Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg, der Sportdirektor beim abstiegsbedrohten Bundesligisten Borussia Mönchengladbach werden will, stellte sich den Fragen den Journalisten.
Herr Effenberg, woher kommt Ihr Einsatz für Borussia?
Ich habe bei diesem Klub das Laufen gelernt und die Raute im Herzen. Darum habe ich schon vor Jahren gesagt: Wenn der Verein Hilfe braucht, stehe ich zur Verfügung. Das wurde in einem knappen Telefonat abgelehnt. Jetzt trete ich an, weil sich etwas ändern muss.
Welche Erfahrung bringen Sie für das Amt des Sportdirektors mit?
Gar keine. Aber meine Antwort ist: Wie alt war Uli Hoeneß, als er Manager bei Bayern München wurde? 27? 28? Wie alt war Rudi Völler? Oder Horst Heldt? Irgendwann muss man anfangen. Mit diesem Team im Rücken ist das kein Problem. Ich habe eine große Erfahrung als Spieler, und ich habe den nötigen Willen.
Wie sehen Sie Ihre Chancen, am 29. Mai gewählt zu werden?
Wenn ich nicht überzeugt vom Sieg wäre, würde ich nicht hier sitzen.
Das Fanprojekt sieht die Initiative allerdings eher kritisch?
Von unserer Seite ist die Tür immer offen. Das Fanprojekt will sehr wohl mit uns reden, und wir werden mit dem Fanprojekt reden. Das ist der erste Schritt. Ich bin sicher, dass wir diese Leute überzeugen.
Verraten Sie Einzelheiten Ihres Konzeptes?
Es muss eine Umstrukturierung des Kaders geben. Der aktuelle Kader ist zu groß. Die zweite Veränderung betrifft der Jugendbereich. Dort wird zwar gut gearbeitet, aber schon 16-Jährige müssen bei den Profis mittrainieren. So arbeiten die europäischen Topklubs. Als Sportdirektor möchte ich die klare Vorgabe geben, wie und was trainiert wird, das gilt schon für die U-8 oder U-9.
Welche Rolle spielt Trainer Lucien Favre in Ihren Überlegungen?
Er macht eine hervorragende Arbeit. Er hat den Hebel an der richtigen Stelle angelegt. Wenn wir gewählt werden, führt mein erster Weg zu ihm.
Was werfen Sie dem jetzigen Sportdirektor Max Eberl vor?
Nichts. Er hat gut gearbeitet - aber nicht gut genug. Die Tabelle zeigt, dass etwas geändert werden muss. Sportliche Kompetenz heißt, im richtigen Moment zu reagieren. Das wurde nicht getan.
