Am kommenden Dienstag fällt mit dem ersten Spieltag der Gruppenphase der Startschuss für die UEFA Champions League 2008/09. Das diesjährige Finale findet am 22. Mai 2009 im Madrider Santiago-Bernabeu-Stadion statt.
Mit Ausnahme des AS Rom und des FC Valencia haben sich alle europäischen Topklubs für das kontinentale Kräftemessen qualifiziert, um den FC Barcelona an der erfolgreichen Titelverteidigung zu hindern. Die drei stärksten Fussballnationen England, Spanien und Italien sind jeweils mit vier Mannschaften vertreten.
Doch darüber hinaus werden in diesem Jahr acht Vereine ihr Debüt in der europäischen Königsklasse feiern. FIFA.com wirft einen Blick voraus.
Gruppe A: Alte Dame mit frischem Ehrgeiz
Juventus Turin kehrt mit einer ausgeglichen besetzten Mannschaft, in der nicht weniger als sieben Nationalspieler des amtierenden Weltmeisters vertreten sind, in die Champions League zurück und hat sich große Ziele gesteckt. Neben Juve ist Bayern München trotz des holprigen Starts in der Bundesliga ein weiterer Favorit auf einen der zwei Qualifikationsplätze für die nächste Runde. Girondins Bordeaux wird in Lauerstellung auf die Ausrutscher der Favoriten hoffen, während Neuling Maccabi Haifa wohl vor allem Erfahrung sammeln wird.
Gruppe B: Leichtes Los für ManU
Der Sieger von 2008 und Finalist von 2009, Manchester United, ist in dieser Gruppe eindeutig der haushohe Favorit. Spannung hingegen verspricht der Kampf um Platz zwei zwischen ZSKA Moskau, Beşiktaş Istanbul und dem deutschen Meister VfL Wolfsburg, der solidesten Mannschaft unter den drei Debütanten.
Gruppe C: Die Gruppe der Rekordsieger
Der krasse Außenseiter FC Zürich bekommt es in dieser Gruppe mit Klubs zu tun, die die geballte Erfahrung von insgesamt 17 europäischen Titeln mit ins Spiel bringen. Die erfolgreichsten Vereine des höchsten europäischen Wettbewerbs, Real Madrid (9 Titel) und der AC Mailand (7 Titel), sind die großen Favoriten auf den Gruppensieg. Interessant dürfte vor allem das Wiedersehen von Kakà mit seinen ehemaligen Weggefährten sein. Doch gerade der AC Mailand dürfte wissen, dass auch mit Olympique Marseille zu rechnen ist: 1993 holten die Franzosen ausgerechnet gegen die Mailänder den Champions-League-Pokal.
Gruppe D: Drei Kandidaten für zwei Plätze
Der FC Chelsea, der sich nach wie vor nach einem europäischen Titel sehnt, wird in dieser Gruppe zwar erneut favorisiert sein, dennoch dürfen auch die anderen Teams nicht abgeschrieben werden. Trotz des personellen Aderlasses ist der FC Porto immer ein ernst zu nehmender Gegner, und auch Atlético Madrid, das aus dem großen Schatten des Lokalrivalen Real treten möchte, verfügt über einen exzellenten Kader. APOEL Nikosia hingegen wird versuchen, den Achtungserfolg von Anorthosis Famagusta im vergangenen Jahr zu wiederholen.
Gruppe E: Liverpool favorisiert
Trotz des mäßigen Starts in der Premier League dürfte dem FC Liverpool der erste Platz fast sicher sein. Um den zweiten Rang werden der AC Florenz und der französische Rekordmeister Olympique Lyon kämpfen, während Debreceni VSC, der zum ersten Mal seit 14 Jahren den ungarischen Fussball in der höchsten europäischen Spielklasse repräsentiert, wohl nur die Außenseiterrolle bleibt.
Gruppe F: Ein frühes Wiedersehen
In Gruppe F werden vor allem die Duelle zwischen dem spanischen Meister und Titelverteidiger FC Barcelona und dem italienischen Vertreter Inter Mailand, der in dieser Saison den Schwerpunkt auf Europa setzt, mit großer Spannung erwartet. Die Begegnungen werden durch das Wiedersehen von Samuel Eto'o und Zlatan Ibrahimovic mit ihren jeweiligen Ex-Klubs zusätzlich an Schärfe gewinnen. Dynamo Kiew mit einem Andreï Shevchenko, der es noch einmal wissen möchte, und dem russischen Meister Rubin Kazan drohen lediglich die Statistenrolle.
Gruppe G: Alles offen
Der FC Sevilla, die Glasgow Rangers und der VfB Stuttgart dürften sich in dieser Gruppe auf Augenhöhe gegenüberstehen und können alle darauf hoffen, in die nächste Runde einzuziehen. Dem rumänischen Vertreter Unirea Urziceni werden im Kampf um die vorderen Plätze keine großen Chancen eingeräumt.
