Inter Mailand hat in der Saison 2006/07 eine ganze Reihe von Rekorden aufgestellt. Am Sonntag nun wurde das Team die erst dritte Mannschaft in der italienischen Fussballgeschichte, die den Titel in der Serie A bereits fünf Spieltage vor Saisonende gewann. Auch Olympique Lyon konnte bereits fünf Spieltage vor Abschluss der Saison den Meistertitel feiern, wobei dieser Erfolg sogar schon vor dem Anpfiff der Partie gegen Auxerre feststand, da sich Verfolger Toulouse eine Niederlage in Rennes geleistet hatte. Der französische Serienmeister gewann den Titel damit zum sechsten Mal in Folge - das gab es in keiner der fünf großen europäischen Ligen jemals zuvor.
In Spanien konnten die Verfolger FC Sevilla und Real Madrid wieder näher an Tabellenführer FC Barcelona heranrücken. Die beiden besten Teams in der englischen Premier League spielten jeweils unentschieden, während sich in der deutschen Bundesliga der FC Bayern München aus dem Rennen um den Titel verabschiedete. Hier wird die Entscheidung zwischen Schalke 04, Werder Bremen und dem VfB Stuttgart fallen.
Serie A: Inter Mailand macht endgültig alles klar
Eigentlich ist Marco Materazzi nicht für das Erzielen von Toren zuständig. Doch wie schon bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ trug sich der Innenverteidiger auch beim 2:1-Sieg von Inter Mailand gegen Siena, mit dem sich die Nerazzurri zum 15. Mal den Titel in der Serie A sicherten, in die Torschützenliste ein. Materazzi erzielte sogar beide Tore für die Norditaliener. Da der AS Rom gleichzeitig bei Atalanta Bergamo eine Niederlage kassierte, hat Inter nun einen nicht mehr aufzuholenden Vorsprung von 16 Punkten und damit den Scudetto bereits fünf Spieltage vor Saisonende gewonnen. Dies gelang zuvor nur Turin (1947/48) und der Fiorentina (1955/56).
Der Tabellendritte Lazio Rom kassierte gegen Florenz eine Heimniederlage. Adrian Mutu erzielte den einzigen Treffer der Begegnung per Kopf. Damit ist die Fiorentina weiterhin im Rennen um die Teilnahme am UEFA-Pokal dabei. Ronaldo trug zwei Treffer zum 3:1-Erfolg des AC Mailand gegen Cagliari bei, durch den die Rossoneri nun nur noch einen Punkt hinter Lazio liegen.
Die ersten Drei: Inter Mailand (84 Punkte), AS Rom (68), Lazio Rom (57)
Die letzten Drei: Reggina (31 Punkte), Messina (24), Ascoli (20)
Die besten Torschützen: Francesco Totti (21), Cristiano Lucarelli (18), Rolando Bianchi (17)
Zahl der Woche: Chievo Verona konnte mit dem 2:1 gegen Livorno nach vier sieglosen Spielen wieder einen "Dreier" feiern und ist nun zumindest einen Punkt von einem Abstiegsplatz entfernt.
Ligue 1: Lyon schreibt Fussballgeschichte
Olympique Lyon hatte den sechsten Titel in Folge bereits vor dem Anstoß zum 33. Spieltag sicher. Nach der 2:3-Niederlage von Toulouse in Rennes konnten die Fans bereits am Samstag den Titelgewinn feiern. Sicher hätte Lyon dies gerne mit einem Sieg gekrönt, doch Auxerres Torhüter Olivier Sorin ließ sich nicht bezwingen und sicherte seinem Team damit das 14. Unentschieden der Saison.
Lens verdrängte mit einem 2:0-Sieg gegen Le Mans Toulouse vom zweiten Tabellenplatz, während Olympique Marseille sich nach einem 2:1-Erfolg gegen Troyes weiterhin Hoffnungen machen darf, noch den Sprung auf einen Champions-League-Startplatz zu schaffen.
