaft herausgebildet, die den Mut hat, nach vorne zu spielen", sagte Eintracht-Vorstands-Chef Heribert Bruchhagen. Diese Mannschaft ließ Trainer Armin Veh zum vierten Mal unverändert beginnen. In ihr stehen sieben Neuzugänge, die sich alle gut eingepasst haben, wie Bruchhagen stolz feststellte.
Am Dienstag, wenn Meister Borussia Dortmund nach Frankfurt kommt, muss Veh aber wohl umstellen. Kapitän Pirmin Schwegler zog sich bei einem Zusammenprall mit Hanno Balitsch eine Platzwunde an der Stirn zu, die im Krankenhaus genäht werden musste. Stürmer Olivier Occéan erlitt eine Zerrung im rechten Oberschenkel. "Sie werden beide nicht dabei sein", sagte Bruchhagen. Trotzdem: "Entspannter kann man nicht in ein Bundesliga-Spiel gehen."
Weiter nicht richtig in Tritt kommt der VfL Wolfsburg. Die Mannschaft von Trainer Felix Magath kam gegen Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth über ein 1:1 nicht hinaus. Ilir Azemi (27.) brachte die Franken in Führung, Ivica Olic (42.) traf zum 1:1-Ausgleich.
Den ersten Saisonsieg feierte derweil der FSV Mainz 05 durch das 2:0 gegen den FC Augsburg. Andreas Ivanschitz (10.) und Adam Szalai (25.) schossen die Tore für die Rheinhessen.
Aufsteiger Fortuna Düsseldorf kann sich unterdessen weiter auf seine Abwehr verlassen. Auch beim torlosen Unentschieden im Heimspiel gegen den SC Freiburg blieben die Rheinländer erneut ohne Gegentor und sind damit das einzige Profiteam noch ohne Gegentreffer. Der Traditionsklub hat mit nur zwei Saisontoren immerhin sechs Punkte erzielt.
