Anfang März 1982 war der schwedische Klub IFK Göteborg so gut wie pleite. Die finanzielle Situation war so angespannt, dass sich der Klub Geld von den eigenen Fans leihen musste, um überhaupt die Reise zum Europapokal-Viertelfinale nach Valencia bezahlen zu können – wo alles mit einer krachenden Niederlage für die Schweden rechnete.

Doch zu dieser krachenden Niederlage kam es nicht. Vielmehr schaffte IFK Göteborg ein 2:2-Unentschieden und ließ zwei Wochen später vor heimischer Kulisse ein 2:0 folgen. Doch damit nicht genug: Gegen Kaiserslautern gab es die nächste Überraschung. Der Truppe von Sven-Göran Eriksson gelang in der Verlängerung des Rückspiels der entscheidende Treffer zum Finaleinzug.

Die höchste Hürde stand Göteborg damit allerdings noch bevor: Denn der Endspielgegner hieß Hamburger SV, und der erlebte gerade die erfolgreichste Phase seiner Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meisterschaften, sechs aufeinanderfolgenden Platzierungen unter den ersten Zwei der Bundesliga, dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger und dem Finaleinzug in den Europapokal der Landesmeister (der drei Jahre darauf gewonnen werden sollte).

Dietmar Jakobs, Manfred Kaltz, Felix Magath, Lars Bastrup, Horst Hrubesch und Co. hatten denn auch erwartungsgemäß mehr vom Hinspiel im Ullevi-Stadion, was jedoch nichts daran änderte, dass Tord Holmgren spät das einzige Tor des Abends schoss und IFK mit einem knappen Vorsprung in das Rückspiel im damaligen Volksparkstadion ging. Am Samstag nun jährt sich diese Partie zum 30. Mal.

Glaubte vor Anpfiff nur eine verschwindende Minderheit an einen Titelgewinn der Schweden, so änderte sich dies in der 26. Minute schlagartig, als der erst zwanzigjährige Stürmer Dan Corneliusson den Ball mit einem gekonnten Volleyschuss zum 1:0 versenkte.

Danach drücke die Elf von Ernst Happel natürlich auf den Ausgleich, doch nach einer Stunde lief sie dabei in einen klassischen Konter. Holmgren grätschte den Ball erst ab und schickte dann Torbjörn Nilsson auf die Reise. Und die führte den routinierten Stürmer von der Mittellinie bis geradewegs zur Strafraumgrenze, von wo er flach und trocken abzog und Uli Stein keine Chance ließ.

Nur zwei Minuten später wusste sich die Hamburger Hintermannschaft gegen den schnellen, dynamischen Nilsson erneut nicht zu helfen. Es gab ein Foul im Strafraum und Elfmeter. Diesen verwandelte Stig Fredriksson eiskalt, IFK gewann das Spiel mit 3:0 und das Finale in der Addition sogar mit 4:0 und war UEFA-Pokal-Sieger.

Trainer Eriksson sollte danach noch Benfica Lissabon ins Finale des Europapokals der Landesmeister führen, Lazio Rom seine erst zweite italienische Meisterschaft bescheren und mit AS Rom und Sampdoria Genua Titel holen. Außerdem saß er beim unvergesslichen 5:1-Auswärtssieg Englands gegen Deutschland in der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Korea/Japan 2002™ auf der Bank. Doch all diese Titel und auch dieser Prestigeerfolg verblassen im Vergleich zu dem, was der Schwede mit den Außenseitern von IFK Göteborg am 19. Mai 1982 erreicht hat.