Thomas Müller sah nach der doppelt geglückten Generalprobe des FC Bayern die Bilder der Dortmunder Meisterfeierlichkeiten über die Bildschirme flimmern und stellte trocken fest: "Da wollen wir jetzt mal ein Stoppschild reinhauen." Der Nationalspieler hatte mit seinem Doppelpack entscheidend zum 4:1 (1:0)-Erfolg des Rekordmeisters bei Absteiger 1. FC Köln beigetragen und dafür gesorgt, dass die Münchener in der vermeintlichen Formation für das UEFA Champions League-Finale gegen den FC Chelsea am 19. Mai in der heimischen Allianz Arena vor dem DFB-Pokal-Finale gegen die Borussia am kommenden Samstag im Sieg-Rhythmus bleiben.
"Wir wollten ein seriöses Spiel machen. Jetzt fängt es an, jetzt haben wir die zwei wichtigsten Spiele", stellte Arjen Robben klar. Der Niederländer hatte mit seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung unter der Woche bis 2015 seinerseits ein wichtiges Zeichen gesetzt und freut sich auf die kommenden Partien: "Es wird zweimal ein enges Spiel und kleine Details werden entscheiden. Du musst einen perfekten Tag haben. Wir werden alles versuchen, den Pokal zu gewinnen. Aber wir spielen gegen eine sehr gute Mannschaft."
"Wenn wir hier Larifari gespielt hätten, hätte man uns Wettbewerbsverzerrung vorwerfen können. Wir wollten im Rhythmus bleiben und die Spannung hochhalten vor den beiden Endspielen", sagte Trainer Jupp Heynckes. Der Weltmeister von 1974 hatte mit Anatoliy Tymoschuk und Diego Contento in der Viererkette für die gegen Chelsea gesperrten Holger Badstuber und David Alaba schon mal den Ernstfall geprobt. Dabei konnte vor allem Tymoschuk nicht wirklich überzeugen.
Mit dem Auftritt in Köln unzufrieden war Kapitän Philipp Lahm: "Wir haben viele Fehler gemacht, weil wir unkonzentriert waren", sagte der Außenverteidiger, stellte aber klar: "Natürlich geht man lieber aus so einer Bundesliga-Saison mit einem Erfolgserlebnis raus. Wir haben zwei Finals und sind topmotiviert."
Doppel-Torschütze Müller hatte sogar ein bisschen Mitleid mit den Kölner: "Das 2:0 ist symptomatisch. Wenn du die Punkte unbedingt brauchst, dann fällt dann so ein Ping-Pong-Tor." Für die Bayern selbst war es dagegen ein guter Tag: "Es war ein gutes Zeichen Richtung Dortmund. Wir sind gut gestimmt für die letzten beiden Spiele. Wir wissen, dass wir da viel investieren müssen, um da was zu holen, aber wir sind guter Dinge. Wir wissen, dass wir einen Gegner vorfinden, der in letzter Zeit gegen uns sehr gut ausgesehen hat."
Torhüter Manuel Neuer freute sich "über eine geglückte Generalprobe für den Pokal", ließ aber gleichzeitig auch die Kirche im Dorf: "Man kann Köln nicht unbedingt mit Chelsea vergleichen. Aber wir haben vor beiden Gegnern keine Angst. Wir haben Respekt, aber wir glauben an uns." Ein Glaube, den der 1. FC Köln schon lange vor der Pleite gegen die Bayern verloren hatte.
Bayern heiß auf Dortmund: "Da mal ein Stoppschild reinhauen"
(SID) Sonntag 6. Mai 2012
