Was vor über vier Jahrzehnten mit 14 Mannschaften begann, hat sich inzwischen buchstäblich ausgewachsen: Die CAF Champions League ist heute ein Wettbewerb mit kontinentalen Fernsehübertragungen und Millionen an Preisgeldern.
Den bescheidenen Anfängen im Jahr 1964 zum Trotz hatte Afrikas Königsklasse stets große Ambitionen. Entsprechend schnell entwickelte sie sich zum begehrtesten Klubtitel des afrikanischen Fussballs. Der Ghanaer Ohene Djan - später prominentes Mitglied des Exekutivkomitees der Afrikanischen Fussballkonföderation und Namensgeber des neuen Stadions in Accra - gilt als treibende Kraft bei der Schaffung des ursprünglichen CAF Champions Cup zu einer Zeit, da Afrikas Fussballanhängern ansonsten nur der bewundernde Blick auf Real Madrid und seine Leistungen im europäischen Pokal der Landesmeister blieb.
Gestiegenes Preisgeld
In den ersten Jahren prägten Mannschaften aus Ländern südlich der Sahara das Turnier. Mit der Zeit neigte sich das Pendel jedoch nordwärts in Richtung der arabischsprachigen Nationen. Dass in diesem Jahr nicht weniger als 54 Mannschaften an dem prestigeträchtigen Wettbewerb teilnehmen, zeigt das riesige Interesse. Ein ganzer Kontinent wartet sehnsüchtig darauf, dass es wieder losgeht.
Zwar war die Zahl der Teilnehmer durchaus auch schon mal noch größer, doch vielen der kleineren Länder und nicht auf Rosen gebetteten Vereine macht das aktuelle Wirtschaftsklima zu schaffen, auch wenn es gerade zum Ende des Turniers gutes Geld zu verdienen gibt. So stieg das Preisgeld aus Fernseh- und Marketingeinnahmen unlängst von insgesamt 3,5 auf gut fünf Millionen U.S.-Dollar. Einen Scheck über 1,5 Millionen U.S.-Dollar bekommt allein der Gewinner. Summen, die nach afrikanischen Maßstäben ein Vermögen darstellen und erfolgreichen Teams reichlich Möglichkeiten bieten, den Verein nach vorn zu bringen.
Ursprünge in Ghana
Die Anfänge des damals noch an nur einem Austragungsort gespielten Turniers mit dem Namen African Clubs Championship liegen inzwischen weit zurück. Veranstalter des Wettbewerbs war die Regierung Ghanas, die auch die nach dem Präsidenten des Landes benannte Trophäe stellte. Das damalige Miniturnier begann am 31. Januar 1965 in Accra. Oryx Douala machte die Hoffnungen auf einen Sieg des ghanaischen Vertreters zunichte und sicherte sich die 'Nkrumah Trophy'. Weitere Teilnehmer waren die Real Republicans aus Ghana, Cotton Factory aus Äthiopien sowie der mit 1:2 unterlegene Finalteilnehmer Stade Malien aus Mali.
Im Jahr darauf wurde das Format in K.O.-Runden mit Hin- und Rückspiel geändert und seitdem beibehalten. 1977 wurde zwischenzeitlich einmal vorgeschlagen, das Finale in nur einem Spiel an neutralem Ort auszutragen. Die Mitgliedsverbände der CAF verwarfen dies jedoch.
Al Ahly als Rekordchampion
Häufigster Gewinner des kontinentalen Titels ist Al Ahly aus Ägypten mit insgesamt sechs Erfolgen - drei davon allein in den vergangenen fünf Jahren. Der jüngste Sieg bedeutete gleichzeitig einen Triumph mehr als Erzrivale und Nachbar Zamalek. Überhaupt stellt Ägypten damit die meisten Gewinner - neben Al Ahly und Zamalek auch noch Ismaili im Jahr 1969 - und damit mehr als doppelt so viele wie Kamerun und Marokko mit je fünf.
Der letztjährige Triumph von TP Mazembe Englebert aus der DR Kongo war der insgesamt dritte des Klubs, aber der erste seit vier Jahrzehnten. Ebenfalls auf drei Titel kommen Hafia aus Guinea und Raja Casablanca aus Marokko. Beide Vereine sind 2010 wieder mit von der Partie. Al Ahly hat mit acht Endspielen eins mehr bestritten als Asante Kotoko. Von den sieben Finalteilnahmen der Ghanaer endeten fünf mit einer Niederlage.
Immer größer, immer beliebter
Die Auswärtstorregel wurde 1974 eingeführt, Elfmeterschießen hingegen gibt es schon seit 1971. Al Merreikh (Sudan) gewann das erste Elfmeterschießen überhaupt gegen Tele Asmara aus Äthiopien, nur um dann in der nächsten Runde gegen Asante Kotoko auf die gleiche Weise den Kürzeren zu ziehen.
Seit 1997 gibt es nun die heutige CAF Champions League, bei der die letzten acht Mannschaften in zwei Vierergruppen gegeneinander spielen. Erster Gewinner war Raja Casablanca, Sieger im Elfmeterschießen gegen Obuasi Goldfields aus Ghana. Unter den diesjährigen Teilnehmern befindet sich auch der Meister von den Komoren, dem jüngsten CAF-Mitglied, sowie von Réunion und Sansibar.
ALLE SIEGER
1965 – Oryx Douala (Kamerun)
1966 – Stade Abidjan (Elfenbeinküste)
1967 – TP Englebert (Kongo-Kinshasa)
1968 – TP Englebert (Kongo-Kinshasa)
1969 – Ismaili (Ägypten)
1970 – Asante Kotoko (Ghana)
1971 – Canon Yaounde (Kamerun)
1972 – Hafia Conakry (Guinea)
1973 – Vita Club (Zaire)
1974 – CARA Brazzaville (Kongo)
1975 – Hafia Conakry (Guinea)
1976 – Mouloudia Alger (Algerien)
1977 – Hafia Conakry (Guinea)
1978 – Canon Yaounde (Kamerun)
1979 – Union Douala (Kamerun)
1980 – Canon Yaounde (Kamerun)
1981 – JE Tizi Ouzou (Algerien)
1982 – Al Ahly (Ägypten)
1983 – Asante Kotoko (Ghana)
1984 – Zamalek (Ägypten)
1985 – Royal Armed Forces (Marokko)
1986 – Zamalek (Ägypten)
1987 – Al Ahly (Ägypten)
1988 – Entente Setif (Algerien)
1989 – Raja Casablanca (Marokko)
1990 – JS Kabylie (Algerien)
1991 – Club Africain (Tunisien)
1992 – Wydad Casablanca (Marokko)
1993 – Zamalek (Ägypten)
1994 – Esperance (Tunesien)
1995 – Orlando Pirates (Südafrika)
1996 – Zamalek (Ägypten)
1997 – Raja Casablanca (Marokko)
1998 – ASEC Abidjan (Elfenbeinküste)
1999 – Raja Casablanca (Marokko)
2000 – Hearts of Oak (Ghana)
2001 – Al Ahly (Ägypten)
2002 – Zamalek (Ägypten)
2003 – Enyimba (Nigerien)
2004 – Enyimba (Nigerien)
2005 – Al Ahly (Ägypten)
2006 – Al Ahly (Ägypten)
2007 – Etoile Sahel (Tunisien)
2008 - Al Ahly (Ägypten)
2009 – TP Mazembe Englebert (Kongo DR)
