Guoan Peking sicherte sich am letzten Spieltag mit einem 4:0-Heimsieg über Hangzhou Lucheng zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Meistertitel in der chinesischen Super League.

Niemals zuvor war die C-League so ausgeglichen wie in dieser Saison: Das Titelrennen dauerte bis zum letzten Spieltag, den Guoan Peking nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor Henan Jianye als Tabellenführer begann, während Changchun Yatai nur einen Zähler Rückstand aufwies.

Dies bedeutete, dass sich Peking keinen Ausrutscher gegen Hangzhou - das ebenfalls unbedingt einen Sieg benötigte, um dem Abstieg zu entrinnen - leisten konnte. Doch angetrieben von den 60.000 Zuschauern im Workers' Stadium zeigte der Hauptstadtklub kein Mitleid mit den Gästen. Der Honduraner Emil Martínez komplettierte 14 Minuten vor dem Ende seinen Hattrick, kurz nachdem Zhou Ting per Elfmeter den Meistertitel endgültig unter Dach und Fach gebracht hatte.

Der Sieg versetzte die ganz in Grün gekleideten Fans in Ekstase, denn er beendete die 15-jährige Wartezeit auf den ersten Meistertitel. Seit der Einführung der C-League im Jahr 1994 gewann Guoan Peking drei Mal den Pokal und zwei Mal den Super Cup, doch der Gewinn des Meistertitels war bislang noch nicht gelungen.

Da der Traum vom Titel nun endlich wahr geworden ist und ganz Peking feiert, kann auch Trainer Hong Yuanshuo seine Begeisterung nicht mehr verbergen: "Die Spieler zeigten, dass sie in der Lage sind, sämtliche Schwierigkeiten zu meistern. Trotz des enormen Druckes, der auf ihnen lastete, konnten sie ihr Niveau halten und den Erwartungen gerecht werden."

Mit Legionären zum Erfolg
Nachdem er in der vergangenen Saison (in Diensten von Shanghai Shenhua) zum chinesischen Spieler des Jahres gewählt worden war, avancierte Martínez diesmal zum Helden von Peking, nachdem er der Mannschaft mit seinem Hattrick am entscheidenden letzten Spieltag zum Meistertitel verholfen hatte. Der 27-Jährige war nach seinem Wechsel zum Hauptstadtklub zu Beginn dieses Jahres nur ein Schatten seiner selbst und erzielte vor dem letzten Spiel insgesamt nur zwei Treffer.

Im Gegensatz zu Martínez, der erst spät zu seiner Form fand, erwiesen sich zwei australische Brüder als die beständigsten Leistungsträger ihrer Mannschaft. Ryan und Joel Griffiths, die in dieser Saison gemeinsam nach Peking gewechselt waren, wurden mit acht Treffern in ebenso vielen Partien zu den Schlüsselspielern des Teams.

Henan Jianye überraschte mit dem nur denkbar knapp verpassten Meistertitel selbst die eigenen Fans. Maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg hat auch der polnische Stürmer Emmanuel Olisadebe, der zehn Treffer beisteuerte, ehe er in den letzten vier Partien verletzungsbedingt pausieren musste.

Spannender Kampf um internationale Plätze
Mit einem 3:2-Sieg über Chongqing Lifan sicherte sich Changchun Yatai den zweiten Platz vor Henan, das sich nach der 1:3-Niederlage gegen Shenzhen mit Platz drei begnügen muss. Trotz einer knappen Niederlage gegen Chengdu Blades landete Titelverteidiger Shandong Luneng vor Shanghai Shenhua und Tianjin Teda aufgrund der besseren Tordifferenz auf Rang vier.

Hangzhou muss nach der Niederlage in Peking ebenso in die zweite Liga absteigen wie Chongqing, das bereits vor dem letzten Spieltag als Absteiger feststand. Liaoning und Nanchang Bayi, die in der zweiten Liga auf Rang eins bzw. zwei landeten, werden im kommenden Jahr im Oberhaus vertreten sein.

Die ersten Vier erhalten einen Startplatz in der AFC Champions League im kommenden Jahr. Guoan Peking hofft nun natürlich, seinen Erfolg in der heimischen Liga auch auf kontinentale Ebene übertragen zu können.