Unruhe bei Titelverteidiger FC Barcelona vor der Revanche im wilden Tatarstan, Star-Trainer José Mourinho mit Inter Mailand unter Zugzwang und der FC Liverpool schwer gebeutelt: Drei europäische Renommierklubs stehen am vierten Spieltag der UEFA Champions League heute mächtig unter Druck.
Das gilt auch für Barcelona, dessen Anreise zum Spiel bei Rubin Kazan (18:30 Uhr) unter keinem guten Stern stand. Mit zwei Stunden Verspätung musste das Starensemble den fünf Stunden langen Flug in die Hauptstadt der Republik Tatarstan an der Wolga in Angriff nehmen. Zudem sorgten Berichte in den spanischen Medien über eine Affäre von Präsident Joan Laporta mit einer brasilianischen Angestellten des Klubs für Unruhe. Der Verein bezog dazu bislang keine Stellung.
Alves ist wieder fit
Doch es gab auch eine gute Neuigkeit. Der brasilianische Rechtsverteidiger Daniel Alves steht nach seinem Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel schneller als erhofft wieder zur Verfügung.
Trotz der 1:2-Schmach aus dem Hinspiel hat das Selbstbewusstsein von Barcelona nicht gelitten. "Wir sind die bessere Mannschaft", behauptete Manager Txiki Beguiristain, dessen einzige Sorge ist, "dass der Rasen ordentlich bespielbar ist".
Der russische Meister Kazan tritt bei allem Respekt vor den Katalanen aber auch mit breiter Brust an. "Barcelona ist das beste Team der Welt, aber wir haben im Stadion Camp Nou gezeigt, zu was wir fähig sind", sagte der argentinische Offensivspieler Alejandro Dominguez und versprach: "Wir werden uns erneut zerreißen."
Inter Mailand unter Zugzwang
Mit vier Punkten liegt Kazan in der Zittergruppe F als Dritter gleichauf mit Spitzenreiter Barcelona. Unter Druck steht als Letzter (drei Zähler) nach drei Remis aber vor allem Inter Mailand beim Zweiten Dinamo Kiev (20:45 Uhr).
"Wir wissen, was auf dem Spiel steht. Aber wir werden uns nicht aus der Ruhe bringen lassen", sagte Inter-Coach Mourinho. Eigentlich soll der Portugiese, der 2004 mit dem FC Porto die Champions League gewann, Inter nach 45 Jahren zum Titel in Europas Königsklasse führen. Doch bei einem weiteren Patzer droht dem unangefochtenen Tabellenführer der italienischen Serie A das vorzeitige Aus.
Reds stehen mit dem Rücken zur Wand
Noch bedrohlicher ist die Lage beim FC Liverpool in der Gruppe E vor der Partie bei Spitzenreiter Olympique Lyon. Teammanager Rafael Benitez sieht sich der schwierigsten Situation in seiner fünf Jahre dauernden Amtszeit ausgesetzt. Sechs der sieben letzten Spiele haben die Reds verloren. Bei einer weiteren Pleite in Lyon wäre das Aus in der Gruppenphase kaum noch abzuwenden.
Zudem gehen Benitez die Spieler aus. Kapitän Steven Gerrard fällt mit einer Leistenverletzung aus, zudem fehlen die verletzten Albert Riera, Martin Kelly und Martin Skrtel. Auch Top-Stürmer Fernando Torres ist angeschlagen, wird die Reise nach Frankreich aber mit antreten. "Fernando hat Probleme an den Adduktoren. Wir müssen vorsichtig mit ihm umgehen", sagte Benitez: "Aber wir haben keine anderen Optionen mehr."
