Die Verfolger haben sich in den großen europäischen Ligen am vergangenen Wochenende nachhaltig in Erinnerung gerufen und klar gemacht, dass bisher nirgendwo auch nur eine Vorentscheidung gefallen ist. So haben etwa HSC Montpellier, Bayern München, Manchester United, Real Madrid und AS Rom allesamt Ihre Partien gewonnen. Das ist mehr, als mancher Tabellenführer von sich behaupten kann.
So schmolz etwa der Vorsprung von Girondins Bordeaux (Niederlage bei Stade Rennes) und Bayer Leverkusen (Remis beim VfL Bochum). Der FC Barcelona, der FC Chelsea und Inter Mailand siegten zwar, Grund zum Nachlassen haben aber auch diese drei nicht. FIFA.com fasst die wichtigsten Ereignisse aus allen vier Ecken Europas zusammen.
Ligue 1: Bordeaux verliert, Montpellier rückt auf
Frankreichs amtierender Meister und Tabellenführer Girondins Bordeaux unterlag am Samstag gegen eine wie aufgedreht aufspielende Mannschaft aus Rennes mit 2:4, was HSC Montpellier prompt dazu nutzte, den Druck zu erhöhen. Der überraschend starke Aufsteiger liegt nach dem Erfolg bei US Boulogne-sur-Mer (2:0) nur noch drei Punkte hinter Platz eins. OSC Lille bleibt Tabellendritter, weil es gegen OGC Nizza beim 1:1 nur zur Punkteteilung reichte. Auch Olympique Lyon kam beim FC Toulouse nicht über ein 0:0 hinaus.
Olympique Marseille hat sich durch ein 5:1 gegen AFC Valenciennes wieder auf Platz fünf in der Ligue 1 vorgearbeitet. Nach der 0:3-Heimniederlage gegen den FC Lorient krebst Paris Saint-Germain weiter nur auf Platz 15 herum. In den Niederungen der Tabelle hat sich AS Saint-Etienne gegen AS Monaco wieder etwas Luft verschafft (3:0). Der Tabellenletzte Grenoble Foot 38 feierte seinen zweiten Saisonerfolg mit einem 5:0-Kantersieg gegen AJ Auxerre (5:0).
Die ersten Drei: Girondins Bordeaux (48 Punkte), HSC Montpellier (45), OSC Lille (41)
Die letzten Drei: Le Mans UC 72 (16), US Boulogne-sur-Mer (16), Grenoble Foot 38 (10)
Die besten Torschützen: Nenê (13 Tore), Gervinho (11), Mamadou Niang (10)
Statistik: 3 - In Frankreich sind bislang erst drei Aufsteiger in der Folgesaison Meister geworden: Girondins Bordeaux (1950), AS Saint-Etienne (1964) und AS Monaco (1978). Aktuell trennen nur drei Punkte den Tabellenführer Bordeaux von seinem schärfsten Verfolger und Aufsteiger Montpellier.
Primera División: Barça unaufhaltsam
Nicht einmal wenn der FC Barcelona über eine Stunde lang in Unterzahl spielt, verliert er. Gegen den FC Getafe gab es im Gegenteil sogar den fünften Sieg in Folge (2:1). Real Madrid bleibt dem katalanischen Rivalen indes auf den Fersen und gewann deutlich gegen Espanyol Barcelona mit 3:0. Der FC Valencia verteidigte seinen Podiumsplatz durch einen Dreier gegen Real Valladolid (2:0).
Verloren hat indes der bisherige Tabellenvierte: Der FC Sevilla unterlag gegen Real Saragossa mit 1:2 und musste RCD Mallorca vorbei ziehen lassen, das gegen den FC Villarreal siegte (1:0). Racing Santander und Atlético Madrid teilten sich die Punkte (1:1) zum Abschluss eines Wochenendes, an dem es ansonsten alles andere als schiedlich-friedlich zuging (neun Platzverweise).
Die ersten Drei: FC Barcelona (55 Punkte), Real Madrid (50), FC Valencia (42)
Die letzten Drei: Real Valladolid (18 Punkte), CD Teneriffa (17), Deportivo Xerez (11)
Die besten Torschützen: Lionel Messi (16 Tore), David Villa (15), Gonzalo Higuain (12)
Statistik: 5 - Der FC Barcelona feierte seinen fünften Sieg in Folge und hat weiterhin fünf Punkte Vorsprung vor Real Madrid.
Bundesliga: Bayer und Bayern endgültig im Gleichschritt
An der Spitze der Bundesliga geht es seit diesem Wochenende enger zu denn je. Das Unentschieden von Tabellenführer Bayer Leverkusen beim VfL Bochum (1:1) fiel zusammen mit dem Sieg der Bayern bei Titelverteidiger VfL Wolfsburg (3:1). Damit sind die beiden Spitzenreiter nun nur noch durch die Tordifferenz getrennt. Die Verfolger mussten derweil Federn lassen: Schalke 04 musste sich in Freiburg ebenso mit einem Remis begnügen (0:0) wie Hamburg in Köln (3:3). Und Borussia Dortmund verlor gegen Eintracht Frankfurt gleich ganz (2:3).