Die ersten Drei: Lyon (71 Punkte), Lens (53), Bordeaux (52)
Die letzten Drei: Troyes (32 Punkte), Sedan (31), Nantes (30)
Die besten Torschützen: Steve Savidan (13), Pauleta (12), Aruna Dindane (11), Ismael Bangoura (11)
Zahl der Woche: Nach einer Serie von vier Niederlagen in Folge, durch die man auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht war, hat Paris Saint-Germain nun (nach dem 4:0 gegen Nantes, dem höchsten Saisonsieg der Hauptstädter) aus den letzten vier Partien zehn von 12 möglichen Punkten geholt und sich damit wieder auf den 15. Tabellenplatz vorgearbeitet.
Primera División: Sevilla und Real Madrid sitzen Barça dicht im Nacken
Der FC Sevilla und Real Madrid hielten mit Siegen den großen Druck auf Spitzenreiter FC Barcelona aufrecht, der sich prompt eine 0:2-Niederlage bei Villarreal leistete. Damit hat die Mannschaft von Frank Rijkaard nur noch einen einzigen Punkt Vorsprung vor Sevilla. Einen weiteren Zähler dahinter folgt Real Madrid auf Platz 3.
Die "Königlichen" hatten beim 2:1-Sieg gegen Valencia große Mühe und konnten sich am Ende bei Torhüter Iker Casillas bedanken, der zahllose Chancen des Gegners vereitelte. Der Sieg von Sevilla gegen Athletic Bilbao war hingegen nie ernsthaft in Gefahr: Der amtierende UEFA-Pokalsieger unterstrich seine Titelambitionen mit einem klaren 4:1-Erfolg. Barcelona bezog in Villarreal eine 0:2-Niederlage, durch die das Rennen um den Titel nun wieder sehr offen ist.
Die ersten Drei: Barcelona (59 Punkte), Sevilla (58), Real Madrid (57)
Die letzten Drei: Levante (30 Punkte), Real Sociedad (27), Gimnastic (24)
Die besten Torschützen: Frederic Kanoute (19), Diego Milito (19), Ronaldinho (17)
Zahl der Woche: Albert Lopo von Deportivo la Coruña erzielte in der 93. Minute den Siegtreffer zum 1:0 gegen Osasuna. Noch später, nämlich in der siebten Minute der Nachspielzeit, verwandelte Raul Tamudo einen Elfmeter für Espanyol, das sich damit trotz Unterzahl noch ein 2:2-Unentschieden bei Real Betis sicherte.
Bundesliga: Stuttgart lässt Bayerns Traum platzen
Mit einem Doppelschlag sicherte Cacau dem VfB Stuttgart einen 2:0-Sieg gegen den FC Bayern München, der den Schwaben den Anschluss an die Tabellenspitze sichert. Für die Gäste aus München hingegen ist das Unternehmen Titelverteidigung wohl damit endgültig gescheitert.
Stuttgart hat weiterhin vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer Schalke 04, der im Heimspiel gegen Energie Cottbus erst nach einer Stunde und nur durch ein Eigentor von Timo Rost in Führung ging. Marcelo Bordon sorgte mit seinem Treffer zum 2:0 nur wenige Minuten später dann für die Entscheidung. Bereits am Freitag hatte Werder Bremen mit einem 3:1-Sieg gegen Alemannia Aachen vorgelegt. Diego erzielte dabei den letzten Treffer für die Hanseaten in der Nachspielzeit mit einem traumhaften Schuss aus rund 62 Metern ins leere Tor der Gäste.
Die ersten Drei: Schalke (62 Punkte), Werder Bremen (60), Stuttgart (58)
Die letzten Drei: Alemannia Aachen (33 Punkte), Mainz 05 (31), Borussia Mönchengladbach (25)
Die besten Torschützen: Theofanis Gekas (18), Roy Makaay (14), Alexander Frei (13), Mario Gomez (13), Kevin Kuranyi (13)
Zahl der Woche: Nachdem Arminia Bielefeld zuvor noch nie einen einzigen Treffer in Wolfsburg erzielt hatte, gelangen den Westfalen nun gleich drei in einer Partie. Dank des 3:2-Sieges steht Bielefeld vorerst nicht mehr auf einem Abstiegsplatz.