Gruppe H: Wer folgt Arsenal?
Die Gunners von Arsène Wenger haben eine leichte Gruppe mit zwei Debütanten erwischt, in der sie wenig Probleme haben dürften. Um den zweiten Platz hingegen zeichnet sich ein interessanter Dreikampf zwischen dem niederländischen Meister AZ Alkmaar, Olympiakos Piräus und Standard Lüttich ab.
Die Favoriten
Die Finalisten des Vorjahres, FC Barcelona und Manchester United, zählen auch in diesem Jahr zu den heißesten Titelkandidaten. Der katalanische Klub konnte fast alle seine großen Stars halten, doch auch Manchester United verfügt trotz der Abgänge von Carlos Tevez und Cristiano Ronaldo nach wie vor über einen der stärksten Kader in Europa. Wenn es dem neuen Trainer Manuel Pellegrini gelingt, die zahlreichen neuen Verstärkungen zu einer Einheit zu formen, könnte auch Real Madrid davon träumen, das Finale im heimischen Stadion zu bestreiten. Besonderes Augenmerk wird außerdem auf Inter Mailand zu legen sein, denn Coach José Mourinho hat seine Mannschaft in dieser Saison ganz besonders mit Blick auf die Champions League zusammengestellt.
Die Außenseiter
Ähnlich wie Fabio Capello als Trainer der englischen Nationalmannschaft scheint sein Landsmann Carlo Ancelotti dem FC Chelsea jenen Rest Selbstvertrauen vermittelt zu haben, der dem stets als Favorit gehandelten, aber in der Champions League bisher titellosen Topklub gefehlt hat.
Interessant dürfte außerdem sein, welche Rolle Juventus Turin spielen wird. Der italienische Rekordmeister hat seinen Kader ohne marktschreierische Transfercoups intelligent verstärkt. Übungsleiter Ciro Ferrara verfügt zwar über keine große Erfahrung als Trainer, doch das hinderte im vergangenen Jahr auch Pep Guardiola nicht daran, alle Titel abzuräumen. Schließlich wird erneut auf den FC Liverpool zu achten sein, der in europäischen Wettbewerben stets über sich hinauswächst.
Mögliche Überraschungen
Der AC Mailand setzt auf den Durchbruch seines jungen Stars Pato und auf die Wiedergeburt von Ronaldinho, um wieder an die Spitze Europas vorzustoßen. Trainer Leonardo erinnerte daran, dass 2007 ebenfalls niemand den AC Mailand auf dem Zettel hatte. Auch der jungen Mannschaft des FC Arsenal wird eines Tages dieser letzte Schritt zu einem großen Erfolg gelingen, während schließlich die Bayern trotz des wechselhaften Beginns in der heimischen Liga wieder davon träumen, an die ehemaligen Glanzzeiten in Europa anknüpfen zu können.
Die Stars
Lionel Messi und Zlatan Ibrahimovic vom FC Barcelona, der wiedererstarkte Wayne Rooney von Manchester United, Kaká und Cristiano Ronaldo von Real Madrid, Ronaldinho beim AC Mailand, sofern er das alte Engagement zeigen kann, Didier Drogba vom FC Chelsea, Steven Gerrard, die Seele des FC Liverpool, sowie der stets effiziente Samuel Eto'o werden einmal mehr zu den herausragenden Figuren der Champions League gehören.
Spieler im Fokus
Andres Iniesta, der in Barcelona endgültig zum Topstar avancieren könnte, Diego von Juventus Turin, der auf den Spuren Platinis wandeln möchte, Michael Owen, der von Sir Alex Ferguson eine neue Chance erhält, sich international auszuzeichnen, sowie Ibrahimovic-Ersatz Diego Milito, der das Zeug hat, den Schweden vergessen zu lassen, werden im Zentrum des Interesses stehen.
Zahlen und Fakten
Zehn ehemalige Champions-League-Sieger haben sich für die diesjährige Gruppenphase qualifiziert, von denen sich gleich drei in der Gruppe C befinden.
Das Duell zwischen Real Madrid und dem AC Mailand am 21. Oktober im Bernabeu-Stadion, wo auch das Finale stattfinden wird, ist gleichzeitig das Aufeinandertreffen der zwei erfolgreichsten Klubs Europas, die es insgesamt auf 16 Titel im prestigereichsten kontinentalen Wettbewerb bringen.
Manchester United und der FC Porto nehmen bereits zum 15. Mal an der Gruppenphase teil.
Der FC Arsenal ist zum zwölften Mal in Folge mit von der Partie, wobei sich das Team zu vier Gelegenheiten nicht direkt qualifizieren konnte und über die dritte Qualifikationsrunde musste.
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