Während viele Wechsel noch verhandelt werden und folglich noch nicht offiziell bestätigt wurden, sind einige andere bereits perfekt. FIFA.com wirft einen Blick auf den aktuellen Stand und berichtet von den wichtigsten Transferaktivitäten der letzten beiden Wochen. Dabei scheinen sich zwei interessante Trends herauszubilden. Die Rede ist von der VR China und Paris Saint-Germain, die zuletzt etliche Stars anzogen.
Nachdem zuvor bereits Nicolas Anelka und Didier Drogba in die chinesische Super League gewechselt waren, zog es mit Malis Nationalspieler Seydou Keita einen weiteren Ex-Titelgewinner der UEFA Champions-League ins Reich der Mitte. Nach vier überaus erfolgreichen Spielzeiten beim FC Barcelona entschloss sich der Mittelfeldspieler, künftig für den chinesischen Erstligisten Dalian Aerbin aufzulaufen. Und Paris Saint-Germain vermeldete – nachdem bereits in der vergangenen Saison Diego Lugano, Alex, Thiago Motta, Javier Pastore, Maxwell und Carlo Ancelotti als Trainer verpflichtet wurden – den Neuzugang des Argentiniers Ezequiel Lavezzi, der sich die letzten fünf Jahre bei SSC Neapel als Schlüsselspieler hervorgetan hatte.
Einen weiteren Transfercoup landete der OSC Lille, der sich mit dem Ivorer Salomon Kalou, dessen Vertrag beim FC Chelsea ausgelaufen ist, die Dienste eines frisch gebackenen UEFA Champions League-Siegers sicherte. Von ihren ambitionierten Neuverpflichtungen erhoffen sich sowohl der Hauptstadtklub wie auch die Nordfranzosen eine Revanche an HSC Montpellier, das ihnen in der abgelaufenen Saison überraschend den Meistertitel streitig machte, woran wiederum vor allem Olivier Giroud, der inzwischen beim FC Arsenal unterschrieb, großen Anteil hatte. Ihn zu ersetzen wird für den Argentinier Emanuel Herrera, der bisher beim chilenischen Klub Union Española für Furore sorgte, sicher keine leichte Aufgabe sein.
Sein Landsmann Facundo Roncaglia hat zuletzt bei den Boca Juniors eine gute Saison gespielt und damit das Interesse des AC Florenz geweckt, der mit ihm seine Abwehr verstärkte. Allerdings taten die Klubverantwortlichen der Viola auch etwas für ihre Offensive, für die sie den Marokkaner Mounir El Hamdaoui in der Hoffnung unter Vertrag nahmen, dass dieser nach einer missratenen Saison bei Ajax Amsterdam möglichst bald wieder trifft. Ebenfalls der Sinn nach Revanche steht sicher einigen Ex-Profis von Inter Mailand, die sich nach einer total missratenen Saison 2011/12 neue Herausforderungen suchten. So auch Diego Forlán aus Uruguay, der künftig bei Internacional Porto Alegre versuchen will, zu seiner Bestform zurückzufinden, die ihm in Südafrika 2010 zur Auszeichnung als bester Spieler des Turniers verhalf.
Der brasilianische Abwehrspieler Lucio entschied sich seinerseits für den Wechsel zum Serie‑A-Konkurrenten und amtierenden Meister Juventus Turin, der seinen Scudetto in der kommenden Saison ohne den Niederländer Eljero Elia, der inzwischen bei Werder Bremen unterschrieb, verteidigen muss. Dafür bekommt die Alte Dame mit dem Chilenen Mauricio Isla und dem Ghanaer Kwadwo Asamoah, die zuletzt beide bei Udinese Calcio mit starken Leistungen auf sich aufmerksam machten, zwei wertvolle Neuzugänge. Allerdings muss der Klub aus dem Friaul künftig auch auf die Dienste des slowenischen Torhüters Samir Handanovič verzichten, der entscheidenden Anteil an der Qualifikation der Mannschaft für die nächste UEFA Champions League hatte und zu Inter Mailand wechselte. Im Gegenzug spielt in der kommenden Saison - nach dem teilweisen Erwerb der Transferrechte von den Mailändern - Abwehrspieler Davide Faraoni für Udinese Calcio. Bei den Nerazzurri verstärkte man sich zudem mit dem Abwehrspieler Matías Silvestre von US Palermo. Während der Argentinier künftig in der lombardischen Metropole spielen wird, wechselte sein Landsmann und Angreifer Maxi López, der die letzten sechs Monate beim AC Mailand unter Vertrag stand, zu Sampdoria Genua, das in der nächsten Saison wieder in der Serie A spielt.
Die im letzten Jahr in die englische Premier League aufgestiegenen Queens Park Rangers konnten sich in der abgelaufenen Saison gerade noch vor dem Abstieg retten und hoffen nun darauf, es in der neuen Spielzeit besser machen zu können. Um dies zu erreichen, setzen die Hoops vor allem auf den südkoreanischen Mittelfeldspieler Park Ji-sung, der seit 2005 an sämtlichen Titelgewinnen von Manchester United beteiligt war, sowie auf den brasilianischen Abwehrspieler Fabio, der seit 2008 ebenfalls für die Red Devils aktiv war. Tottenham Hotspur verpflichtete seinerseits den belgischen Nationalverteidiger Jan Vertonghen von Ajax Amsterdam und für das offensive Mittelfeld das hoffnungsvolle isländische Nachwuchstalent Gylfi Sigurdsson von Swansea Town.
Um diesen Abgang zu kompensieren, verpflichtete der walisische Klub den Niederländer Jonathan De Guzmán, der vom spanischen Absteiger FC Villarreal in die Premier League wechselte. Zudem verließ auch der argentinische Angreifer Marco Rubén den spanischen Traditionsklub, um sich bei Dynamo Kiev einer neuen Herausforderung zu stellen. Dort wird er an der Seite des Portugiesen Miguel Veloso spielen, der bei der UEFA EURO 2012 das Halbfinale erreichte und nach Stationen bei Sporting Lissabon und CFC Genua in die ukrainische Hauptstadt wechselte. Der portugiesische Hauptstadtklub sicherte sich seinerseits die Dienste des schweizerischen Mittelfeldspielers Gelson Fernandes, der in Südafrika 2010 beim 1:0-Sieg der Schweiz über Spanien das Siegtor schoss. Zudem wartete Sporting mit einer Überraschung auf, als man die Verpflichtung des indischen Angreifers Sunil Chhetri, der bislang in seiner Heimat für Mohun Bagan aktiv war und für die indische Nationalmannschaft in 55 Einsätzen 33 Treffer erzielte, bekannt gab.
In die Kategorie der Überraschungen gehören auch die Transfers des Peruaners Paolo Guerrero, der vom Hamburger SV zu Corinthians São Paulo wechselte, und von Clarence Seedorf, der nach zehn Jahren bei AC Mailand bei Botafogo Rio de Janeiro anheuerte. Derweil fand Italiens Weltmeister von 2006, der mittlerweile 36-jährige Alessandro Nesta, eine neue Herausforderung in der U.S.-amerikanischen Profiliga MLS, wo er künftig das Trikot von Montreal Impact tragen wird. Es ist übrigens erst der zweite Wechsel des Italieners im Verlauf seiner Karriere, denn davor lag lediglich sein Transfer von Lazio Rom zum AC Mailand. Damit wechselte er exakt 20 Mal weniger als Sebastián Abreu aus Uruguay, der jetzt wieder von Figuerense zu Botafogo Rio de Janeiro zurückkehrte.