Premier League: Manchester United trotz Remis weiter mit drei Punkten Vorsprung
Der FC Chelsea ließ mit einem schwachen 0:0 bei Newcastle United die Gelegenheit ungenutzt, bis auf einen Punkt an Tabellenführer Manchester United heranzurücken. Sollte der Titel in diesem Jahr letztlich an die Red Devils gehen, wird man sich bei Chelsea ob dieser verpassten Chance noch die Haare raufen. Dabei hatte Manchester United am Samstag zu Hause nur ein 1:1-Unentschieden gegen Middlesbrough vorgelegt. Kieran Richardson brachte Manchester United in Führung, doch der Australier Mark Viduka erzielte unmittelbar vor der Pause den Ausgleichstreffer, der gleichzeitig den 1:1-Endstand bedeutete.
Im Abstiegsduell zwischen Charlton Athletic und Sheffield United sah es zunächst so aus, als würden die beiden Teams die Plätze tauschen, doch dann erzielte Jonathan Stead einen sehenswerten Treffer zum 1:1-Ausgleich und bewahrte Sheffield damit davor, auf einen Abstiegsplatz abzurutschen.
Die ersten Drei: Manchester United (82 Punkte), Chelsea (79), Liverpool (67)
Die letzten Drei: Charlton Athletic (33 Punkte), West Ham United (32), Watford (24)
Die besten Torschützen: Didier Drogba (19), Cristiano Ronaldo (16), Benni McCarthy (15)
Zahl der Woche: Der englische Nationaltorhüter David James von Aston Villa behielt beim torlosen Unentschieden gegen Portsmouth zum 142. Mal in der Premier League eine weiße Weste und übertraf damit den bisherigen Rekord von David Seaman, der im Laufe seiner Karriere in 141 Spielen nicht hinter sich greifen musste.
In anderen Ligen
In keiner anderen großen Liga Europas steht ein derart spannendes Saisonfinale vor der Tür wie in der niederländischen Eredivisie. Drei Mannschaften haben nach dem vorletzten Spieltag 72 Punkte auf dem Konto. Der PSV Eindhoven, der seit dem 12. November Tabellenführer war und zwischenzeitlich schon einen deutlichen Vorsprung vor den Verfolgern hatte, musste gestern den Platz an der Sonne abgeben, da Alje Schut vom FC Utrecht wenige Minuten vor Spielende den Ausgleichstreffer erzielte.
AZ Alkmaar und Ajax Amsterdam nutzten den Punktverlust des PSV sofort aus und kamen zu einem 3:1-Sieg gegen Heerenveen bzw. zu einem 5:2 gegen Sparta Rotterdam. AZ Alkmaar geht nun dank der besseren Tordifferenz (+53) als Favorit auf den Titel in den letzten Spieltag - es wäre der erste Meistertitel seit 1981 für den Klub. Ajax Amsterdam hat eine Tordifferenz von +47, Eindhoven weist eine Bilanz von +46 aus.
Spieler der Woche
Celtic Glasgow, mit deutlichem Abstand Tabellenführer in der schottischen Premier League, war auf dem Weg zum Titel in den letzten Wochen mehrmals gestrauchelt, und auch am vergangenen Spieltag sah es so aus, als müssten sich die Fans mit dem Feiern noch eine weitere Woche gedulden, als es kurz vor Ende der Partie gegen Kilmarnock nur 1:1 stand. Doch dann kam Shunsuke Nakamura: Der Japaner erzielte in der Nachspielzeit mit einem seiner typischen Freistöße den Siegtreffer zum 2:1 und sicherte Celtic damit den 41. schottischen Meistertitel.
Mannschaften der Woche
Glückwünsche an die Mannschaften von Inter Mailand, Olympique Lyon, Celtic Glasgow und Olympiakos Piräus, die sich an diesem Wochenende in ihren heimischen Ligen jeweils vorzeitig den Meistertitel sicherten.