Die seit dem 21. November sieglosen Bremer schafften gegen die Berliner Hertha die vorläufige Wende und gewannen mit 2:1. Die Hauptstädter sind weiterhin abgeschlagen Tabellenletzter. Stuttgart ist seit der Amtsübernahme von Christian Gross als Trainer am 7. Dezember weiter ungeschlagen. In Nürnberg gab es den fünften Sieg in Folge mit 2:1.
Die ersten Drei: Bayer Leverkusen, Bayern München (45 Punkte), Schalke 04 (42)
Die letzten Drei: Hannover 96 (17 Punkte), 1. FC Nürnberg (16), Hertha BSC Berlin (11)
Die besten Torschützen: Stefan Kießling (13 Tore), Kevin Kuranyi, Lucas Barrios (11)
Statistik: 2 - Binnen einer Woche hat Münchens belgischer Verteidiger Daniel Van Buyten zwei Tore geschossen, seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert und seinen 32. Geburtstag gefeiert. Zwei Tore sind es auch nur noch, die zwischen Bayern und Bayer liegen.
Serie A: Inter einsam und allein
In Italien hat Inter Mailand seine Tabellenführung weiter ausgebaut. Cagliari Calcio konnte dem Meister beim 3:0 nie gefährlich werden. Der AC Mailand findet derweil einfach nicht in die Spur. Beim FC Bologna gab es wieder nur eine Punkteteilung (0:0). Als Titelkonkurrent bleibt da nur noch AS Rom. Die Hauptstädter gewannen bei AC Florenz mit 1:0 und sind damit jetzt alleiniger Tabellenzweiter. Der Tabellenvierte SSC Neapel musste sich Udinese Calcio und seinem Dreifachtorschützen Antonio Di Natale geschlagen geben (1:3).
Juventus Turin hat das Siegen anscheinend verlernt und ist mit dem 1:1 bei AS Livorno bis auf Platz sieben im Klassement abgerutscht. Noch weiter unten freute sich Catania Calcio über einen wertvollen Sieg bei Lazio Rom. Die Römer stehen nach dem 0:1 auf einem Abstiegsplatz. Weil der Vorletzte Atalanta Bergamo gegen AS Bari ebenfalls drei Punkte holte, ist die Lage für Schlusslicht AC Siena nach der Niederlage gegen Sampdoria Genua (1:2) noch prekärer.
Die ersten Drei: Inter Mailand (52 Punkte), AS Rom (44), AC Mailand (42)
Die letzten Drei: Lazio Rom (22 Punkte), Atalanta Bergamo (20) AC Siena (13)
Die besten Torschützen: Antonio di Natale (16 Tore), Diego Milito (14), Paulo Vitor Barreto, Giampaolo Pazzini (11)
Statistik: 3 - Mit seinen drei Toren gegen Neapel - zwei davon in der Nachspielzeit - kommt Antonio Di Natale jetzt auf 16 Treffer. Damit führt er die Torschützenliste an.
Premier League: Die "Big Four" wiedervereint
Das Spitzenspiel des 25. Spieltags in der Premier League zwischen dem FC Chelsea und dem FC Arsenal ging dank eines Doppelpacks von Didier Drogba zu Gunsten der Blues aus (2:0). Der Tabellenzweite Manchester United machte derweil kurzen Prozess mit dem FC Portsmouth (5:0). Im Merseyside-Derby sicherte Dirk Kuyt dem FC Liverpool einen wichtigen Sieg gegen den FC Everton (1:0). Damit belegen die "Big Four" wieder die ersten vier Tabellenränge.
Tottenham Hotspur und Aston Villa hätten die Gelegenheit gehabt, in Kontakt mit dieser Spitzengruppe zu bleiben, neutralisierten sich beim 0:0 aber gegenseitig. Manchester City blamierte sich unterdessen gegen Hull City (1:2). Von den Abstiegskandidaten lief es für den FC Burnley am besten, der gegen West Ham United gewann (2:1) und damit die Abstiegszone verließ.
Die ersten Drei: FC Chelsea (58 Punkte), Manchester United (56), FC Arsenal (49)
Die letzten Drei: West Ham United, Wolverhampton Wanderers (21 Punkte), FC Portsmouth (15)
Die besten Torschützen: Wayne Rooney (21 Tore), Didier Drogba (17), Jermain Defoe (15)
Statistik: 12 - Arsenal scheint Didier Drogba zu liegen. Der Ivorer, schon im Hinspiel Schütze zweier Tore, kommt jetzt auf zwölf Treffer in zwölf Spielen gegen die Gunners. Auch am Sonntag traf er nämlich wieder doppelt.
In anderen Ligen
In der Schweiz musste Tabellenführer Young Boys Bern beim direkten Verfolger FC Basel antreten und kam von dort mit einer saftigen Niederlage (0:4) zurück. Bern bleibt dennoch Tabellenführer. Noch sind es vier Punkte Vorsprung vor Basel.
Im Spitzenspiel der niederländischen Eredivisie standen sich am Wochenende Ajax Amsterdam (3.) und der FC Twente Enschede (2.) gegenüber. Ajax gewann deutlich mit 3:0 und bleibt dennoch Dritter, abgeschlagen hinter dem ewigen Rivalen PSV Eindhoven, der neun Punkte Vorsprung hat.
