Marco Reus zeigt sich seinem Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach gegenüber loyal. "Ich beschäftige mich nur mit Borussia Mönchengladbach, fühle mich hier total wohl und sehe meine Zukunft in Gladbach", sagte der Offensivspieler. Doch wenn der fünfmalige deutsche Meister den dritten Abstieg der Vereinsgeschichte aus der Bundesliga nicht vermeiden sollte, dann dürfte das Kapitel Reus trotz seines bis 2015 laufenden Vertrages bei der Borussia beendet sein.

Beim Sturz in die Zweitklassigkeit muss der 21-Jährige an seine eigene Entwicklung und Zukunft denken. Reus ist bereits ins Blickfeld von Bundestrainer Joachim Löw geraten. Im Mai 2010 musste er seine Teilnahme am Länderspiel gegen Malta allerdings wegen einer schweren Muskelverhärtung im Oberschenkel absagen, im August stoppte ihn vor dem Länderspiel in Dänemark ein grippaler Infekt.

Wenn Reus weiter seine Leistung bringt, ist sein Debüt im Nationaltrikot aber nur eine Frage der Zeit, doch dafür muss er erstklassig spielen. An Interessenten dürfte es nicht mangeln - unabhängig von der künftigen Ligazugehörigkeit. Da geben sich die Gladbacher Verantwortlichen auch keinen Illusionen hin. "Das ist im Fussball üblich, aber wir sind die, die ja oder nein sagen können", erklärte Geschäftsführer Stephan Schippers.

Zuletzt wurde Reus schon einmal mit Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. Zwar stritt er eine Verbindung zu den Westfalen vehement ab ("Nichts davon stimmt"), doch könnte man sich Reus mit seinem Spielstil bei den Schwarz-Gelben durchaus vorstellen. Reus ist in Gladbach nicht nur wegen seines kämpferischen Einsatzes ein Vorbild, er ist dabei auch effektiv. Mit sechs Toren und acht Vorlagen war er nach dem 26. Spieltag der beste Scorer der Borussia.

"Marco hatte schon in seiner ersten Saison in der Bundesliga eine tolle Entwicklung genommen, die noch nicht zu Ende ist", sagte Sportdirektor Max Eberl schon bei der vorzeitigen Vertragsverlängerung um zwei Jahre im November.

Bisher hat Reus, der in der Jugend bis 2006 bei Borussia Dortmund spielte, in seiner Laufbahn meist die richtige Entscheidung getroffen. Beim damaligen Zweitligisten Rot-Weiss Ahlen fand er einen guten Einstieg in den Profifussball - in Ostwestfalen spielte er übrigens mit dem Dortmunder Kevin Großkreutz zusammen. Vor der Saison 2009/10 wechselte Reus in den Borussia-Park und schaffte den Sprung ins Oberhaus auf Anhieb. Daher dürfte er auch im Sommer den richtigen Weg wählen. Entweder in Gladbach, oder bei einem anderen Klub.